16.09.2011, 13:53 Uhr | Financial Times Deutschland
Das Bankenviertel "La Défense" in Paris (Quelle: AFP)
Wie ein Damokles-Schwert schwebt eine befürchtete Herabstufung durch Moody's über den Aktienkursen der großen französischen Banken - ein neuerlicher Absturz ist möglich. Dass die europäischen Partner Planspiele zu einer Griechen-Pleite betreiben, gibt den Sorgen neue Aktualität.
Eine neue Belastungsprobe droht die Vertrauenskrise bei Europas Banken weiter zu verschärfen: Die Ratingagentur Moody's dürfte in den nächsten Tagen die Kreditwürdigkeit der drei größten französischen Banken herabsetzen. Auch bei den betroffenen Banken selbst geht man von einer Degradierung aus, verlautete am Sonntag in französischen Finanzkreisen. "Die nächsten Wochen werden turbulent", hieß es in Paris.
Moody's hatte die Überprüfung von BNP Paribas, der Société Générale und Crédit Agricole im Juni eingeleitet, weil sie besonders viele griechische Staatsanleihen halten - und damit dem steigenden Risiko eines Zahlungsausfalls Griechenlands stark ausgesetzt sind.
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Während die Ratingagenturen Standard & Poor's und Fitch die französischen Banken schon vor der Verschärfung der Schuldenkrise herabgestuft hatten, platzt die absehbare Neubewertung durch Moody's an den Finanzmärkten in die heikelste Phase seit dem Kollaps der US-Bank Lehman Brothers vor drei Jahren.
Die Herabstufung der drei Banken dürfte an den Märkten als Bestätigung für Zweifel an der Solidität des Finanzsystems und die Lösbarkeit der Schuldenkrise aufgefasst werden. Zugleich verteuert ein schlechteres Rating die Refinanzierung der Banken.
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BNP Paribas und die Société Générale gehören mit einer Bilanzsumme von zuletzt 1926 Milliarden Euro und 1158 Milliarden Euro zu den großen Banken Europas. An der Börse litten die beiden Institute in den vergangenen Wochen besonders unter dem Vertrauensverlust der Anleger, der durch Spekulationen um die Kreditwürdigkeit Frankreichs noch verschärft wurde.
BNP verlor seit Anfang August 16,8 Milliarden Euro an Börsenwert, Konkurrent Société Générale - der jüngst mit Gerüchten um eine finanzielle Schieflage kämpfte - 12,3 Milliarden Euro. Bei den Banken hofft man angesichts der schon erlittenen Kursstürze, dass die anstehende Herabstufung von den Anlegern bereits eingepreist wurde.
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BNP und die Société Générale werden von Moody's zurzeit mit "Aa2" bewertet, Crédit Agricole sogar mit der guten Note "Aa1". Während BNP nun auf eine Bonitätsstufe mit Konkurrenten wie Deutsche Bank und Santander abrutschen dürfte, droht der Société Générale ein Abstieg um zwei Stufen. Alle drei Institute lehnten eine Stellungnahme ab.
Mit Beständen von 2,3 Milliarden Euro an Staatsanleihen ist BNP eine der Banken mit dem höchsten Griechenland-Risiko überhaupt. Im vergangenen Quartal musste BNP im Zuge der Beteiligung der Banken an der Rettung Griechenlands vor dem Zahlungsausfall bereits 534 Millionen Euro abschreiben. Bei der Société Générale, die durch griechische Tochtergesellschaften besonders in dem hoch verschuldeten Land exponiert ist, waren es 395 Millionen Euro, bei Crédit Agricole 200 Millionen Euro.
Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, versuchte am Wochenende die Sorgen um die Kapitalisierung der europäischen Banken zu zerstreuen. Ein IWF-Dokument, das jüngst ein Kapitalloch von 200 Milliarden Euro bei Europas Banken feststellte, sei ein vorläufiger Bericht.
"Dies ist nicht ein Stresstest durch den IWF, und es beziffert auch nicht den Kapitalbedarf der europäischen Bankinstitute", so Lagarde am Rande eines G7-Finanzministertreffens in Marseille. Erst wenn sie sich mit den europäischen Institutionen auf Bewertungsmethoden geeinigt habe, werde Ende September der endgültige Bericht zur Lage der Banken veröffentlicht.
Auch Jean-Claude Trichet, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), versuchte die Lage des Bankensektors zu entdramatisieren. Er verwies darauf, dass die EZB enorme Reserven habe, um die Instituten bei Engpässen liquide zu halten. Die Finanzausstattung der Banken sei heute besser als vor einem Jahr. Zu Berichten, die Bundesregierung plane einen Rettungsschirm für deutsche Banken im Fall eines griechischen Zahlungsausfalls, sagte Trichet: "Darüber habe ich keine Informationen."
Quelle: Financial Times Deutschland
Mündiger schrieb:
am 12. September 2011 um 18:53:16
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Frankreich droht Bankenbeben
wieder mal interessant wie viele Schlaumeier sich hier tummeln und alles besser wissen oder schon immer geahnt
haben dass es so kommen würde. macht euch lieber mal vorher schlau wie das ganze system und der Euroraum, funktioniert und wer von wem profitiert. schließlich geht es gerade auch euch so gut wie noch keiner generation vor euch in europa.ein wenig dankbarkeit und nüchternheit würde hier vielen gut tun anstatt phrasendrescherei!
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olly schrieb:
am 12. September 2011 um 17:29:26
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Banken
Na ja, bei uns sind die Banken auch nicht besser. Allenfalls kann uns noch die deutsche Industrie retten. Die Commerzbank wird es in
Kürze möglicherweise schon bei Aldi geben, bzw. früher gab es Rabattmarken, heute Commerzbank Anteilscheine. Und bei der Deutschen Bank warten wir mal ab, wie die amerikanischen Klagen zu Buche schlagen.
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Hannes schrieb:
am 12. September 2011 um 15:58:54
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Sarkoszy
Der Herr Sarkoszy wird beim nächsten Treffen mit Angela Merkel schon richten.
Nur es wird Deutschland weitere Milliarden
kosten
Wir habens ja ...2 Billionen Schulden wo die gesamten Rettungsschirme
noch nicht berücksichtigt sind....kein Problem Deutschland geht es ja gut.
Die Frage ist nur wie lange noch?
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