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Fast 200.000 Geheimnummern am Geldautomaten abgefischt

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Fast 200.000 Geheimnummern am Geldautomaten abgefischt

10.05.2011, 15:54 Uhr | dpa, bv

Schwachstelle bei Geldautomaten: Eingabe der Geheimzahl (Foto: imago) (Quelle: imago)

Schwachstelle bei Geldautomaten: Eingabe der Geheimzahl (Foto: imago) (Quelle: imago)

Datendiebstahl an Geldautomaten hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) wurden etwa 190.000 Kartenkunden Opfer von sogenannten Skimming-Delikten. Dabei werden die Geheimzahlen bei der Eingabe am Geldautomaten ausgespäht. Die Betrüger verursachten einen geschätzten Schaden von 60 Millionen Euro, 20 Millionen mehr als 2009. Insgesamt wurden knapp 3200 Angriffe auf Geldautomaten gezählt. Im März 2011 seien außerdem erstmals in Deutschland auch Fälle bekanntgeworden, bei denen Fahrkartenautomaten der Deutschen Bahn manipuliert und Kartendaten samt Geheimzahl gestohlen wurden.

Wegen der Umstellung auf Chiptechnik erwarten Behörden und Kreditwirtschaft künftig aber einen Rückgang der Kartenkriminalität. Bereits in den ersten vier Monaten 2011 sei die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 40 Prozent gesunken, sagte der Geschäftsführer von Euro Kartensysteme, Hans-Werner Niklasch. Die Frankfurter Firma ist ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft.

Zugriff bald nur noch über den Chip

Die deutschen Banken und Sparkassen haben ihre Karten neben den Magnetstreifen mittlerweile fast zu 100 Prozent mit Chips ausgestattet. Zahlungen und Geldabhebungen per EC-Karte sollen nach und nach nur noch über den elektronischen Chip abgewickelt werden.

"Der Magnetstreifen wird mittelfristig tot sein", sagte Niklasch. Das werde aber noch drei bis vier Jahre dauern, der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) arbeite daran. Das Bundeskriminalamt fordert schon seit langem eine schnelle Umstellung ausschließlich auf Chip-Technik. Die Geldinstitute halten den Magnetstreifen aber vorerst für unverzichtbar, weil er im Ausland, vor allem außerhalb Europas, vielerorts weiterhin gebraucht wird. "Größtes Problem sind die USA, die noch nicht auf Chip-Technik umsteigen", sagte Niklasch.

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Magnetstreifen könnte deaktiviert werden

Um Kartenbetrügern das Leben schwer zu machen, appellierte Ziercke an die Banken, die Einsatzmöglichkeiten für EC-Karten mit Magnetstreifen zu begrenzen. So könnten Karten für einen Einsatz in "Nicht-Chip-Ländern" grundsätzlich deaktiviert werden. Wenn ein Kunde die Karte dort verwenden wolle, müsse er sie erst aktivieren lassen. Einige Kreditinstitute griffen bereits zu dieser Maßnahme, sagte Ziercke. Sinnvoll sei es zudem, wenn Kartenkunden von ihrer Bank sofort per SMS über Auslandsumsätze mit ihrer Karte informiert würden. Immerhin müssen sich die Kunden in der Regel keine Sorgen machen: Die Kreditwirtschaft erstattet durch Skimming entstandene Schäden.

Am Täterkreis hat sich nach BKA-Angaben nicht viel geändert. Die Kartenbetrüger stammen zumeist aus Rumänien und Bulgarien. Sie rücken den Geldautomaten mit Minikameras, Mikrofonen und Tastaturattrappen zuleibe, die für den normalen Bankkunden so gut wie nicht zu erkennen seien. Die ermittelten Kartendaten und Geheimzahlen übertragen die Täter auf Kartenrohlinge mit Magnetstreifen. Mit diesen "White Plastics" wird dann im Ausland Geld abgehoben, zunehmend in Südafrika, Kenia, den USA, Kanada und der Dominikanischen Republik.

Manipulationen sind oft unsichtbar

Die Manipulationen am Geldautomaten sind auch bei näherem Hinsehen kaum zu erkennen, wie die Polizei demonstrierte (siehe Video). Gegen Kameras hilft das Abdecken der Finger bei der Eingabe mit der freien Hand. Falls jedoch das Tastenfeld mit einer Attrappe überklebt wurde, die die Eingaben mitprotokolliert, nützt auch das nichts. Da auch Mikrofone zum Einsatz kommen, rät das BKA, die Geheimzahl beim Eingeben nicht vor sich hin zu murmeln. Beliebt bei den Betrügern sind übrigens Automaten an vielbesuchten Orten wie Fußgängerzonen und Bahnhöfen. Abseits gelegene Geldautomaten wären damit sicherer.

Erst im Februar hatte die Polizei vor der neuen Betrugsmasche "Cash-Trapping" gewarnt. Dabei wird der Bankautomat so manipuliert, dass das Geld im Ausgabeschacht hängenbleibt. Falls das passiert, sollte sich der Kunde nicht vom Automaten wegbewegen, da die Betrüger die Scheine sonst herausfischen, wenn die Luft rein ist.


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Quelle: dpa , AFP , t-online.de

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Kommentare (21)

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Thema: "Fast 200.000 Geheimnummern am Geldautomaten abgefischt"

Eva schrieb: am 28. November 2011 um 17:05:37
(7) (0) nichts ist wirklich sicher!
Bin selbst vor 2 Wochen Opfer von skimming geworden,Anruf von der Bank erhalten, Kto wurde in Asien
leergeräumt.Auch wenn man alles erstattet bekommt ( bislang noch nicht,wurde jedoch versichert), hat man nur Rennerei, viele Besuche bei der Polizei+ Bank und hat ein mehr als mulmiges Gefühl bei jeder unbaren Zahlung! Man muss sich selbst erklären,das ist ja das Dilemma,auch wenn man meint,alles richtig gemacht zu haben.. Stress pur!
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erst denken dann schreiben schrieb: am 23. August 2011 um 01:11:35
(9) (3) Geheimnummern abgefischt
Genau deshalb habe ich nie Geld auf meinem Konto. Das ist der beste Schutz.

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fred schrieb: am 1. Juni 2011 um 09:38:36
(14) (0) Betrug am Bankkunden
Ich habe vor einigen Jahren von einer Methode gehört, bei der der Person die am Automaten Geld abheben möchte die
Augenpupillen abgescannt werden könnten oder dass man den Daumen an eine Ablesestelle drückt. Auf diese Weise wäre man vor Betrug geschützt. Ist wie gesagt Jahre her und nichts wurde bisher unternommen!
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