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Finanzmärkte: Ackermann sieht Anfang vom Ende der Finanzkrise

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Ackermann sieht Anfang vom Ende der Krise

09.07.2008, 12:21 Uhr | dpa / T-Online

Zuversichtlich: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (Foto: Reuters) Zuversichtlich: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann (Foto: Reuters) Fast ein Jahr nach Ausbruch der Finanzmarktkrise sieht Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann trotz anhaltender Unsicherheit Anzeichen für ein Ende der Turbulenzen. "Wenn keine weiteren Schocks auftreten, glaube ich, dass wir das Schlimmste jetzt gemeinsam bewältigen können. Aber die Lage ist weiter fragil", sagte Ackermann bei einem Empfang der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) in Frankfurt.

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Hoffnung auf Beginn des Endes
Es gebe "einige Hoffnungsschimmer einer Wiederbelebung mindestens in einigen Marktsegmenten". "Was wir jetzt brauchen ist eine Phase der Stabilisierung, der Ruhe. Dann bin ich überzeugt, dass wir eher am Beginn des Endes sind."

US-Finanzminister ebenfalls optimistisch
Auch nach Einschätzung des US-Finanzministers Henry Paulson ist der Höhepunkt der Finanzkrise überschritten. "Das Schlimmste liegt wahrscheinlich hinter uns", sagte Paulson dem "Wall Street Journal". Es werde aber noch einige Verwerfungen geben und einige Monate dauern, bis der Stress vollständig überwunden sei. Einige Märkte seien noch immer nicht voll funktionsfähig. Es bestehe aber "kein Zweifel", dass nun die Dinge besser zu laufen schienen als noch im März.

Banken leihen sich gegenseitig immer noch zögerlich Geld
Ackermann räumte jedoch ein: "Die Hoffnung, dass sich die Lage nach Vorlage der Jahresabschlüsse 2007 stabilisiert, hat sich bislang nicht erfüllt." Zudem gäben sich die Banken gegenseitig weiterhin "etwas zögerlich Geld", weil sie zunächst Milliardenbelastungen aus der Krise schultern müssen. Bislang seien im Bankensektor weltweit 160 Milliarden Euro Verluste infolge der Krise am Markt für zweitklassige US-Hypothekenkredite (subprime) gemeldet worden.

Bilanzierungsregeln behindern Risiko-Aufdeckungen?
Ackermann wehrte sich gegen den immer wieder geäußerten Vorwurf, die Banken würden ihre Risiken nur scheibchenweise aufdecken ("Salamitaktik"): Die geltenden Bilanzierungsregeln ließen den Instituten keine andere Chance. Nach der Krise sollte nach seiner Ansicht aber beispielsweise nachgedacht werden, "ob es richtig ist, dass man es alles im Handelsbuch hat". Ackermann betonte: "Wir müssen mehr Transparenz schaffen über Risikoverteilung. Bis heute weiß man nicht so recht, wo Risiken schlummern."

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Ackermann steht zu Investment-Banking
Das von der seit vergangenen Sommer anhaltenden Krise besonders betroffene Investmentbanking bleibe für eine international aktive Bank wie die Deutsche Bank ein wichtiges Geschäft, betonte Ackermann. "Man sollte sich davor hüten, nach einem schlechten Quartal zu sagen: Investmentbanking ist des Teufels." Deutschlands größte Bank war infolge der Turbulenzen an den Finanzmärkten im ersten Quartal 2008 zum ersten Mal seit fünf Jahren in die Verlustzone gerutscht. "Das Investmentbanking wird weiter gepflegt und wird Marktanteile ausbauen", sagte der Deutsche-Bank-Chef.

Deutsche Bank will zukaufen - am liebsten die Postbank
Im Privatkundengeschäft bekräftigte Ackermann das Interesse des DAX-Konzerns an Zukäufen. "Wir brauchen keinen Rettungssprung irgendwo hin. Aber wir haben gesagt, dass wir uns im Privatkundengeschäft verstärken wollen. Wir sind interessiert, wenn es strategisch Sinn macht, von der Struktur Sinn macht und für die Aktionäre Sinn macht." Ackermann bekräftigte das Interesse an einer Übernahme der Postbank. Einen Kauf der Citibank sei dagegen derzeit kein Thema: Er könne sich nicht vorstellen, dass die US-Citigroup den stärksten Markt in Europa aufgibt, sagte Ackermann.


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dpa / T-Online  

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