17.02.2012, 19:04 Uhr | dapd
Die Gewerkschaft der Flugsicherung legt die Arbeit weiter nieder (Quelle: dapd)
Gewerkschaft und Arbeitgeber lassen den Tarifstreit am Frankfurter Flughafen eskalieren. Die Passagiere müssen sich auf weitere Flugausfälle und Verspätungen in der kommenden Woche einstellen. Nur am Wochenende sollte es eine Streikpause geben. Am Freitag fielen rund 300 von 1300 Flügen aus, weniger als erwartet worden war.
Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) zeigte sich dennoch entschlossen, den Arbeitskampf von 184 Mitarbeitern auf dem Vorfeld fortzuführen. Ziel sei nicht, den Flughafen komplett lahmzulegen, sagte GdF-Bundesvorstandsmitglied Markus Siebers. Sein Tarifgegner Peter Schmitz, Vorstand des Flughafenbetreibers Fraport, sprach am zweiten Streiktag von "völlig verhärteten Fronten".
Die Fraport hatte den Schlichterspruch des früheren Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Ole von Beust (CDU), abgelehnt, während die GdF zugestimmt hatte. Der Vorschlag sah unter anderem starke Lohnerhöhungen, eine Laufzeit von vier Jahren und die Anstellung der Vorfeld-Beschäftigten in einer neuen Gesellschaft vor. Nun fordert die Gewerkschaft aber eine zweijährige Laufzeit und andere Details, die über den Schlichterspruch hinausgehen.
Aufgrund des Streiks der Vorfeld-Kontrolleure sind zahlreiche Flüge ausgefallen. zum Video
Fraport solle mit der Streikpause am Wochenende die Gelegenheit bekommen, die eigene Position zu überdenken, sagte das GdF-Bundesvorstandsmitglied Markus Siebers. Die GdF will weitere Streiks jeweils 24 Stunden im Voraus ankündigen.
Die Lohnforderungen der GdF bis über 70 Prozent Steigerung seien inakzeptabel, sagte Schmitz. "Wir werden am Wochenende nicht bei der Gewerkschaft anrufen", fügte er hinzu. Den durch den Streik entstandenen Schaden für das Unternehmen bezifferte er auf bisher dreieinhalb bis vier Millionen Euro.
"Wir werden sogar von Piloten mit Durchhalteparolen angefunkt", sagte Schmitz. Pro Schicht seien mit der Vorfeld-Aufsicht und sicherheitsrelevanten Bodendiensten rund 30 Mitarbeiter befasst, erläuterte Schmitz. "Während des Streiks setzen wir jetzt neu geschulte Leute ein."
Von den eigentlichen 200 Vorfeld-Beschäftigten seien 184 in der GdF organisiert, sagte Schmitz. "Die anderen 16 arbeiten." Während des Schichtwechsels fahre die Flugsicherung den Betrieb am Airport runter. "Das funktioniert hier immer reibungsloser."
Viele Reisende stiegen auf die Bahn um. An den betroffenen Bahnhöfen seien zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz, sagte ein Bahnsprecher. Züge würden bei Bedarf verlängert.
Der Streik befeuerte die Debatte über eine Wiederherstellung der Tarifeinheit. So forderten der Flughafenverband ADV und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände von der Bundesregierung, Sparten-Gewerkschaften wie die GdF in die Schranken zu weisen. Bei der Gewerkschaft ver.di hieß es lediglich, die "Entsolidarisierung einzelner Beschäftigter" sei bedauerlich. Der Fraport-Betriebsrat bezeichnete das Vorgehen der GdF indes wegen der Bedrohung des Tarifgefüges als "nicht tolerabel".
Bis 2010 galt in Deutschland der Grundsatz der Tarifeinheit. Sobald ein Tarifvertrag für ganze Branchen oder Unternehmen geschlossen war, konnten einzelne Berufsgruppen nicht mehr für Sonderregelungen streiken. Doch dann bewertete das Bundesarbeitsgericht die Frage der Tarifeinheit neu. Piloten, Lokführer und Fluglotsen machten sich dies zunutze.
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Quelle: dapd
Arbeiter schrieb:
am 21. Februar 2012 um 10:00:23
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Futterneid
@ ttt kannst Dich ja gerne bewerben. Zum Glück ist es im GG verankert, dass wir eine freie Berufswahl haben. Aber wie ich sehe
bist Du für gleiches Gehalt für alle!!! Wir brauchen nur noch einen Schulabschluß und eine Grundqualifikation usw. Gute Nacht...
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ttt schrieb:
am 19. Februar 2012 um 13:28:22
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@u.b. Gehaltsforderungen
Nur als Hinweis, die Flugfeldkontrolleure verdienen zur Zeit lt. WB 53000-70000€. Sie wollen jetzt 80000-87000 €
plus 10% Zulagen und 13% verkürzte Arbeitszeit. Das hat nichts mit 7,50€/Std zu tun. Es ist einfach nur ein Skandal, dass 184 Arbeitnehmer versuchen Fraport zu erpressen. Lohnerhöhungen von bis zu 70% in dieser Gehaltsklasse ist eine Frechheit.
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moni schrieb:
am 19. Februar 2012 um 00:20:05
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Vorfeld
Toll zu sehen, wie tief die Entsolidarisierung in dem Land schon gekommen ist. Da haut die Mehrheit der Schreiber auf Arbeitnehmern
wie sie, ein. Wenn sie selbst die wären, die mehr Geld wollen, dies von raffgierigen Managern trotz Schlichterspruch abgelehnt wird, wäre der Kommentar anders herum.
Erst haben die Manager/CDU-Kohl/SPD-Schröder die Gemeinschaft der Gewerkschaften gesprengt, um besser abzocken zu können, jetzt schreien sie.
Führt doch die Sklaverei wieder ein, wäre für AG einfacher.
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