02.06.2008, 12:35 Uhr | dpa / T-Online
Carl-Peter Forster, Europachef des US-Autokonzerns General Motors (Foto: dpa) Der Europa-Chef des US-Autokonzerns General Motors (GM), Carl-Peter Forster, hat in der "Bild"-Zeitung die Politik für ihre Steuerpläne scharf kritisiert. Es würden derzeit keine neuen Autos gekauft, weil die Kunden durch den hohen Benzinpreis und vor allem durch die unklaren Ansagen aus der Politik "total verunsichert" seien, sagte Forster der Zeitung. "Ein Beispiel: Seit mehr als einem Jahr wird über die neue Kfz-Steuer gestritten und jetzt sogar erneut vertagt. Das ist Gift für die Autoindustrie."
Fehlende Kauflust bemängelt
Forster bemängelte zudem die fehlende Kauflust in Deutschland. "Fünf Millionen Fahrzeuge in Deutschland sind älter als 15 Jahre. Es herrscht ziemliche Kaufzurückhaltung, weil die Kunden nicht wissen, was die Politik noch alles plant beim Klimaschutz - von CO2-Steuer bis zu Russfiltern."
Neues Investitionsprogramm um Krise zu überwinden
Der krisengeschüttelte US-Autobauer General Motors (GM) investiert in die Werke seiner deutschen Tochter Opel insgesamt 1,8 Milliarden Euro. Dies sei Teil eines neun Milliarden Euro schweren weltweiten Investitionsprogramms, so Forster. Mit dem Programm will GM eine Reihe neuer Modelle auf den Markt bringen, um die derzeitige Krise des Unternehmens zu überwinden. Im ersten Quartal des Jahres machte der größte US-Autobauer Angaben zufolge einen Verlust von 3,3 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro). Dem Autobauer machen vor allem die steigenden Stahlpreise und die Energiekosten zu schaffen.
19.000 GM-Mitarbeiter nehmen Abfindung
Vor dem vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass bei dem US-Autobauer 19.000 Arbeiter das Unternehmen verlassen werden. Von den 74.000 Mitarbeitern, denen GM Abfindungs- und Vorruhestandsprogramme angeboten hatte, hätte fast jeder vierte die Angebote angenommen, teilte der Konzern am Donnerstag in Detroit mit. Sie würden das Unternehmen nun zum 1. Juli verlassen. GM will freiwerdende Stellen durch neue Mitarbeiter besetzen, die aber geringer entlohnt werden sollen.
Quelle: t-online.de
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