03.09.2010, 13:18 Uhr | dpa, apn
Geldwäscher suchen ahnungslose Computernutzer (Foto: imago) (Quelle: imago)
Geldwäscher erfinden immer neue Methoden, um illegales in legales Geld zu verwandeln. Experten von Polizei und Finanzaufsicht haben jetzt vor neuen Maschen gewarnt, die sich vor allem ahnungslose Verbraucher als Ziele ausgesucht haben. Der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, warnte davor, sich im Internet als sogenannte "Finanzagenten" anheuern zu lassen. Die gegen Provision zur Verfügung gestellten Privatkonten würden regelmäßig zur Verschleierung illegaler Geldflüsse verwendet.
2009 sei die Zahl der Geldwäsche-Verdachtsanzeigen in Deutschland um 23 Prozent auf 9046 angestiegen, berichtete Ziercke. Zugenommen haben vor allem die Anzeigen gegen die Finanzagenten (2394 Fälle nach 971 im Vorjahr), die Zahlungen an kriminelle Hinterleute weiterleiten. Ziercke begrüßte die zunehmend härteren Strafen gegen leichtfertige Bürger.
Bei knapp der Hälfte aller Verdachtsanzeigen (46 Prozent) hat sich laut BKA der Verdacht einer Straftat erhärtet. In den meisten Fällen ging es um Betrug, aber auch große Ermittlungskomplexe gegen die Organisierte Kriminalität wurden über den Geldwäscheverdacht angeschoben. In 98 Verfahren vermutete die Polizei verdeckte Finanzierung von terroristischen Gruppen.
Neue Gefahren sehen die Ermittler mit internet- und handybasierten Zahlungssystemen, die teils anonymisiert genutzt werden können. Die meist in Irland oder Großbritannien sitzenden Dienstleister heuerten unerfahrene Agenten an. Bislang hätten sich rund 750 Agenten angemeldet, berichtete der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Jochen Sanio: "Geldwäscher gehören zu den kreativsten Menschen auf diesem Planeten."
Ziercke warnte die Bundesbürger, hochkriminellen Geldwäschern auf den Leim zu gehen. In Berlin sei eine Frau verurteilt worden, die gerade einmal 10 Euro Provision pro Geldüberweisung über ihr Privatkonto erhalten habe. Aber auch beim Ankauf von Handys und anderen Geräten dubioser Herkunft über das Internet ist nach den Worten des BKA-Präsidenten äußerste Vorsicht geboten. Eine große Rolle bei Geldwäsche-Delikten spielen auch im Ausland erworbene Prepaid-Karten für Mobiltelefone, die nicht den strengen deutschen Überwachungsbestimmungen entsprechen. Zudem wird das "Phishing", also das Ausspähen der PIN-Nummern von Geld- und Kreditkarten für kriminelle Zwecke zunehmend im Bereich der Geldwäsche genutzt.
Viele der gewaschenen Gelder stammen laut BKA von illegal abgeräumten Konten oder betrügerischen Internetgeschäften. Das Online-Banking werde immer unsicherer, warnte Ziercke, der selbst seine Bankgeschäfte nicht am Rechner abwickelt. Betroffen seien hunderttausende Bürger. Es gebe mittlerweile drei Familien von Computerspionageprogrammen, die im bislang "unvorstellbarem Ausmaß" gezielt das deutsche I-Tan-Verfahren angriffen, sagte er.
Die Präsidenten wehrten sich gegen EU-Kritik zur deutschen Geldwäsche-Politik. Sanio machte sich aber die EU-Kritik an den unzureichenden Bußgeldern zu eigen. Mit einer vom Verwaltungsrecht gedeckelten Höhe von höchstens 100.000 Euro seien sie "fast schon ein Witz" im internationalen Vergleich.
Quelle: dpa , dapd , t-online.de
r2d2 schrieb:
am 2. September 2010 um 09:11:51
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Internet-Business
Ich habe bereits vor längerem mein on-line-banking endgültig eingestellt und beschränke meine geschäftsmäßigen
Aktivitäten im Internet auf ein absolutes Minimum und außerdem nur über ein speziell für diesen Zweck eingerichtetes Konto, auf das dann bedarfsweise nur das nötigste eingezahlt wird. So wird zumindest der potentielle Schaden minimiert, denn wenn es zum Schaden kommt, steht man bei Banken und Sparkassen doch ziemlich allein im Regen.
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donner schrieb:
am 2. September 2010 um 00:48:27
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Experten warnen vor immer neuen Geldwäsche-Methoden
Macht euren Job und handelt. Haut dazwischen! Ihr hab das Wissen! Warnen reicht nicht.
Nicht jeder hat das Wissen sich dagegen zu wehren. Aber die Realität spricht für sich.
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