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Finanzinvestoren retten Energiewende

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Finanzinvestoren retten Energiewende

02.01.2012, 12:43 Uhr | Financial Times Deutschland

Der dänische Investor Brancor Capital investiert in Offshore-Windkraft (Quelle: dpa)

Der dänische Investor Brancor Capital investiert in Offshore-Windkraft (Quelle: dpa)

Internationale Finanzinvestoren werden zum wichtigsten Treiber der Energiewende: Erneut hat ein Private-Equity-Unternehmen einen Hochseewindpark gekauft. Das könnte einen Durchbruch für Alternativen zur Atomkraft bedeuten.

Weiteres Unternehmen investiert in Windenergie

Binnen nur fünf Monaten hat bereits das dritte Private-Equity-Unternehmen den Einstieg in die Offshore-Windkraft in Deutschland angekündigt. Brancor Capital kauft dem Projektentwickler PNE Wind die Rechte für den Windpark Gode Wind II in der Nordsee ab. Dafür zahlt der dänische Investor rund 80 Millionen Euro. Die Entwicklung des Parks, der 2015 fertig werden soll, wird mehr als eine Milliarden Euro kosten.

Mit dem Einstieg der Investoren rückt die Lösung für eines der größten Probleme der Windenergie auf hoher See näher: die Finanzierung. Die milliardenschweren Projekte verzögern sich seit Jahren, weil Geldgeber wie Energieversorger oder Banken bislang die technischen Risiken scheuen.

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Erfolg der Energiewende entscheidend für Klimaziele

Die Offshore-Windkraft ist der größte Hoffnungsträger der Energiewende. Scheitert ihr Ausbau, sind die ehrgeizigen Klimaziele der Bundesregierung nicht zu schaffen. Bis 2030 soll sie einen Anteil von 15 Prozent an der Stromerzeugung haben, genug, um die Atomkraftwerke zu ersetzen. Bislang sind in Deutschland aber erst drei Offshore-Windparks am Netz, zwei kleine und ein halb fertiger.

Förderungen locken Investoren

Lange Zeit galten die Offshore-Parks als zu schwer kalkulierbar und damit selbst für die Investoren zu riskant, die den Großteil ihrer Engagements fremdfinanzieren. Die Bundesregierung hat inzwischen die Förderung verbessert. Außerdem hat die staatliche KfW ein Kreditprogramm über fünf Milliarden Euro aufgelegt, um Private-Equity-Unternehmen in die Windkraft zu locken. Daraufhin brachte der US-Marktführer Blackstone im Sommer nach langer Verzögerung die Finanzierung für das Projekt Meerwind zustande und erwarb ein zweites. Kürzlich übernahm der Düsseldorfer Investor Ventizz einen Park von PNE Wind. Blackstone, Ventizz und Brancor planen weitere Zukäufe.

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"Die Finanzinvestoren haben erkannt, dass sich gute Renditen erwarten lassen, besonders wenn man früh einsteigt und auch gewisse Risiken eingeht", sagte PNE-Wind-Chef Martin Billhardt der "FTD". "Das ist absolut ein Trend und passt zu ihrem Geschäftsmodell." Weitere Interessenten aus der Branche, aber auch Energieversorger hätten sich für Gode Wind II interessiert. Wenn die Parks fertig sind, wollen die Finanzinvestoren sie gewinnbringend weiterverkaufen. Langfristige Anleger wie Pensionskassen stehen dafür bereit.

Hindernis Anbindung ans Stromnetz

Das große Interesse an Gode Wind II rührt vor allem daher, dass der Netzbetreiber Tennet den Anschluss des Windparks für Mitte 2014 zugesichert hat. Verzögerungen bei der Anbindung ans Stromnetz sind neben der Finanzierung das größte Hindernis für den Offshore-Ausbau.

Investitionen sollen sich verdreifachen

PNE Wind rechnet mit KfW-Krediten von rund 400 Millionen Euro für die 84 Windräder in der See vor Norderney. Zwölf Privatbanken wollen Fremdkapital beisteuern, wenn Brancor 30 Prozent Eigenkapital mitbringt. Bis Ende 2012 will die Gesellschaft bei institutionellen Investoren aus Skandinavien und Verwaltern von Familienvermögen Geld einsammeln.

Deutsche Windparks auf hoher See (Quelle: dpa) Deutsche Windparks auf hoher See (Quelle: dpa)

Der europäische Windverband Ewea erwartet, dass sich die jährlichen Investitionen in Offshore-Windkraft in Europa bis 2020 auf rund 10 Milliarden Euro mehr als verdreifachen. Vor dem Einstieg der Finanzinvestoren haben fast nur Energieversorger dort investiert - die Windbranche warf ihnen dabei zögerliche Entscheidungen vor. Auch bei den Versorgern stehen aber größere Summen bereit. So prüft E.ON den Bau eines Windparks in der schwedischen Ostsee. Erwartete Kosten: bis zu 2,2 Milliarden Euro.


Quelle: Financial Times Deutschland

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Kommentare (14)

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Thema: "Finanzinvestoren retten Energiewende"

michl schrieb: am 31. Dezember 2011 um 07:50:38
(6) (0) windparks
Die amerkanischen und englischen Finanzinvestoren bauen Windparks mit KfW Fördergeldern. Den Bau machen die chinesischen
Hersteller weil die die deutsche Technik billiger herstellen. Zahlen wird am Ende dann alles der deutsche Verbraucher und Steuerzahler. Das ist kluge Planwirtschaft, in der DDR gelernt und für die Finanzwelt angewandt. Bravo deutsche Politik und Volksverdummung.
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blofield schrieb: am 31. Dezember 2011 um 00:22:07
(11) (0) "wertschöpfung"
ein projektentwickler verkauft ein projekt - das noch nicht fertig gestellt ist - an einen "investor". der
bezahlt mit geld, das er von einer staatlichen institution zu mini-zinsen (und mit nicht rückzahlbarer zusatz-prämie) geliehen hat. der investor verkauft nach fertigstellung (mit vermutlich mind. 20% rendite) an die o.g. pensionsfonds, die ihren mitgliedern dann mit müh und not 1,5% im jahr ausschütten können. SOOO geht KRISE!!
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Uwe 1,5 schrieb: am 30. Dezember 2011 um 19:37:32
(8) (1) Finanzinvestoren/Energiewende
Merkel&Co sollten echt den Abflug machen.Anstatt Peanuts von ein paar Milliarden für die Energiewende
einzusetzen,belasten sie uns über das EEG und anderen Schwachsinn und überlassen das zusätzliche verdienen dann Privatinvestoren!! Die in wirklichkeit so gut wie nichts Investieren müssen und sofort verdienen!!! Erinnert euch!! Die legen ihre Schulden für Erwerb und Aufbau eines Unternehmens,voll in die Bilanz des Unternehmens,machen sofort Gewinn egal ob das Unternehmen hopps geht!!
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