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EZB: Notenbank-Chef Trichet deutet Leitzinssenkung an

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Trichet: Zinssenkung schon kommende Woche?

27.10.2008, 17:32 Uhr

EZB-Chef Jean-Claude Trichet  (Foto: imago) EZB-Chef Jean-Claude Trichet (Foto: imago) Der EZB-Chef Jean Claude Trichet hat eine weitere Senkung der Leitzinsen in der Eurozone in Aussicht gestellt. Mit überraschend deutlichen Worten wies Trichet darauf hin, dass der EZB-Rat bereits kommende Woche die Zinsen weiter senken könne. Die Gefahren einer verstärkten Erhöhung der Verbraucherpreise seien zurückgegangen - und damit das Inflationsrisiko.

Wirtschaft im Klammergriff der Krise

Auf der nächsten Sitzung am 6. November könne der EZB-Rat möglicherweise eine Zinssenkung beschließen, sagte Trichet am Montag in Madrid. Das Wirtschaftswachstum im Euroraum werde sich weiter abschwächen. Die Unsicherheit bleibe hoch. Die mittelfristigen Aussichten für das Potenzialwachstum - also das mögliche Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in der Eurozone - seien beunruhigend. So werde die Inflation wahrscheinlich noch einige Zeit über einem vertretbaren Niveau bleiben. Erst 2009 dürfte sie zurückgehen.

EZB will Preisstabilität

Alle Entscheidungen der EZB seien durch das Ziel Preisstabilität dominiert. Deshalb strebe die EZB eine Inflationsrate von unter zwei Prozent an. Zudem sorge er sich wegen möglicher Zweitrundeneffekte. Hierunter versteht man die Verteuerung von Produkten in Folge von Lohnerhöhungen. Bei der Lohnentwicklung und der Preissetzung müssten solche Effekte vermieden werden.

Arbeitgeberverband fordert Leitzinssenkung

Unterstützung bekommt die EZB vom europäischen Arbeitgeberverband Businesseurope, der die Eurozone am Rande einer Rezession sieht. Um Schlimmeres zu vermeiden, müsse vor allem der Zugang der Unternehmen zu frischem Kapital gesichert werden. Dies könne die EZB durch die Senkung der Leitzinsen begünstigen, was die Kosten von Krediten vermindere. Businesseurope gehören 40 Arbeitgebervereinigungen aus 34 Ländern an, darunter die Bundesvereinigung der der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI).

Notenbanken senken gemeinsam die Leitzinsen

Erst Anfang Oktober hatte die EZB in einer konzertierten Aktion gemeinsam mit den wichtigsten internationalen Zentralbanken die Leitzinsen um 0,5 Punkte auf 3,75 Prozent gesenkt, um so die Wirtschaft anzukurbeln. Zudem sollte damit ein klares Signal gesetzt werden, dass die Notenbanken alles unternehmen, um die Finanzkrise zu bekämpfen.


 

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