04.09.2007, 11:51 Uhr | Financial Times Deutschland
Boeing-Zentrale in Chicago (Foto: dpa) Der US-Konzern Boeing steht nach Informationen aus Branchenkreisen vor weiteren Verzögerungen bei seinem neuen Langstreckenmodell 787 Dreamliner. Der Erstflug der 787 könnte sich auf Ende Oktober verschieben. Konzernkenner rechnen damit, dass bei einer Telefonkonferenz mit dem Chef der Zivilflugzeugsparte, Mike Carson, sowie dem 787-Programmchef Mike Bair ein korrigierter Zeitplan genannt wird.#
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Ende Oktober oder sogar noch später
Der zuletzt bereits auf Ende September oder Anfang Oktober verschobene Erstflug der 787 lasse sich nicht mehr einhalten, heißt es bei Boeing-Kennern. Die für gewöhnlich gut informierte Tageszeitung "Seattle Times" geht davon aus, dass sich der Erstflug auf Ende Oktober oder sogar noch später verschiebt. Als Quelle nennt die Zeitung eine eng mit dem Programm befasste Person. In Spezialforen im Internet verweisen Boeing-Insider auch auf Lieferverzögerungen großer Baugruppen für das zweite Modell.
500 Millionen Dollar zusätzliche Kosten
Wie eine Boeing-Sprecherin sagte, "gibt es derzeit keine neuen Statements zum Thema Erstflug". Sie verwies auf die bevorstehende Telefonkonferenz. Ursprünglich sollte das neue Langstreckenmodell bereits im August abheben. Bei der pompösen Vorstellung der neuen Maschine am 8. Juli wurde eine Verschiebung des Erstfluges auf Anfang September mitgeteilt. Ende Juli wurde dann eine weitere Verzögerung bekanntgegeben. Boeing-Konzernchef Jim McNerney räumte ein, dass allein in diesem Jahr zusätzlich bis zu 500 Millionen Dollar in das Programm investiert werden, um die Probleme zu lösen. So gibt es Verzögerungen bei den internationalen Zulieferungen, den Strukturtests und der Abstimmung der Flugsoftware. Die Boeing-Aktie gibt gegen den Markttrend am Dienstag nach.
Bei Verspätung drohen Strafzahlungen
Die größte Herausforderung für Boeing ist, dass die für Mai 2008 geplante Auslieferung des ersten 787-Modells an die japanische Fluggesellschaft ANA eingehalten werden soll. Andernfalls drohen Strafzahlungen. Den Boeing-Konkurrenten Airbus kosteten die rund zweijährigen Verzögerungen bei seinem Großraumflugzeug A380 mehrere Milliarden Euro. Der europäische Flugzeugkonzern äußerte sich am Montag bei der Luftfahrtmesse in Hongkong sehr optimistisch über die Verkaufsaussichten für das Riesenmodell. Airbus-Verkaufsvorstand John Leahy hält es für möglich, binnen 20 Jahren in China 113 A380-Maschinen abzusetzen.
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Quelle: t-online.de
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