15.06.2010, 11:48 Uhr | AP, mash
Die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland wächst. Mit diesem Befund befeuert eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) die Debatte um das Sparpaket der Bundesregierung, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Der besorgniserregende Trend werde von der Bundesregierung verschärft, die hohe Einkommen verschone und niedrige belaste, kritisierten die Ökonomen. Sie warnen vor einer Verarmung der Mittelschicht: Immer mehr Menschen rutschen ab.
Die Studie stelle eine deutliche Polarisierung der Einkommen fest: "Auf der einen Seite steigt die Zahl der Menschen, die im Luxus leben, und auf der anderen Seite die Zahl derjenigen, die mit niedrigem Einkommen auskommen müssen oder sogar arm sind", schreiben die DIW-Forscher laut der Zeitung. Die Studie lief von 2000 bis 2009.
Dieser Trend löse bei der Mittelschicht enorme Ängste aus. Die DIW-Autoren stellen laut dem Bericht fest, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Menschen in die Unterschicht abrutschen. Hier verdienen die Menschen lediglich niedrige Einkommen. Zu dieser Gruppe gehört, wem weniger als 70 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung steht. Bei einem Paar mit zwei Kindern unter 14 Jahren entspricht dies einem monatlichen Netto-Einkommen inklusive Kindergeld und anderen staatlichen Leistungen von 1800 Euro. Im Jahr 2000 hätten 18 Prozent zu dieser Gruppe gehört, im Jahr 2009 dann fast 22 Prozent, so die DIW-Experten.
Gleichzeitig sei auch die Gruppe der Wohlhabenden gewachsen, die mehr als 150 Prozent des mittleren Einkommens ausgeben können. Im Jahr 2000 gehörten 16 Prozent zu dieser Gruppe, 2008 bereits 19 Prozent. Zwar sei die Gruppe der Wohlhabenden im Krisenjahr 2009 erstmals leicht geschrumpft. Trotzdem stiegen die Einkommen auch im Jahr 2009 weiter an. Damit sei der Vorsprung der Gutverdiener erneut gewachsen. "Die Einkommensschere zwischen niedrigen und hohen Einkommen hat sich in Deutschland weit geöffnet", bilanziert die Studie. Die Reicheren seien "nicht nur immer mehr, sondern im Durchschnitt auch immer reicher geworden". Parallel dazu seien die Ärmeren "nicht nur immer mehr, sondern auch immer ärmer" geworden.
Die Mittelschicht schrumpfe und sei damit "Verlierer des vergangenen Jahrzehnts" - eine Bedrohung für die Stabilität der Gesellschaft: "Gerade bei den mittleren Schichten, deren Status sich auf Einkommen und nicht auf Besetz gründet, besteht eine große Sensibilität für Entwicklungen, die diesen Status bedrohen." Ausländerfeindlichkeit und Fremdenhass könnten sich ausbreiteten.
Das Sparpaket beurteilen die Wissenschaftler deshalb sehr kritisch. DIW-Ökonom Jan Goebel halte es für unangemessen, dass die bisherigen konkreten Vorschläge "eigentlich nur die unteren Einkommensbereiche betreffen". Es stelle sich die Frage, warum die Menschen mit hohen Einkommen keinen Sparbeitrag leisten sollen.
Quelle: t-online.de , dapd
Rivanna schrieb:
am 15. Juni 2010 um 19:32:13
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Nicht gemerkt
Leider, Frau Merkel und Co. ist von USA so fasziniert, das sie alles abkupfert, auch das was eh nicht klappt
Es werden bald
solche Zustände herrschen
Menschen die drei Jobs haben und trotzdem in den letzten Bruchbuden wohnen müssen, Menschen die nicht oder eben nur mit dem nötigsten medizinisch versorgt werden siehe Umbau der KK
Dann bewusste stigmatisierung der Arbeitslosen, ( ich kenn keinen der gern ohne Job ist und Faulpelze gabs,wird es immer geben. arbeite für800€ 4 Schichten auch WE
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max100 schrieb:
am 15. Juni 2010 um 19:14:14
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Mittelschicht
Um in die Armut bzw. den Geringverdienerbereich zu gelangen, braucht einer aus der Mittelschicht nur mit 18% Malus in Rente
gehen (ohne Zusatzrenten/Einkünfte).
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hpklimbim schrieb:
am 15. Juni 2010 um 19:13:16
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Mittelschicht
In einem Land, in dem die Wahlberechtigten seit Generationen das wählen, was sie nicht wollen, und nicht das, was sie tun
müssen, kann das nicht verwundern. Zudem hat die Politik über Jahrzehnte hinweg ganz geschickt dazu bei getragen, den gesellschaftlichen Status der Freidenker, die meist aus dem Mittelstand kommen, und im Wesentlichen weder ein Parteibuch noch die Zugehörigkeit zu Besitzstandsvereinigungen ihr Eigen nennen, systematisch auszuhöhlen, um Widerstand und Kritik zu unterbinden.
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