Produktion bei Ford (Foto: dpa)Der US-Autobauer Ford setzt seinen Erholungskurs fort: Der Konzern hat seinen Nettogewinn im dritten Quartal um 68 Prozent gesteigert. Ford verdiente 1,7 Milliarden Dollar oder 43 Cent pro Aktie. Damit wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen, die mit 38 Cent pro Aktie gerechnet hatten. Im Vorjahreszeitraum hatte Ford eine Milliarde Dollar oder 26 Cent pro Aktie verdient. Dies war bereits das sechste Mal in Folge, dass der Autobauer ein Quartal mit Gewinn abschloss. Die Aktie reagierte an der Wall Street mit einem leichten Plus auf die Zahlen.
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Der Umsatz sinkt
Der Umsatz lag bei 29 Milliarden Dollar. Wegen des Verkaufs der schwedischen Tochter Volvo musste Ford hier einen Rückgang um vier Prozent hinnehmen. Für Konzernchef Alan Mulally war das aber nur ein Schönheitsfehler. Er sprach von einem weiteren starken Quartal und erwartet auch im restlichen Jahr solide Gewinne. 2011 soll es dann noch besser laufen.
Die Ford-Welt wäre in Ordnung, gäbe es da nicht das Kölner Werk: Von Juli bis September verloren die Kölner operativ 196 Millionen Dollar (141 Millionen Euro). Neben schwachen Verkäufen machten dem Unternehmen vor allem hohe Rohstoffkosten und die Einführung neuer Modelle zu schaffen. Der rundum neue Minivan C-Max und das aufgefrischte Spitzenmodell Mondeo sollen helfen, die Wende zu bringen. Sie kommen am Jahresende auf den Markt, wie ein Sprecher sagte. Über die ersten neun Monate gesehen ist Ford Europe noch mit 233 Millionen Dollar im Plus.
Ford erntet die Früchte des Sparkurses
Der Milliardengewinn ist das Ergebnis des rigiden Sanierungskurses von Konzernchef Alan Mulally. Dank seiner harten Einschnitte hatte Ford bereits im Vorjahreszeitraum - als die Wirtschaftskrise noch wütete - fast eine Milliarde Dollar verdient und konnte seitdem anhaltend solide Gewinne einfahren.
Der ehemalige Boeing-Manager hatte Ford eine Rosskur verordnet, die sich nun auszahlt. Er ließ sparsamere Autos entwickeln, senkte die hohen Gesundheits- und Pensionskosten und brachte die Fabriken auf Vordermann. Die britischen Nobelmarken Jaguar und Land Rover verkaufte Mulally genauso wie Volvo. Die US-Marke Mercury stampfte er ganz ein.
Mehr als eine Million Ford rollen vom Band
Insgesamt verließen im dritten Quartal knapp 1,3 Millionen Autos die Ford-Fabriken rund um die Welt, 115.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Vor allem die US-Mitarbeiter mussten Sonderschichten schieben. Erst am Vortag hatte der Konzern angekündigt, in seiner Heimatregion Michigan weitere 850 Millionen Dollar in seine Werke zu stecken.
Den Umbau hatte Mullally mit einem riskanten Schachzug finanziert: Er verschuldete den Konzern bis über beide Ohren und hinterlegte als Sicherheit alles von den Patenten bis zu den Werken. Aktuell steht Ford noch mit 26,4 Milliarden Dollar in der Kreide. Unter anderem durch die Umwandlung von Anleihen in Aktien sollen die Schulden abgebaut werden.
Ford schlug sich besser als GM
Ford ist der einzige der drei großen US-Autobauer, der die schwere Branchenkrise aus eigener Kraft überlebt hat. Die heimischen Konkurrenten General Motors (GM) und Chrysler mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden, aus der sie nur mit massiver staatlicher Hilfe wieder herausfanden. Mittlerweile hat sich aber auch bei ihnen die Lage deutlich entspannt. GM wird voraussichtlich im November zurück an die Börse gehen.