11.11.2011, 14:52 Uhr | dapd, dpa-AFX
Peinliche Rating-Panne empört ganzes Land Die Ratingagentur Standard & Poor's verschickte eine Mitteilung an einige Kunden, wonach Frankreich seine Top-Bonität verloren habe.
Standard & Poor's (S&P) hat die Bonität Frankreichs irrtümlich herabgestuft. Wegen eines technischen Fehlers sei eine automatische Mitteilung an Abonnenten ihrer Internetseite Global Credit Portal verschickt worden, wonach das Rating für Frankreich geändert worden sei. Die Ratingagentur betonte in einer Richtigstellung erst fast zwei Stunden später, dies sei nicht der Fall. Frankreich behalte seine Top-Bonität von "AAA" mit einem stabilen Ausblick. Die Aktienkurse rutschten deshalb am Donnerstag-Nachmittag europaweit ab. Am Freitag hagelte es wütende Reaktionen. Die französische Börsenaufsicht AMF ermittelt.
Die Märkte hatten nach Fortschritten in Griechenland und Italien am Donnerstag erstmals aufgeatmet, da unterlief Standard and Poor's der peinliche Fehler: Die Ratingagentur verschickte eine Mitteilung an einige Kunden, wonach das Land seine Top-Bonität verloren habe. Erst anderthalb Stunden später wurde die irrtümliche Herabstufung der französischen Kreditwürdigkeit korrigiert. Auch die zuvor eingeknickten Aktienkurse erholten sich dann wieder.
Die Mitteilung wurde um 9.57 Uhr (Ortszeit USA, 15,57 Uhr MEZ) verschickt mit der Überschrift "DOWNGRADE" und einer Verknüpfung zu den Ratings für Frankreich. Jeder, der den Link angeklickt hätte, hätte aber gesehen, dass die Bestnote für Frankreich nicht geändert worden sei, sagte S&P-Sprecher Martin Winn in London. Eine weitere Mitteilung, in der der Irrtum aufgeklärt und die französische Top-Bonität bestätigt wurde, ging um 11.30 Uhr an die Kunden. Der Fehler werde untersucht, erklärte S&P.
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Der französische Finanzminister François Baroin forderte umgehend eine Untersuchung des Vorfalls seitens der europäischen und französischen Aufsichtsbehörden. Die französische Börsenaufsicht AMF bestätigte bereits, eine Untersuchung eingeleitet zu haben. Die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA sei ebenfalls kontaktiert worden, hieß es. Ratingagenturen waren in jüngster Zeit verstärkt in die Kritik geraten. Den drei großen US-Ratingagenturen S&P, Moody's und Fitch wird auch von etlichen europäischen Politikern vorgeworfen, mit ihren Herabstufungen die Krise in Europa zu verschärfen und nicht unparteiisch zu sein.
EU-Kommissar Michel Barnier hat die Panne bei S&P als "schwerwiegenden Vorfall" kritisiert und mit Sanktionen gedroht. "Es ist nun Sache der europäischen Wertpapieraufsicht ESMA, gemeinsam mit der nationalen Aufsichtsbehörde AMF die Fakten zu prüfen und Schlussfolgerungen zu ziehen", sagte Barnier am Freitag in Brüssel. Das Unternehmen hatte irrtümlich Frankreichs Kreditwürdigkeit herabgestuft. Die Panne belegt nach Barniers Worten die Notwendigkeit, Ratingagenturen schärfer zu kontrollieren. "All dies stärkt meine Überzeugung, dass Europa striktere und schärfere Regeln braucht."
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Wirtschaftsexperten äußerten sich ebenfalls empört: "Die Regierung muss nicht nur eine Entschuldigung, sondern eine extrem starke Strafe verlangen", sagte der französische Ökonom Christian Saint-Etienne dem TV-Sender BFM. Wenn so ein Text "irrtümlich" ausgesendet werden konnte, dann müsse ihn schon jemand ganz bewusst geschrieben haben.
In der Vergangenheit war bereits darüber spekuliert worden, dass Frankreich seine Top-Bonität verlieren könnte. Mit ungläubigem Staunen wäre eine entsprechende Mitteilung daher vielerorts nicht aufgenommen worden. Eine solche Nachricht zum jetzigen Zeitpunkt hätte an den Märkten neue Ängste über ein Ausweiten der Schuldenkrise geschürt.
Im Oktober hatte S&P die Kreditwürdigkeit Spaniens auf "AA-" von "AA" mit einem negativen Ausblick herabgestuft. Auch die beiden anderen großen Ratingagenturen Moody's und Fitch hatten Spanien herabgestuft. Im September war die Kreditwürdigkeit Italiens von den drei weltweit einflussreichsten Ratingagenturen herabgestuft worden.
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Quelle: dapd , dpa-AFX
Ohne Merkel schrieb:
am 13. November 2011 um 01:17:18
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Casinokapitalismus
Dass private und erwiesenermaßen unseriöse Firmen (noch dazu aus dem Rekord- Pleitestaat USA) die Macht besitzen, ganze
Volkswirtschaften zu "bewerten" und nach ihrem offensichtlich wirtschaftskriminellen Vorsatz zu diffamieren,
beweist die Untauglichkeit heutiger Finanz- und Wirtschaftsmodelle.
Merkel sollte sich ihre "transatlantische Wirtschaftsunion" in die Haare schmieren. Wer solche "Freunde" hat, braucht keine Feinde mehr!!!
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Kikeriki schrieb:
am 12. November 2011 um 19:26:02
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S&P-Panne
Der französische Staat muss S&P auf Schadenersatz wg. vorsätzlicher
Staatsgefährdung vor dem Europäischen Gerichtshof
verklagen.
Schadenshöhe: die Gesamtsumme des Zinsschadens aller Banken in der
EU, die die Falschmeldung verursacht hat.
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Werner Wilhelm schrieb:
am 12. November 2011 um 11:04:13
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Rating
Schöne Grüße von Onkel Sam!
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