Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft > Specials > Schuldenkrise >

EZB stemmt sich gegen weitere Anleihenkäufe

...

Euro-Schuldenkrise verschärft sich - kein Einlenken der EZB

25.11.2011, 16:23 Uhr | dpa-AFX

EZB-Gebäude in Frankfurt (Quelle: imago)

EZB-Gebäude in Frankfurt (Quelle: imago)

Die Euro-Schuldenkrise hat sich zum Ende einer Woche mit schlechten Nachrichten weiter verschärft. Immer mehr Anleger meiden italienische Staatspapiere, am Aktienmarkt zeichneten sich am zehnten Tag in Folge Verluste ab. Auch der Kurs des Euro, der in den vergangenen Wochen der Krise getrotzt hatte, gab deutlich nach. Vertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) lehnten erneut ab, dass die Notenbank massiv Staatsanleihen von Krisenländern aufkauft, um deren Kurse zu stützen. Aus der EU-Kommission hagelte es Kritik an Deutschland zögerlicher Rolle bei der Euro-Rettung.

Die Märkte zeigten sich vom "Mini-Gipfel" mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und dem italienischen Regierungschef Mario Monti am Vortag enttäuscht, hieß es. Merkel hatte die Hoffnungen auf Eurobonds und einen erweiterten Kriseneinsatz der EZB gedämpft.

Märkte reagieren enttäuscht auf "Mini-Gipfel"

Nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Luc Coene wäre es keine Lösung, dass die Notenbank in großem Stil Staatsanleihen der Schuldenländer kauft. "Wenn man einmal damit beginnt, muss man es aufrechterhalten, und das ist nicht vertretbar", sagte der Chef der belgischen Notenbank laut einem Bericht der belgischen Tageszeitung "De Tijd" (Freitag). EZB-Direktoriumsmitglied José Manuel González-Páramo bekräftigte am Donnerstagabend auf einer Veranstaltung der Universität Oxford: "Die EZB ist kein Kreditgeber der letzten Instanz für Staaten."

STELLENMARKT

Aktuelle Stellenangebote

Stellenmarkt bei t-online.de

Wählen Sie die gewünschte Branche aus:


Die Länder der Eurozone könnten nicht erwarten, dass die EZB ihre Defizite finanziere, betonte der Spanier González-Páramo. Sollte die aktuelle Entwicklung anhalten, sei eine zusätzliche Zinssenkung wahrscheinlich, sagte Coene. Zuletzt hatte die EZB den Leitzins im Euroraum Anfang November von 1,5 Prozent auf 1,25 Prozent gesenkt.

Italiens Anleihen geraten weiter unter Druck

Um dem Euro-Schwergewicht Italien kurzfristig Geld zu leihen, verlangen Investoren mehr Geld als jemals zuvor seit Einführung des Euro. Am Freitag kletterte die Rendite für Zweijahrespapiere der drittgrößten Volkswirtschaft im Währungsraum im Tagesverlauf auf ein Hoch von 7,77 Prozent. Auch deutscher Staatstitel, die zuletzt noch als "sicherer Hafen" galten, standen nach der schwachen Nachfrage bei einer Neuemission am Mittwoch weiter unter Druck. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg auf 2,235 Prozent.

Der Euro-Kurs und der deutsche Aktienindex Dax rutschten zwischenzeitlich auf die niedrigsten Stände seit Anfang Oktober. Im Mittagshandel fiel die Gemeinschaftswährung auf ein Tagestief bei 1,3233 US-Dollar. Im Verlauf der Woche musste der Euro damit unter dem Strich etwa drei Cent abgeben. Der Dax büßte bis zum Mittag 0,73 Prozent auf 5388 Punkte ein - an den vorangegangenen Verlusttagen hatte er bereits um bis zu zwölf Prozent nachgegeben.

Kritik an deutscher Eurobonds-Ablehnung

Die Vize-Chefin der EU-Kommission, Viviane Reding, kritisierte Deutschlands zögerliche Haltung in der Krise. Mit Blick auf die Ablehnung gemeinsamer Staatsanleihen der Euro-Länder sagte Reding dem Saarländischen Rundfunk: "Ich sehe immer wieder, dass Deutschland als Reaktion immer ein Nein hat, und dann fängt man erst mit der Diskussion an." Kommissionspräsident José Manuel Barroso hatte am Mittwoch erste Pläne für sogenannte Eurobonds vorgestellt.

Vier von fünf Deutschen halten nichts von einer Einführung der Eurobonds, die die Zinslast für Deutschland erhöhen, für die Krisenstaaten jedoch senken würden. In einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF-Politbarometers sprachen sich 79 Prozent der Befragten dagegen aus. Auch Kanzlerin Merkel lehnt die Gemeinschaftsanleihen ab. Die Rückendeckung für die Kanzlerin nimmt zu: Während 45 Prozent der Deutschen Anfang Oktober meinten, Merkel mache einen guten Job bei der Krisenbewältigung, sagen dies inzwischen 63 Prozent.

Ungarn wehrt sich gegen Moody's-Herabstufung

"Deutschland ist ganz sicher ein sehr wichtiger Mitgliedsstaat, hat eine fundamentale Rolle, entscheidet aber nicht allein", betonte ähnlich wie Reding EU-Währungskommissar Olli Rehn am Freitag bei einer Anhörung im Abgeordnetenhaus in Rom, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Rehn war für Gespräche unter anderem mit dem neuen Regierungschef Monti nach Italien gereist. Die EU-Kommission überwacht die römischen Maßnahmen gegen die hohe Verschuldung und für mehr Wachstum. Man wolle den ersten Bericht dazu am kommenden Dienstag vorlegen, sagte Rehn.

Die ungarische Regierung hat unterdessen die Abstufung der Kreditwürdigkeit des Landes durch die Ratingagentur Moody's als "spekulativen Angriff" bezeichnet, zumal sich die Haushalts- und Konjunkturdaten günstig entwickelt hätten. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban berief eine Krisensitzung mit Wirtschaftsexperten ein. Ungarn ist Mitglied der EU, nicht jedoch der Eurozone. Erst vergangene Woche hatte das osteuropäiche Land den Internationalen Währungsfonds (IWF) und die EU angesichts drohender Abstufung durch die Rating-Agenturen um Hilfe gebeten.


Strompreise
Was Sie schon immer über Energie wissen wollten
Was Sie schon immer über Energie wissen wollten (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wir präsentieren in unserem großen Energiespecial die wichtigsten Infos zu Strom und Gas im Haushalt. Strompreise

Quelle: dpa-AFX

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"EZB stemmt sich gegen weitere Anleihenkäufe" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "EZB stemmt sich gegen weitere Anleihenkäufe" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (31)

zum Forum

Thema: "EZB stemmt sich gegen weitere Anleihenkäufe"

Euroretter schrieb: am 30. November 2011 um 10:23:16
(2) (0) EU-Kritik
Dass die EU zufrieden ist macht die BRD eine Währungsreform alle Einkommen, Spareinlagen u.Vermögen des Volkes werden
halbiert,die Preise und Steuern bleiben gleich.BRD kann den Rettungsschirm um weitere 5oo Millarden erweitern. Angie bekommt dann von allen EU-Ländern Küsschen!So ist es doch gewollt?
mehr Kommentar melden

geka schrieb: am 29. November 2011 um 22:10:02
(0) (0) EU-Kommission
Kritik aus der EU-Kommission. Das ich nicht lache. Diese Pfeifen tragen ein hohes Maß an Mitschuld, daß die Pleiteländer
Griechenland und Italien in die EU aufgenommen worden sind, obwohl die Betrügereien allen bekannt waren.
mehr Kommentar melden

B.L. schrieb: am 28. November 2011 um 00:11:47
(1) (0) €-Bonds
Eine Möglichkeit wäre, wenn alle Mitglieder der EU sich am €-Bond beteiligen. Z.B. auch Briten, Schweden, Dänen usw !
Vielleicht wird der Tenor dann ein anderer sein. Wozu werden eigentlich die Währungsreserven der €-Länder gebraucht ? Sie sollten zum Schuldenabbau u/o zur Sicherheit für neue Kredite herhalten. Gleichfalls könnten die Währungsreserven obiger EU-Länder eingesetzt werden. Neben der, daß D zahlen soll, gibt es noch viele andere Möglichkeiten. Oder Austreten bevor der Strudel uns...
mehr Kommentar melden

alle Kommentare
Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr
Shopping

Einkaufswelt
Premium-Freizeitmode
BRAX - Premium-Mode vom Passformspezialisten

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special

Einkaufswelt
Gabor bei Siemes.de
Gabor-Schuhe bei siemes.de

Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten

Einkaufswelt
Fußball-EM 2012
Perfekt ausgestatten für die Fußball-EM 2012 mit GINGAR.de

Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de

Einkaufswelt
14,95 €-Gutschein sichern
Gutschein-Aktion bei KLiNGEL.de

Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de


Downloads & Shops

Minus 29%: CutOut PRO
CutOut PRO (Quelle: Softwareload)

Der Meister für feinste Freistellungen und präzise Montagen. mehr

Historische Traktoren
Agrar Simulator: Historische Landmaschinen (Quelle: Koch Media)

Landmaschinen der 50er bis 70er Jahre fahren. Spiel jetzt kaufen

Badeurlaub in Kroatien ab 572,- €/P.
Last Minute bei t-online.de Reisen (Quelle: t-online.de)

1 Woche im 4-Sterne- Hotel mit AI und Flug.


Aus anderen Bereichen

Die Deutschen könnten im Geld baden
Baden im Vermögen: So reich wie heute waren die Deutschen noch nie (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wieso die Vermögen so rasant steigen. mehr

Skandalspiel: Hertha hat irren Plan
Die Hertha-Mitglieder sollen über eine weiter Klage entscheiden. (Quelle: imago)

So soll es nach dem Urteil weitergehen. mehr


Anzeigen

Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige