Auch Intels neuester Chip Core i7 konnte die Bilanz nicht retten (Foto: Reuters)Die Konjunkturkrise schlägt zu: Der erfolgsverwöhnte US-Chiphersteller Intel hat im vierten Quartal 2008 einen Gewinn- und Umsatzeinbruch erlitten. Der Nettogewinn sackte um satte 90 Prozent auf 234 Millionen Dollar ein. Der Umsatz fiel um 23 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar. Eine Ursache war die deutlich gesunkene Nachfrage nach Computern, für die Intel mit einem Marktanteil von 80 Prozent Prozessoren herstellt. Trotz der fatalen Zahlen konnte die Intel-Aktie zulegen - der verhalten optimistische Ausblick hatte offensichtlich die Anleger versöhnt.
Neben der gesunkenen Nachfrage nach Rechnern belastet Intel die wachsende Popularität von billigen Mini-Notebooks. Bei diesen Produkten sind die Gewinnmargen weitaus geringer als bei Standard-PCs. Zudem musste der Chiphersteller im vierten Quartal eine Milliarde Dollar auf seine Beteiligung am Internet-Anbieter Clearwire Corp. abschreiben. Die für Experten wichtige Bruttomarge fiel von fast 59 Prozent im dritten Quartal auf nur knapp über 53 Prozent. Der Gewinn je Aktie fiel auf 4 Cent nach 38 Cent ein Jahr zuvor.
Milliarden-Gewinn im Gesamtjahr
Der Gewinn für das Gesamtjahr 2008 verringerte sich um 24 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz gab leicht um zwei Prozent auf 37,6 Milliarden Dollar nach. Die Umsatzprognose für das erste Quartal 2009 lag mit rund sieben Milliarden Dollar am unteren Ende der Analystenerwartungen. Dennoch reagierten Marktbeobachter gelassen. "Es sind keine guten Zahlen, aber eine solide Ausgangsbasis", sagte Branchenexperte Cody Acree von Stifel, Nicolaus & Co. Die Branche habe mit schwachen Zahlen gerechnet. Intel hatte in der Vergangenheit bereits seine Prognose für das vierte Quartal gesenkt.
Technologiebranche kriselt
Die Chip-Industrie spürt die Wirtschaftskrise besonders hart, da die Automobilindustrie eine der größten Abnehmer von Chips. Und die steckt in der schwersten Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Dabei gilt Intel als wichtiger Indikator für die gesamte Technologiebranche. Praktisch alle Hersteller warnen vor Einbrüchen. Der größte deutsche Halbleiter-Konzern Infineon sagte etwa nach einem milliardenschweren Verlust im vergangenen Geschäftsjahr auch für das laufende Jahr bereits rote Zahlen und einem Umsatzeinbruch voraus. Die Marktforscher von Gartner rechnen für die Halbleiter-Branche zum ersten Mal in ihrer Geschichte zwei Jahre mit schrumpfendem Geschäft vorher. Besserung erwarten sie auf Jahressicht frühestens 2010.