13.01.2009, 10:54 Uhr | FTD, Burkhard Schneider
Die Krise ist eine Herausforderung für Erfinder. (Foto: Imago)
Erst muss man eine Geschäftsidee haben, dann beschäftigt man sich damit, wie man sie umsetzt - so dachten früher viele potenzielle Existenzgründer. Inzwischen gehen immer mehr den umgekehrten Weg. Und das ist gut so.
Gründer ohne Geschäftsidee
Jeden Monat halte ich ein Gründungsseminar für die Industrie- und Handelskammer Frankfurt. Zu Beginn bitte ich jedes Mal die Teilnehmer, sich kurz vorzustellen. Besonders interessiert mich dabei, mit welcher Geschäftsidee und in welcher Branche sie sich selbstständig machen wollen. In den vergangenen drei Monaten ist die Zahl derjenigen, die im Seminar sitzen, ohne bereits eine konkrete Geschäftsidee zu haben, von unter 10 auf über 30 Prozent gestiegen.
Viele informieren sich frühzeitig
Derzeit informieren sich viele potenzielle Gründer sehr frühzeitig. Während viele Gründer früher erst kurz vor dem Start ihres Unternehmens ein Seminar Gründerseminar besuchten. Das gilt insbesondere für Gründer, die in einer Festanstallung sind und mit der Kündigung rechnen. Heute erkennen die Mitarbeiter oft schon mit einer Vorlaufzeit von ein bis zwei Jahren, wenn ihre Karrierechancen im Unternehmen endlich sind. Denn die Entlassungswelle folgt dem konjunkturellen Abschwung meist genau mit dieser Zeitverzögerung.
Nicht nur Notgründer
Im Fachjargon spricht man in diesem Zusammenhang meist von "Notgründern", die aufgrund drohender Arbeitslosigkeit und fehlender Alternativen keine andere Wahl sehen, als sich selbstständig zu machen. Nicht immer sind aber Gründer, die vorher fest angestellt waren, Notgründer. Vielmehr ist es die drohende Kündigung oft auch der Anlass, über nachhaltigere Alternativen nachzudenken, die mehr Möglichkeiten zur Selbstentfaltung bieten. Insbesondere, wenn die Vorbereitungszeit lang genug ist, fällt man nicht nach der Entlassung in ein schwarzes Loch.
Erste Gehversuche
Häufig bietet es sich an, die ersten Gehversuche als Gründer in Form einer Nebenbeschäftigung zu wagen. Von dieser Möglichkeit machen immer mehr Festangestellte Gebrauch, was sich ebenfalls an einer erhöhten Anzahl von Fragen zu diesem Thema zeigt. Die Zeit, die ich in meinen Seminaren zum Thema Gründerzuschuss aufwende hat sich inzwischen verdoppelt. Das zeigt, dass viele potenzielle Gründer Anspruch auf Arbeitslosengeld und Gründungszuschuss haben. Meine Erfahrung sagt mir angesichts dieser Fakten dass in nächster Zeit, die Zahl der Gründungen wieder steigen wird.
(Foto: Schneider)Burkhard Schneider, Unternehmensberater und Autor des Wirtschaftsblogs best-practice-business.de
FTD, Burkhard Schneider
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de
Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten