25.10.2010, 12:41 Uhr | oca, AFP, dpa
Schon seit Jahren wird über Fachkräftemangel in Deutschland diskutiert. Die Wirtschaft will qualifizierte Menschen notfalls aus dem Ausland holen. Die Politik ist sich nicht einig. Eine konkrete Lösung gibt es bisher nicht. Wirtschaftsexperten rechnen nun wegen des zunehmenden Fehlens an speziell ausgebildeten Menschen mit einem deutlichen Anstieg der Wochenarbeitszeit. Die Arbeitszeit für Arbeitnehmer könnte bis auf 45 Stunden pro Woche steigen, um den Mangel an Mitarbeitern auszugleichen, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Klaus Zimmermann, der "Bild"-Zeitung.
"Mittelfristig geht es nicht ohne längere Arbeitszeiten. 37,5- oder 38-Stunden-Wochen sind in jedem Fall vorbei." Vor allem in den exportorientierten Branchen wie Maschinen- und Anlagenbau aber auch in der Gesundheits- und der Pflegebranche werde es Bedarf nach längeren Arbeitszeiten geben.
Auch der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum, sagte: "Mittelfristig werden wir um längere Arbeitszeiten nicht herum kommen." Dann könnte es 42- oder sogar bis zu 45-Stunden-Wochen geben. Deswegen sollte es mehr Freiheiten für Unternehmer bei der Gestaltung der Arbeitszeiten geben, sagte Blum. In der "Welt" verwies er zudem darauf, dass schon heute in einzelnen Branchen extrem viel gearbeitet werde.
Blum führt den Anstieg der Arbeitszeit auch auf die Rente mit 67 zurück. Es sei unmöglich, schwere körperliche Tätigkeiten bis in dieses hohe Alter auszuüben. Deshalb müssten viele Arbeitnehmer im Alter zwischen 50 und 55 Jahren umgeschult werden, sagte er der "Welt". Der Staat sei finanziell nicht in der Lage, die Beschäftigten während dieser Umschulungszeit zu unterstützen. Blum plädierte daher für die Einführung von Lebensarbeitszeitkonten. Der Arbeitnehmer müsse in den Jahren zuvor auf seinem Arbeitszeitkonto einen Puffer aufbauen, von dem er in der Umschulungsphase zehren könne.
Der Vorsitzende der CDU/CSU- Mittelstandsvereinigung, Josef Schlarmann, sagte der "Bild"-Zeitung: "Der Fachkräftemangel kann nicht mit Arbeitslosen oder älteren Arbeitnehmern beseitigt werden." Es müsse Zuwanderung geben. Wer das nicht wolle, müsse sich für eine Anhebung der tariflichen Arbeitszeiten von deutlich über 40 Stunden bei entsprechendem Lohnausgleich stark machen. Der Direktor des Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, verwies darauf, dass laut Gesetz sogar eine Wochenarbeitszeit von bis zu 48 Stunden erlaubt sei.
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte jüngst der Welt am Sonntag: "Die deutsche Wirtschaft braucht die Zuwanderung von qualifizierten Fachkräften." Ziel müsse allerdings sein, Zuwanderung zulasten der sozialen Sicherungssysteme zu begrenzen und gesteuerte Einwanderung von qualifizierten Arbeitskräften in Beschäftigung zu erleichtern.
Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank Jürgen Weise will zuerst des hiesige Potenzial nutzen. "das vorhandene Potenzial im Land sollte erst einmal genutzt werden. Wir können nicht zulassen, dass Menschen in Arbeitslosigkeit sind, nur weil ihre Talente nicht genutzt werden", sagte er der "Financial Times Deutschland".
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Quelle: dpa , AFP
Hofnarr schrieb:
am 23. Oktober 2010 um 16:44:45
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deutsche Trantüten
Wann begreift endlich die letzte deutsche Arbeiter-Trantüte das es endlich Zeit wird in manchen Belangen"französischer" zu werden!
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Mark H schrieb:
am 23. Oktober 2010 um 16:44:33
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45 Stunden Woche
Arbeite seit 20 Jahren in der Krankenpflege und der Job ist hart!
Wir machen genug Überstunden und viele Kollegen sind
schon vor Renteneintritt fertig.
Habe in meinem Beruf schon Kolleginnen pflegen und zusehen müssen, wie sie durch den Job kaputt gemacht und zum Pflegefall wurden.
Eine Kollegin ist nach Renteneintritt ehlendig in meinem Dienst gestorben und das war damals für mich sehr belastend!
Wie soll man da bis 67 durchhalten?
Glaube das ist Taktik und der Staat kann so Renten einsparen!
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Max Headroom schrieb:
am 23. Oktober 2010 um 16:44:06
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45-Stunden-Woche
Man sollte die Fachkräfte z.B. in der Pflege vielleicht angemessen bezahlen, dann wäre auch ein Anreiz da und wir hätten keinen Pflegemangel
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