Island wird weiterhin von der Kredit- und Immobilienkrise schwer gebeutelt (Foto: imago)Island gerät immer tiefer in den Strudel der Kreditkrise. Nun braucht die Atlantikinsel frisches Kapital, um sich von der Finanzmarktkrise zu erholen. Nach Angaben von Ministerpräsident Geir Haarde insgesamt sechs Milliarden US-Dollar. Zusätzlich zu dem Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von zwei Milliarden Dollar brauche das Land weitere vier Milliarden Dollar. Unterdessen erhöhte die isländische Zentralbank den Leitzins um 600 Prozentpunkte auf 18 Prozent.
Die IWF-Finanzierungslinie an das vom Staatsbankrott bedrohte Island ist der erste Kredit an ein westliches Land seit 1976. Island ist im Sog der weltweiten Finanzkrise an den Rand des Zusammenbruchs geschlittert. Die drei größten Banken wirtschafteten ins Abseits und wurden vom Staat übernommen. Die Institute hatten mit Summen spekuliert, die die Wirtschaftsleistung des 320.000 Einwohner zählenden Inselstaats um ein vielfaches überstiegen.
Island: Minus beim Bruttoinlandsprodukt
Das Land steht nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds in jedem Fall vor "sehr harten Zeiten" und müsse für dieses Jahr mit einem Minus beim Bruttoinlandsprodukt von zehn Prozent rechnen. Die Währung der kleinen Inselrepublik mit 320.000 Einwohnern hat in den letzten zwölf Monaten knapp drei Viertel ihres Wertes gegenüber dem Euro verloren.
Massive Leitzins-Erhöhung
Um der weiteren Abwertung der isländischen Krone entgegenzuwirken, hat die Zentralbank von Island die Leitzinsen in dem krisengeschüttelten Land massiv angehoben. Die Notenbank habe den Zinssatz von zuvor 12 auf 18 Prozent erhöht. Erst am 15. Oktober hatte die Zentralbank der Atlantik-Insel den Leitzins um 3,5 Prozentpunkte auf 12 Prozent gesenkt.