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Fachkräftemangel ist offenbar ein Märchen

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Das Märchen vom Fachkräftemangel

16.11.2010, 13:56 Uhr | Spiegel Online

Schiffsdieselbau bei MAN in Augsburg: These vom Fachkräftemangel offenbar falsch (Foto: ddp)

Schiffsdieselbau bei MAN in Augsburg: These vom Fachkräftemangel offenbar falsch (Foto: ddp) (Quelle: ddp)

Die deutsche Industrie klagt seit Jahren über den Mangel an Fachkräften und vermeintlich fatale Folgen für die Wirtschaft. Forscher haben sich die populäre These genauer angeguckt - und sind zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen: Sie ist falsch.

Die Rechnung der deutschen Industrie geht seit Jahren so: Weil Techniker und Computerexperten fehlen, exportiert die Bundesrepublik weniger als möglich. Und die Firmen stellen entsprechend auch weniger einfach qualifizierte Arbeitskräfte ein. Deshalb gefährdet der Mangel an Fachkräften nicht nur den aktuellen Aufschwung, sondern auch langfristig die Entwicklung der Wirtschaft.

Industriearbeitsplätze gingen in der Krise verloren

So einprägsam diese gängige Rechnung auch ist: Sie ist falsch, sagen Arbeitsmarktexperten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). In ihrem Wochenbericht, der am Dienstag veröffentlicht wird, setzen sich die Forscher mit den Klagen der Arbeitgeberverbände auseinander, die sich in erster Linie auf Umfragen in den Unternehmen stützen. Danach fehlen mehr als 60.000 Mathematiker, Informatiker, Techniker und Naturwissenschaftler.

All das sei erstaunlich, weil der Wirtschaftseinbruch die Industrie 2009 "besonders hart" getroffen habe und "der Arbeitsplatzabbau gerade erst zum Stillstand gekommen ist", schreibt DIW-Experte Karl Brenke. Im vergangenen August habe die Zahl der Beschäftigten in der Industrie um 300.000 unter dem Niveau vor der Krise gelegen.

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Kurzfristige Probleme der Befragten

Die Umfragen der Arbeitgeber, in denen der Fachkräftemangel festgestellt werde, hätten da nur eine begrenzte Aussagekraft. Sie spiegelten allenfalls die kurzfristigen Probleme der jeweils Befragten, schreibt Brenke. Andere Faktoren dagegen ließen den klaren Schluss zu, dass von einem grundlegenden Fachkräftemangel keine Rede sein könne.

Schon ein Blick auf die Entwicklung der Gehälter zeige, dass es kein akutes Problem geben könne. Fachkräfte hätten bei der Lohnentwicklung nicht besser abgeschnitten als die übrigen Arbeitnehmer, das zeige die amtliche Erhebung der Arbeitnehmerverdienste. "Bei Investitionsgüterherstellern mussten leitende Angestellte im zweiten Quartal sogar Reallohneinbußen hinnehmen", schreibt Brenke. Bei Knappheit müsste es dagegen eine überdurchschnittliche Gehaltssteigerung geben.

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Mehr Arbeitslose als offene Stellen

Als weiteres Indiz wider die These vom Fachkräftemangel führt Brenke die Arbeitsmarktstatistik an. Demnach waren im März in fast allen Fertigungsberufen weniger Menschen beschäftigt als im Vorjahresmonat. Auch die aktuelle Entwicklung bestätige den Trend: Dank des Aufschwungs gebe es zwar wieder weniger Arbeitslose, aber in fast allen Berufen noch deutlich mehr als vor der Krise - und ihre Zahl sei fast überall größer als die Zahl der offenen Stellen.

Und die Zukunftsaussichten? Ebenfalls gut, befindet Brenke mit Verweis auf die hohe Zahl der Ingenieurstudenten. Speziell das Maschinenbaustudium sei inzwischen nach Betriebswirtschaft das beliebteste Fach. Pro Jahr werden nach der Schätzung des Experten allenfalls rund 9000 Jobs im Maschinenbau frei, weil ältere Arbeitnehmer in den Ruhestand gingen. Demgegenüber machten allein im Wintersemester 2009/2010 mehr als 23.000 Studenten erfolgreich ihr Examen.

Auch genügend Ingenieure vorhanden

Damit wäre also nicht nur der Ersatzbedarf gedeckt gewesen - sondern es hätten zusätzlich acht Prozent mehr Ingenieure eingestellt werden können, rechnet Brenke vor. Anzeichen für einen solchen Beschäftigungsaufbau gebe es aber nicht.

Auch die betriebliche Ausbildung lasse keinen Rückschluss auf einen Fachkräftemangel erkennen. Für die 53.000 angebotenen Lehrstellen fänden sich nur in einigen Dienstleistungsberufen - bei Klempnern oder Bäckern - nicht genug Bewerber.


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Quelle: Spiegel Online

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Kommentare (668)

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Thema: "Fachkräftemangel ist offenbar ein Märchen"

OldieButGoldie schrieb: am 16. November 2010 um 19:38:45
(0) (0) Fachkräftemangel & Arbeitslose über 60
Nun hat auch der Arbeitgeberverband sich für die Rente mit 67 ausgesprochen. Gleichzeitig spricht
er von einem Fachkräftemangel, obwohl mehrere Gutachten diese Aussage verworfen haben. Und die Zahl der Arbeitslosen über 60 nimmt zu. Also gehe ich davon aus, das die Arbeitgeber in Kürze Frau von der Leyen das Angebot einer Arbeitsplatzgarantie für über 55jährige anbieten werden, um den eigenen Problemen zu begegnen. Prima, Herr Hundt, dass sie nun endlich auch Solidarität zeigen!
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Stefan schrieb: am 16. November 2010 um 19:31:52
(0) (0) Lächerlich
Wir haben genügend Facharbeiter ,und genügend Arbeitslose .Alles Politik damit noch mehr Leute für wenig Geld Arbeiten müßen
wollen sie noch mehr nach Deutschland holen.Um so mehr Bewerber auf eine offene Stelle um so geringer wird das Gehalt .Einfach und Logisch,so wie die Ausbeutung von 1 Euro Jobs.
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Heinz Hofmannstal schrieb: am 16. November 2010 um 19:26:48
(2) (0) Märchen
Märchen haben viele Namen: Aufschwung, Fachkräftemangel, Arbeitslosenzahl usw. Aus dem Lande der Dichter und Denker ist das Land
der Dichter und Märchenerzähler aus Tausend und einer Nacht geworden. Realität ist: Denk ich an Deutschland in der Nacht so bin ich um meinen Schalf gebracht!
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