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Finanzkrise: In Las Vegas gehen die Lichter aus

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Finanzkrise: In Las Vegas gehen die Lichter aus

19.05.2008, 08:24 Uhr | AFP / T-Online

Las Vegas (Foto: imago) Las Vegas (Foto: imago) Sie wollen vom billigen US-Dollar profitieren und planen einen USA-Urlaub? Vielleicht auch mit einem Abstecher nach Las Vegas? Dann sollten Sie Ihren Trip bald starten. Denn in der Welthauptstadt des Überflusses brechen magere Zeiten an. Mit irrwitzigen Hotelbauten, Mega-Casinos und dem funkelnden Lichtermeer am Protz-Boulevard "Strip" wurde die US-Glücksspiel-Metropole Las Vegas zum Sinnbild verschwenderischen Wohlstands - nun lassen Wirtschaftsflaute und Rezessionsfurcht die Geldströme versiegen. Touristen bleiben aus, Hotels entlassen Mitarbeiter, Bauprojekte werden aufgeschoben, Casino-Aktien stürzen an der Börse ab. Der Konjunktur-Schock hat die Glitzerstadt unvorbereitet getroffen. Die alte Faustregel, wonach Glücksspiel eine rezessionssichere Branche sei, erweist sich als Irrglaube.

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Geld sitzt bei den Zockern nicht mehr so locker wie früher
Im März gingen die Einnahmen aus dem Glücksspiel um fast fünf Prozent zurück. Dabei waren diese Einnahmen in Las Vegas seit 1970 Jahr für Jahr gewachsen, nur nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hatten sie um ein paar Promille nachgegeben. Der schillernde Baulöwe Donald Trump hat inzwischen den geplanten Neubau seines zweiten Hotelturms am "Strip" erst einmal auf Eis gelegt. Und das Riesen-Hotel "Mirage", das zur Unterhaltung seiner Gäste allabendlich einen spektakulären künstlichen Vulkanausbruch inszeniert, entließ soeben 440 Mitarbeiter der mittleren Managerebene, um Geld zu sparen.



Immer weniger Glücksspiel
"Diese Konjunkturkrise unterscheidet sich von früheren", sagt der in Las Vegas ansässige Glücksspiel-Analyst Bill Lerner von der Deutschen Bank. In der Vergangenheit habe Las Vegas Rezessionen praktisch ohne Einbußen überstanden - wohl auch deswegen, weil Zocker gerade in schlechten Zeiten auf Glück im Spiel hofften. "Inzwischen hat Las Vegas aber seine Angebote jenseits des Glücksspiels ausgebaut, viele Besucher sind keine Spieler", sagt Lerner. Nur noch 40 Prozent der Einnahmen werden in Las Vegas durch Glücksspiel erwirtschaftet, der Rest kommt inzwischen von Restaurants, Kur-Hotels, Shows und Nachtclubs. Dort wird die Flaute spürbar.

Jetons liegen am Roulettetisch (Foto: dpa) Jetons liegen am Roulettetisch (Foto: dpa)Casino-Aktien stürzen ab
Die Aktien des Hotelkonzerns Mirage und des Casino-Betreibers Las Vegas Sands stürzten seit November um etwa 40 Prozent. Marketingexperten arbeiten unter Hochdruck an neuen Einnahmequellen. Hilfe verspricht sich Las Vegas ausgerechnet von der Rekordschwäche des Dollar (siehe EUR/USD-Chart). Für Touristen etwa aus dem währungsstarken Euro-Raum wird Las Vegas zum Billigziel. "Junggesellen-Parties in Las Vegas sind inzwischen der absolute Hit bei angehenden Ehemännern aus Australien oder Großbritannien", sagt Tourismus-Experte Robert LaFleur vom Finanzanalysten Susquehanna Financial Services.

Neue Märkte werden erschlossen
Mit dieser Strategie bleiben sich die findigen Unternehmer von Las Vegas treu: Wenn alte Märkte austrocknen, werden schnell neue erschlossen. In der Rezession von 2001 etwa warb die Stadt in aggressiven Kampagnen gezielt um Lateinamerikaner, Afroamerikaner und Homosexuelle - mit Erfolg. "Die Märkte für Lateinamerikaner, für Schwule, für Katzenliebhaber sind ausgeschöpft, man muss das Geschäft dort suchen, wo man es finden kann", sagt Lerner.

Hotel-Zimmer werden verschleudert
Was den Geschäftsleuten Sorge bereitet, macht den Touristen eher Freude. Es ist Schnäppchen-Zeit in Las Vegas: Das komfortable Hotel "Mirage" etwa bietet Zimmer für weniger als 50 Euro pro Nacht an, die Shows am "Strip" verschleudern Karten zum halben Preis. Immerhin müssen in der Stadt gut 136.000 Hotelzimmer gefüllt werden. Die Hoffnung auf bessere Zeiten hat Las Vegas aber nicht aufgegeben: Die derzeit laufenden Bauprojekte haben ein Volumen von etwa 20 Milliarden Euro, bis 2011 sollen 40.000 Hotelzimmer neu entstehen.

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AFP / T-Online  

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