07.03.2011, 15:02 Uhr | dapd, dpa
Die EZB warnt vor einem drastischen Anstieg der Inflation (Foto: imago) (Quelle: imago)
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins trotz der immer stärkeren Inflation auf dem Rekordtiefstand von 1,0 Prozent belassen. Das entschied der Rat der Bank auf seiner routinemäßigen Sitzung. Doch schon im April droht eine Zinserhöhung, wie EZB-Chef Jean-Claude Trichet andeutete. Der Euro ist daraufhin zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit vier Monaten gesprungen.
Trichet sagte, die Zentralbank bewahre "stärkste Wachsamkeit" hinsichtlich der Preisentwicklung. Eine Anhebung des Leitzinses bei der nächsten Sitzung des Zentralbankrates sei möglich. Das bedeute aber keine Vorabfestlegung.
Seit fast zwei Jahren verharrt der Leitzins auf dem niedrigen Niveau. Die Zentralbank hatte in der Finanzmarktkrise den Leitzins in mehreren Schritten auf den Wert gesenkt, den er seit 13. Mai 2009 unverändert beibehalten hat, um mit billigem Geld die Konjunktur in der Krise zu stützen. Da in dieser Zeit die Inflationsrate auf einem niedrigen Niveau verharrte, gab es keine Veranlassung für die Bank die Zinsen zu erhöhen, um die Inflation zu dämpfen. Doch schon seit einigen Monaten haben vor allem die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise für ein Comeback der Inflation geführt.
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Trichet erklärte, nach Einschätzung der EZB-Ökonomen werde die Inflation im laufenden Jahr zwischen 2,0 und 2,6 Prozent liegen, im Jahr 2012 zwischen 1,0 und 2,4 Prozent. Das sei mehr als noch im Dezember erwartet. Die Zahlen stammten von Mitte Februar; die jüngste Ölpreisentwicklung sei damit noch nicht einbezogen.
Von entscheidender Bedeutung sei es jetzt, sogenannte Zweitrundeneffekte zu vermeiden, betonte Trichet. Das bedeutet, dass die EZB deutlichere Steigerungen von Löhnen und Preisen und damit eine Beschleunigung der Inflation zu dämpfen trachtet.
Der Euro reagierte mit einem Kurssprung auf die Aussagen Trichets. Er kletterte am Nachmittag zeitweise auf ein neues Jahreshoch bei 1,3976 Dollar. Zuletzt war die Gemeinschaftswährung Anfang November 2010 auf diesem Niveau. Im weiteren Handelsverlauf ist der Euro dann auf 1,3945 Dollar zurückgefallen.
"Der klare Hinweis von EZB-Präsident Trichet auf eine schnelle Zinserhöhung hat die Finanzmärkte überrascht", sagte der Devisenexperten Thomas Amend von der HSBC Trinkaus-Bank. Die Märkte hätten bisher fest mit Zinserhöhungen frühestens ab Herbst gerechnet. Immerhin hätten die Hinweise des Notenbankchefs nicht auf eine Serie von Zinserhöhungen hingedeutet. Demnach dürften nach der Erhöhung im April weitere Zinsschritte erst mit einiger zeitlicher Verzögerung erfolgen, sagte Amend.
Kurzfristig werde der Euro die aktuellen Kursgewinne wohl nicht ganz halten können, sagte Amend weiter. Mit Blick auf die kommenden Wochen zeigte sich der Devisenexperte aber optimistischer für die Kursentwicklung der Gemeinschaftswährung. Dann rechnet er wieder mit Kursen über der Marke von 1,40 Dollar.
Quelle: dpa , dapd
Otto schrieb:
am 4. März 2011 um 07:22:02
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Zinsen
Es würde mich sehr freuen und ist längst überfällig. Allein mir fehlt der Glaube. Leider mischt die Politik da zu viel mit. Wohin
das führt sehen wir schon noch!
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Thomas schrieb:
am 3. März 2011 um 20:29:38
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Leitzins
Der jetzige Zins ist politisch gewollt. Eine Zinserhöhung ist überfällig.
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mmeyer schrieb:
am 3. März 2011 um 20:29:34
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EZB
Die spinnen bei der EZB...gerade ist der Aufschwung da, wird er auch schon wieder abgewürgt....
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