Sozialverbände fordern deutlich mehr Kindergeld (Quelle: imago)Ein Bündnis von Sozialverbänden und Wissenschaftlern hat vom Staat gefordert, 500 Euro monatlich für jedes Kind zu zahlen. Diese Kindergrundsicherung solle vor allem die Chancen der 2,4 Millionen Kinder verbessern, die in Armut leben. "Damit könnte der Staat zeigen, dass ihm alle Kinder gleich viel wert sind", sagte Christiane Reckmann vom Arbeiterwohlfahrt Bundesverband (AWO).
Allerdings würde sie durch Streichung aller bisherigen Familienleistungen wie Kindergeld, Sozialgeld, BAföG oder Ehegattensplitting zu 90 Prozent gegenfinanziert, rechnete Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, vor. Auch sollen die 500 Euro versteuert werden. Damit bliebe armen Familien meist alles davon, während Gutverdiener nur einen Teil behalten würden.
Breites aus der Sozialpolitik
Dem Bündnis Kindergrundsicherung gehören neben AWO und Kinderschutzbund auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, der Verband Pro Familie und das Zukunftsforum Familie an. Unterstützt wird es von diversen Wissenschaftlern, darunter der Sozialwissenschaftler Hans Bertram von der Berliner Humboldt Universität, der auch Familienministerin Ursula von der Leyen berät.
Unterschiedliche Förderung abhängig vom Einkommen der Eltern
Das Bündnis kritisiert, dass gegenwärtig Kinder abhängig von der Einkommenssituation ihrer Eltern sehr unterschiedlich gefördert werden. So erhielten Kinder von Arbeitslosen und Geringverdienern je nach Alter Sozialgeld in Höhe von 211 bis 281 pro Monat. Bei Familien mit unterem und mittleren Einkommen werde Kindergeld gezahlt: 164 Euro für das erste und zweite, 195 Euro für alle weiteren Kinder.
Besserer Steuerabzug bei höheren Einkommen
Bei höheren Einkommen wirkten sich die steuerlichen Kinderfreibeträge stärker aus. Die maximale Entlastung betrage hier gegenwärtig 240 Euro im Monat. Dazu kämen die steuerliche Abzugsfähigkeit für die Kinderbetreuung und Privatschulen, die von höheren Einkommen stärker genutzt werden könne.