19.02.2012, 16:27 Uhr | AFP, dapd, dpa
Die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) will den Streik des Vorfeldpersonals auf dem Frankfurter Flughafen am Montag, 20. Februar, fortsetzen. Der Ausstand solle um 5.00 Uhr beginnen und 24 Stunden dauern, erklärte Tarifvorstand Markus Siebers. Der Flughafen-Betreiber Fraport habe sich "nicht bewegt".
"Das zwingt uns dazu, die Arbeitsniederlegungen fortzusetzen", sagte Siebers. Passagiere müssen erneut mit Flugausfällen und Störungen rechnen. "Wir bedauern, dass wir zu weiteren Maßnahmen gezwungen sind", hieß es in einer Erklärung der GdF. "Die starre Haltung der Fraport AG lässt uns keine andere Wahl als den Arbeitskampf mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln weiterzuführen."
Bereits am 16. und 17. Februar hatten die rund 200 Beschäftigten des Vorfeldpersonals in Frankfurt die Arbeit niedergelegt. Am Wochenende hatte die Gewerkschaft eine Streikpause eingelegt. Fraport will laut einem Sprecher des Flughafenbetreibers am Montag trotz des Streiks einen Großteil der Verbindungen aufrechterhalten.
Auch am Montag will das Vorfeldpersonal die Arbeit niederlegen. Passagiere müssen erneut mit Flugausfällen rechnen. zum Video
"Die eingesprungenen Kollegen auf dem Vorfeld haben sich hervorragend eingearbeitet und die bisherigen Aufgaben gut gemeistert", erklärte der Sprecher. Er riet Passagieren, sich frühzeitig über ihre Verbindungen zu informieren. Ein Lufthansa-Sprecher wies darauf hin, dass Betroffene kostenlos stornieren oder umbuchen könnten. Reisende innerhalb Deutschlands könnten auf die Bahn umsteigen.
Der Flughafenbetreiber geht davon aus, dass insgesamt bis zu 70 Prozent aller rund 1250 geplanten Flugbewegungen stattfinden können. Allein die Lufthansa streicht rund 200 Starts und Landungen - Langstreckenflüge sollen nach Auskunft eines Sprechers nicht betroffen sein.
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt kritisierte den Streik erneut und forderte ein Gesetz zur Wiederherstellung der Tarifeinheit. Nach seiner Ansicht nutzen die wenigen Vorfeldmitarbeiter ihre besondere Stellung aus, um "Lohnerhöhungen von sage und schreibe 50 bis 70 Prozent zu erpressen".
Damit missbrauchten sie die Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom Sommer 2010, mit der das Gericht den Grundsatz der Tarifeinheit aufgegeben habe, sagte Hundt der "Bild am Sonntag". "Wenn der Gesetzgeber nicht bald handelt und die Tarifeinheit wiederherstellt, drohen Nachahmer."
Hintergrund des Konflikts ist, dass Fraport die Forderung nach einem eigenen Tarifwerk mit hohen Gehaltssteigerungen für die Vorfeldbeschäftigten nicht akzeptieren will. Der Betreiber hat auch einen Schlichterspruch Ole von Beusts abgelehnt, der ebenfalls deutliche Verbesserungen für die Beschäftigten vorgeschlagen hatte.
Laut Fraport laufen die GdF-Forderungen auf Steigerungen zwischen 64 und 73 Prozent mehr Geld hinaus. Der Fraport-Sprecher betonte, dies sei überzogen. "Wir sind bereits mehrfach auf Forderungen der GdF eingegangen." Die zwei Streiktage haben den Flughafenbetreiber nach eigenen Angaben bisher bis zu vier Millionen Euro gekostet - die Verluste der Fluggesellschaften seien darin nicht eingerechnet.
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Quelle: dpa , dapd , AFP
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