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Bundesbank warnt vor Rückkehr der Finanzkrise
17.08.2009, 19:54 Uhr | cs
Bundesbank-Chef Axel Weber: Warnung vor zu frühem Ende der Finanzkrise (Foto: ddp)Bundesbank-Präsident Axel Weber hat vor einer zweiten Runde in der Finanzkrise gewarnt. Obwohl die deutsche Wirtschaft die Talsohle erreicht habe, drohte nun eine weitere Krisen-Phase, in denen Arbeitslosigkeit, Firmenpleiten und Kreditausfälle deutsche Banken unter Druck bringen könnten. "Ich warne davor, das Ende der Finanzkrise zu früh auszurufen", sagte Weber der "Süddeutschen Zeitung".
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Neue Lasten durch Kreditausfälle
Der Abschwung schlage sich bei Banken erst zeitlich verzögert nieder. Deshalb seien die deutschen Banken und Sparkassen noch nicht über den Berg. Die Vorsorge für Kreditrisiken dürfte erheblich steigen und der Zinsüberschuss entsprechend zurückgehen. Einige könnten auch noch beim Bankenrettungsfonds SoFFin vorstellig werden.
"Banken müssen widerstandsfähiger werden"
Gleichzeitig sorgte sich Weber, dass viele Institute, bedingt durch Auflagen und Verkleinerungen, sich wieder auf ihren Heimatmarkt zurückzögen. "Es gab bislang nur wenig grenzüberschreitende Fusionen im Euroraum, von Ausnahmen wie
Unicredit und HVB abgesehen." Die Größe dürfte bei der Regulierung nicht im Mittelpunkt stehen. "Alle Banken, gerade auch die großen, müssen widerstandsfähiger werden. Sie brauchen höhere Eigenkapitalpuffer, größere Liquiditätspolster und ein besseres Risikomanagement." Außerdem forderte Weber eine bessere Überwachung der Finanzmärkte und ein spezielles Insolvenzrecht für Banken.
Deutschland hat die Talsohle erreicht
Der Bundesbank-Chef betonte in dem Interview, die deutsche Wirtschaft habe mit dem leichten Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal zwar die Talsohle erreicht. Allerdings drohe nach dem Auslaufen der Kurzarbeit ein Anstieg der Arbeitslosigkeit. "Das könnte den Konsum belasten, dürfte aber die Erholung insgesamt nicht gefährden, höchstens deren Dynamik schwächen."
Forderung nach schnellem Schuldenabbau
Die Bundesbank hatte für 2009 mit einem gesamtwirtschaftlichen Minus von sechs Prozent gerechnet. Weber sagte, vermutlich dürfte es etwas günstiger laufen. Von der nächsten Bundesregierung fordert der Notenbankpräsident einen schnellen Abbau der stark gestiegenen Staatsschulden. "Das muss ein zentrales Element des Koalitionsvertrages sein." So forderten der europäische Stabilitätspakt und die erst kürzlich installierte Schuldenbremse eine entschlossene Haushaltskonsolidierung. Zum Schuldenabbau gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder die Ausgaben drastisch herunterfahren oder höhere Steuern. Weber mahnte auch die Banken erneut, den Firmen genügend Darlehen zur Verfügung zu stellen.
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Quelle: dpa-AFX
, t-online.de
, dapd