17.02.2010, 09:13 Uhr | apn / t-online.de/business
Betreiber von Flatrate-Bordellen vor Gericht (Foto: ddp)
Ein Fall von Sozialversicherungsbetrug in Millionenhöhe und Menschenhandel beschäftigt derzeit das Landgericht Stuttgart. Auf der Anklagebank sitzen sechs Betreiber von Flatrate-Bordellen.
Angeklagt sind drei Frauen und drei Männer im Alter von 22 bis 31 Jahren. Ihnen wird vorgeworfen, zahlreiche Prostituierte beschäftigt und Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von rund 2,3 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Unter anderem hatte ein Bordell in Fellbach bei Stuttgart damit geworben, dass Kunden für einen festen Geldbetrag unbegrenzt Sex haben könnten.
Die vier Hauptangeklagten sollen junge Frauen beschäftigt haben, die meist aus Rumänien stammen und zum Teil jünger als 21 Jahre sind. Für die Prostituierten seien Sozialabgaben fällig gewesen, weil sie in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis gearbeitet hätten. In der Buchhaltung seien sie aber wie Selbstständige abgerechnet worden.
Nach Angaben von swr.de hatten die Angeklagten unter dem Namen "Pussyclub" vier Bordelle in Fellbach, Heidelberg, Wuppertal und Berlin betrieben. Dort seien den Kunden unbegrenzt sexuelle Dienstleistungen, Speisen und Getränke zu einem pauschalen Eintrittspreis von 70 oder 100 Euro angeboten worden. Die Prostituierten besitzen laut swr.de keine Arbeitsgenehmigung für die EU.
Der Fall hat eine bundesweite Diskussion über Flatrate-Bordelle ausgelöst, eine Entscheidung wird aber voraussichtlich noch etwas auf sich warten lassen: Das Urteil soll Anfang Mai verkündet werden, berichtet swr.de.
apn / t-online.de/business
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