Chrysler und Fiat melden Rahmenabkommen für Allianz (Foto: dpa)Der ums Überleben kämpfende US-Autobauer Chrysler hat sich mit dem italienischen Fiat-Konzern auf die Rahmenbedingungen für die angestrebte Allianz geeinigt. Die Vereinbarung habe die Unterstützung des US-Finanzministeriums, teilte Chrysler am am Sitz in Auburn Hills im US-Bundesstaat Michigan mit. Das endgültige Abkommen stehe aber noch aus, stellte der US-Hersteller später klar.
US-Präsident Barack Obama hatte zuvor weitere Unterstützung für Chrysler ausdrücklich von einer Partnerschaft mit Fiat abhängig gemacht. Chrysler alleine sei nicht überlebensfähig. Obama gab Chrysler 30 Tage Zeit, die bereits im Januar erstmals angekündigte Allianz unter Dach und Fach zu bringen. Falls dies klappt, soll Chrysler bis zu sechs Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) erhalten. Sollten die Verhandlungen jedoch scheitern, werde es keine weitere Finanzierung geben, hieß es in Washington. Im Gespräch war bislang, dass Fiat im Gegenzug für einen weitgehenden Technologietransfer einen Anteil von 35 Prozent an dem US-Autobauer erhält.
Italiener optimistisch
Fiat-Chef Sergio Marchionne bekräftigte den Willen zu einer Partnerschaft. "Ich danke Präsident Obama für seine Wertschätzung und seine Förderung des Zusammenschlusses von Chrysler und Fiat", erklärte er in einer Pressemitteilung. Die Allianz werde Chrysler helfen, sich finanziell zu erholen, und dazu beitragen, Arbeitsplätze in den USA zu sichern.
Fiat zahlt mit Technologie
Der Einstieg von Fiat soll Chrysler mit dringend benötigten kleinen Modellen und spritsparenden Technologien versorgen. Die Italiener erhoffen sich umgekehrt Zugang zum US-Markt. In einem ersten Schritt ist früheren Angaben zufolge eine Beteiligung von 35 Prozent geplant.
Daimler hält Chrysler-Anteile
Der deutsche Daimler-Konzern hält an der früheren Tochter Chrysler noch knapp 20 Prozent. Die Mehrheit hatte Daimler bereits 2007 an den US-Finanzinvestor Cerberus verkauft. Daimler will seinen Anteil so schnell wie möglich loswerden.
Börse applaudiert Fiat
Die Börse reagierte auf die neueste Entwicklung mit Applaus: Die Fiat-Aktie zog in Mailand bis zum Mittag in einem freundlichen Gesamtmarkt um 8,7 Prozent auf 5,20 Euro an. Offensichtlich vermuteten Börsianer ein gutes Geschäft für Fiat, da Chrysler mit dem Rücken zur Wand steht und keine Bedingungen für eine wie auch immer geartete Zusammenarbeit stellen kann. Die Daimler-Aktie gab bis zum Mittag um 0,8 Prozent auf 18,76 Euro nach.