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Finanzkrise: Es gibt sie noch, die guten Banken

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Es gibt sie noch, die guten Banken

05.03.2009, 10:58 Uhr | Financial Times Deutschland

Goldene Bank - Auch in der Krise sprudeln häufig noch die Gewinne (Quelle: imago) Goldene Bank - Auch in der Krise sprudeln häufig noch die Gewinne (Quelle: imago)Allen Instituten geht es schlecht. Wirklich allen? Nein - auch mitten in der schwersten Finanzkrise seit Jahrzehnten gibt es Geldhäuser, die nicht nur profitabel arbeiten, sondern ihre Gewinne sogar ausbauen. Die "Financial Times Deutschland" (FTD) sagt, welche. #

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Spezialisten aus aller Welt

Sie kommen aus Ägypten, Österreich oder den USA, agieren in Schwellenländern, dem Geschäft mit reichen Privatkunden oder sogar den krisengeschüttelten Hypotheken: So unterschiedlich sind die Banken, die im Horrorjahr 2008 ihre Gewinne gesteigert haben. Sie profitieren in der Regel davon, dass sie Spezialisten für bestimmte Geschäftsfelder oder Regionen sind - und sich im Gegensatz zu den schwächelnden Konkurrenten von hochriskanten Produkten ferngehalten haben.

Standard Chartered - Stark dank Afrika und Asien

Standard Chartered war von Anfang an international: Die Standard Bank wurde 1863 in Südafrika gegründet, die Chartered Bank bereits 1853 mit ersten Niederlassungen in Kalkutta und Mumbai. Heute zahlt sich diese starke Präsenz in Afrika und Asien aus: 2008 steigerte das britische Geldhaus seinen Nettogewinn um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 3,3 Milliarden Dollar. Vorstandschef Peter Sands warnte zwar vor kurzem, dass den Volkswirtschaften in Asien, Afrika und dem Nahen Osten ein scharfer Abschwung bevorstehe. Die Bank selbst sieht das aber als Chance: "Viele unserer Rivalen sind momentan durch andere Probleme abgelenkt oder ziehen sich zurück, weil sie sich auf ihre Heimatmärkte konzentrieren. Das wird uns ermöglichen, von den Turbulenzen zu profitieren", sagte Sands.

Northern Trust - Mit reichen Kunden zum Rekordergebnis

Northern Trust ist ein Finanzdienstleistungsunternehmen aus Chicago. Das Hauptaugenmerk des Geldhauses liegt auf der Verwaltung von Vermögen reicher Privatkunden. Nach eigenen Angaben waren es Ende Dezember 3000 Milliarden Dollar. Dabei ist die Bank höchst erfolgreich: Im Gesamtjahr 2008 kletterte der Nettogewinn um neun Prozent auf 794,8 Millionen Dollar. Im vierten Quartal verbuchte der Vermögensverwalter sogar ein Rekordergebnis - und ein Gewinnplus von 18 Prozent. Trotzdem muss sich das Unternehmen auch Kritik anhören: Politiker stießen sich daran, dass es trotz der wirtschaftlich schwierigen Zeiten das Golfturnier Northern Trust Open sponsert. Vorstandschef Frederick H. Waddell wehrte sich aber mit dem Satz: "Gerade in Zeiten, wenn Volkswirtschaften sich gegen die Schwierigkeiten stemmen, ist es für gesunde Banken wie Northern Tust wichtig, in Kunden und Gemeinden zu investieren."

Raiffeisen International - Trotzt Krise in Osteuropa

Die österreichische Bank Raiffeisen International steigerte den Nettogewinn im vergangenen Jahr um 17 Prozent auf 982 Millionen Euro. Die überraschend guten Zahlen - Analysten hatten mit einem deutlich geringeren Anstieg gerechnet - machte das Geldhaus bereits fünf Wochen früher publik als ursprünglich geplant. Das sollte den Kapitalmarkt beruhigen. Der Grund: Raiffeisen International ist stark in Osteuropa engagiert. Im Zuge der Kreditkrise sind die Länder der Region mit einem Vertrauensverlust konfrontiert: Die Kreditausfälle häufen sich, Aktienmärkte und Währungen sind im freien Fall. Nachdem die EU ein Rettungspaket für die Region abgelehnt hat, wächst nun in den Chefetagen der Banken Österreichs die Nervosität. Die Institute des Landes haben Kredite im Wert von fast 80 Prozent der Wirtschaftsleistung Österreichs in der Region vergeben.

Bangkok Bank - Wider die Kreditklemme

Die Bangkok Bank ist in Thailand eine Macht: Das 1944 gegründete Institut hat in seinem Heimatland 850 Filialen und zählt 16 Millionen Kunden. Im Jahr 2008 steigerte die Bank ihren Nettogewinn um 4,9 Prozent auf 20 Milliarden Baht (440 Millionen Euro). Haupttreiber war ein Anstieg des Kreditvolumens um 13,2 Prozent. Auch bei den Problemkrediten (Non-performing loans, NPL) meldete das Geldhaus trotz des Abschwungs Fortschritte: Der Anteil der NPL-Kredite ging im vergangenen Geschäftsjahr von 7,9 auf 4,6 Prozent zurück.

Commercial International Bank - Risikoarm gewinnt

Die Commercial International Bank (CIB) ist die größte börsennotierte Bank Ägyptens. Im abgelaufenen Jahr steigerte CIB den Gewinn um 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,37 Milliarden Äyptische Pfund (195 Millionen Euro). Das Erfolgsrezept: Die Geldhäuser des nordafrikanischen Landes sind nur gering engagiert in Probleminstituten und komplexe Finanzprodukten. CIB wurde im Jahr 1975 als ein Gemeinschaftsunternehmen zwischen der Chase Manhattan Bank und der National Bank of Egypt gegründet. Bereits 1987 zogen sich die Amerikaner aus der Kooperation fast komplett zurück.

Hudson City Bancorp - Erfolgreich mit US-Hypotheken

Die in Paramus, New Jersey ansässige Bank beweist, dass man mitten in der Krise auch im US-Hypothekengeschäft dicke Gewinne einfahren kann: Hudson City Bancorp, die zweitgrößte Bausparkasse des Landes, meldete für das vierte Quartal 2008 ein Rekordergebnis von 124,3 Millionen Dollar - ein Plus von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr schraubte die Bank den Gewinn um 50 Prozent auf 445,6 Millionen Dollar in die Höhe. Das Erfolgsgeheimnis: Anders als viele Konkurrenten hat Hudson City keine risikobehafteten Eigenheimkredite - Ramschhypotheken etwa - vergeben. Der typische Kunde der Bank zahlt zudem mindestens 20 Prozent des Kreditvolumens an, meist sogar fast 40 Prozent. In der Krise profitiert das Institut außerdem vom Rückzug vieler Konkurrenten. Kreditrisikovorsorge und die Zahl fauler Darlehen steigen aufgrund der Rezession zwar an - aber nicht so stark wie bei den meisten Rivalen.

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Quelle: Financial Times Deutschland

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