Startseite Jetzt online bestellen und 10% Rabatt sichern

Sie sind hier: Home > Wirtschaft > Börse >

Finanzkrise: Kein Ende der Vertrauenskrise bei Banken

...

Kein Ende der Vertrauenskrise

21.10.2008, 17:31 Uhr | Bernhard Funck, dpa-AFX

Die Krise an den Finanzmärkten gründet sich auch auf fehlendes Vertrauen unter den Banken. (Foto: Archiv) Die Finanzmarktkrise gründet sich auch auf fehlendes Vertrauen unter den Banken. (Foto: Archiv)Viel ist getan worden, um die Bankenkrise in den Griff zu bekommen: Staatliche Rettungspakete in Billionenhöhe wurden geschnürt, die Notenbanken haben ihre Leitzinsen deutlich gesenkt und die Banken erhalten von den Währungshütern täglich frische Liquidität in Milliardenhöhe. Trotzdem ist fraglich, wann die Vertrauenskrise der Banken untereinander - und damit einer der Hauptgründe für die derzeitige Krise - ein Ende finden wird.

Abfindungskönige - Was Manager und Banker kassieren
Quiz - Erkennen Sie die gesuchte Bank am Logo?
Hintergrund - Die größten Bankübernahmen und -fusionen

Unsicherheit bestimmt die Banken

Seitdem sich im Sommer 2007 die Verwerfungen am US-Hypothekenmarkt ausweiteten, hat sich das Misstrauen der Kreditinstitute untereinander zusehends erhöht. Grund ist die hohe Unsicherheit darüber, welche Bank in minderbesicherte Hausbaukredite - die Ramsch-Hypotheken - und entsprechende Wertpapiere investiert hat. Diese bescherten den Banken rund um den Globus hohe Verluste und brachten sie in starke Bedrängnis. Der US-Investmentbank Lehman Brothers brachen sie sogar das Genick.

Zinssätze am Interbanken- oder Geldmark

Ein recht gutes Maß für die Vertrauenslage zwischen Banken sind die Zinssätze am Interbanken- oder Geldmarkt. Hier versorgen sich Institute gegenseitig mit kurzfristigen Krediten für ihr tägliches Geschäft. Die Zinssätze liegen in normalen Zeiten in der Nähe der Leitzinsen der Zentralbanken. Im Zuge der Finanzkrise schossen die Sätze drastisch über diese Grenze hinaus.

Das Geld von Zentralbanken ist gefragt

Experten verweisen allerdings auf eine begrenzte Aussagekraft dieser Zinssätze, da sich Institute derzeit ohnehin lieber bei der Zentralbank als bei Partnerbanken Geld leihen. Gleichzeitig wachsen aber die Kurzfrist-Einlagen der Institute bei den Notenbanken - ebenfalls ein Indiz für großes Misstrauen. Normalerweise nehmen Banken diese Möglichkeit der Geldanlage kaum wahr, vor allem wegen der geringen Verzinsung der Mittel. Derzeit steht aber Sicherheit sehr hoch im Kurs.

Entspannung am Geldmarkt

"Trotz der nach wie vor heiklen Lage haben wir in den vergangenen Tagen eine leichte Entspannung am Geldmarkt gesehen", sagt Commerzbank-Experte Christoph Balz. Deutlicher als die jüngst geschnürten Rettungspakete der europäischen Regierungen habe sich aber die gemeinsame Zinssenkung weltweit führender Notenbanken bemerkbar gemacht. Die Zinssenkung habe den Banken die Refinanzierung erleichtert und damit die Lage am Geldmarkt etwas beruhigt.

Rettungspaket sollte Misstrauen abbauen

"Mittelfristig sollten die Rettungspakete der Regierungen das Misstrauen unter den Banken weiter reduzieren und die Blockade am Geldmarkt lösen", so Balz. Auch Folker Hellmeyer, Chef-Analyst der Bremer Landesbank, beurteilt die Stützungsprogramme als hilfreich. So sei der Untergang großer Banken nun nahezu ausgeschlossen. "Allerdings braucht es Zeit, bis die Maßnahmen volle Wirkung entfachen und das Misstrauen zwischen den Banken zurückgeht. Ich rechne mit ein bis zwei Monaten, bis wir eine deutliche Entspannung am Interbankenmarkt sehen werden."

Kritik an den Rettungspaketen

Kritik äußern Experten unterdessen an der konkreten Ausgestaltung der europäischen Rettungspakete. Hellmeyer sieht vor allem das Problem, dass die zahlreichen Staatsauflagen die Banken von den Hilfsprogrammen abhalten könnten. "Die freiwillige Teilnahme ist ein wesentlicher Unterschied zur amerikanischen Lösung und ein nicht durchdachter Design-Fehler." Auch dass bei den Bürgschaften ein Entgelt fällig wird, könnte die Institute von einer Teilnahme am Rettungsschirm abhalten.

Vertrauensgewinn ist ungewiss

Ob die staatlichen Hilfsprogramme das Vertrauen unter den Banken wiederherstellen können, ist daher ungewiss. Ganz abgesehen von der Frage, wie es um das Vertrauen der breiten Bevölkerung in das Bankensystem bestellt ist. Sicher dürfte zumindest sein, dass das eine ohne das andere nicht funktioniert: Denn wie sollen die Anleger wieder Vertrauen in das Bankensystem fassen, wenn sich noch nicht einmal die Banken selbst über den Weg trauen?

Mehr zum Thema:
Konjunktur-Programm I - Glos fordert Steuersenkung
Konjunktur-Programm II - Merkel will gezielte Maßnahmen
News, Hintergründe, Ratgeber -
Börse und Märkte - Das aktuelle Börsen-Geschehen auf einen Blick
Finanzkrise - Wie sicher ist meine Altersvorsorge?


Quelle: t-online.de , dpa-AFX

Inhalt versenden Versenden
Leserbrief An die Redaktion
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus.
Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Diese Mail an
mailing-ifrarr
Artikel versenden
Empfänger
Absender
Name
Name
E-Mail
E-Mail
Nachricht
 

"Finanzkrise: Kein Ende der Vertrauenskrise bei Banken" verlinken

Verlinken Sie uns, wenn Ihnen der Artikel "Finanzkrise: Kein Ende der Vertrauenskrise bei Banken" gefallen hat.

 
schließen

Kommentare (0)

zum Forum

Thema: "Finanzkrise: Kein Ende der Vertrauenskrise bei Banken"

Seite:

Kommentar schreiben

Name
Betreff
Kommentar: (Maximal 500 Zeichen)

Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Haken

Vielen Dank. Ihr Kommentar wurde versendet!

Kommentar schreiben



Zu diesem Artikel/Thema können keine weiteren Kommentare mehr abgegeben werden.

Kommentar melden

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

 

Haken

Vielen Dank! Ihr Hinweis wurde von der Redaktion entgegengenommen.
mailing-ifrarr
Anzeige

Zur breiten Ansicht
© Deutsche Telekom AG 2012

Anzeige