23.12.2011, 14:47 Uhr | dpa, dapd
Die nächste Geldspritze der Europäischen Zentralbank (EZB) steht bevor. Der Präsident der Währungshüter, Mario Draghi, hat allerdings Hoffnungen gedämpft, die Geschäftsbanken im Euroraum könnten wieder in großem Stil Anleihen von Krisenstaaten kaufen. Die Banken entschieden selbst, wie sie die von der Notenbank zur Verfügung gestellten Gelder einsetzten, betonte Draghi im Interview mit der britischen "Financial Times".
Eine Erwartung sei aber, dass sie mit dem Geld die Realwirtschaft finanzierten. Die EZB wird am Dienstag, dem 20. Dezember, das erste von zwei auf der letzten Zinssitzung angekündigten Refinanzierungsgeschäften mit der extrem langen Laufzeit von drei Jahren durchführen, um den angeschlagenen Bankensektor zu stützen und eine Kreditklemme zu verhindern. Damit stellt die EU-Notenbank den Geldhäusern erstmals Geld in unbegrenzter Menge und zu einem Niedrigzins von einem Prozent zur Verfügung.
Analysten hatten zuletzt die Hoffnung geäußert, die Kreditinstitute könnten mit dem Geld Staatsanleihen krisengeschüttelter Euro-Staaten kaufen. Auch der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte sich dahingehend geäußert. Im Stile eines sogenannten "Carry Trades", der auf Zinsdifferenzen zielt, könnte das ein lukratives Geschäft sein. Die Banken beziehen die Mittel zunächst zu dem aktuellen Niedrigzins. Italienische oder spanische Anleihen beispielsweise sind deutlich höher verzinst.
Experten verweisen jedoch auf das seit dem griechischen Schuldenschnitt stark belastete Vertrauensverhältnis zwischen privaten Gläubigern und öffentlichen Schuldnern. Zwar hatte EU-Ratschef Herman Van Rompuy auf dem jüngsten Gipfel betont, die private Gläubigerbeteiligung werde auf dem eingeschlagenen Weg nicht weiter verfolgt und Griechenland bleibe eine absolute Ausnahme. Dennoch blieben viele Details zur künftigen Handhabe bei Zahlungsausfällen unklar, so dass Investoren weiter zweifeln könnten.
Ein stärkeres Engagement der EZB zur Bewältigung der Schuldenkrise in Europa lehnte Draghi ab. "Geldpolitik kann nicht alles machen", erklärte der Italiener der "Financial Times" zufolge. Es sei an den Regierungen, mit Haushaltsdisziplin und Strukturreformen die Märkte zu überzeugen. Auch gebe es kein Renditeziel für Anleihen, bei dessen Überschreiten die EZB mit Käufen eingreife. Die EZB müsse sich an die Vorgaben der EU-Verträge halten, die ein Verbot der monetären Staatsfinanzierung enthielten.
Quelle: dapd , dpa
Kalk-ül schrieb:
am 19. Dezember 2011 um 13:41:44
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richtig so
Nur so kann es laufen. KEIN unbegrenztesa Geld, um die Schuldenberge mittels Notenpresse zu kompensieren. Das, was jedes Land nun
braucht, sind kreditive Mittel für Investitionen in die Real -und Produktivwirtschaft. Schuldendeckelung und Schuldenabbau ist nunmal eine Sache jedes belasteten Staates selbst, also in den Händen der betreffenden Politik - und nicht in den Händen der EZB.
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