
11.01.2012, 15:12 Uhr | Financial Times Deutschland
Fünf Windparks mit einer Leistung von drei Gigawatt: Bis 2016 will Frankreich groß in die Windenergie einsteigen. Die Aufträge dafür gehen an heimische Unternehmen. Deutsche Hersteller fühlen sich benachteiligt.
Das traditionelle Atomland Frankreich steigt im großen Stil in die Offshore-Windkraft ein. Am Mittwoch müssen Industriekonsortien ihre Gebote für Bau und Betrieb von fünf geplanten Windfarmen mit einem Auftragswert von 10 Milliarden Euro abgeben. Die Parks entstehen vor den Küsten der Normandie und der Bretagne, sollen bis 2016 gebaut sein und dann eine Leistung von drei Gigawatt haben.
Die Franzosen wollen damit ihren Rückstand zu Deutschland und Großbritannien in der Windenergie aufholen. Bis 2020 will Paris die Leistung auf hoher See auf sechs Gigawatt verdoppeln. Die Franzosen hoffen, beim Aufbau der Windparks auch vom Know-how deutscher Branchengrößen wie E.ON profitieren zu können. Die allerdings zögern teilweise noch.
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Frankreichs konservativer Präsident Nicolas Sarkozy pflegt zwar auch nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima eine atomfreundliche Rhetorik. Faktisch beginnt Paris mit dem ersten Offshore-Projekt des Landes aber, die enorme Abhängigkeit von der Atomkraft zu verringern. 58 Reaktoren liefern bisher 75 Prozent des Stroms. Die ersten fünf Windparks könnten bereits drei Reaktoren ersetzen.
Weiter beschleunigt werden dürfte dieser Trend durch neue Sicherheitsauflagen der staatlichen Nuklearaufsicht. Als Folge sind nach Angaben des staatlichen Energiekonzerns EDF Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro nötig, sollten die Laufzeiten der Meiler tatsächlich wie geplant auf 60 Jahre verlängert werden - ein Kostenanstieg von 43 Prozent. Einige Atomkraftwerke dürften damit unrentabel werden. Zudem will der Sozialist François Hollande bis 2025 insgesamt 24 Reaktoren abschalten, sollte er die Präsidentschaftswahl im Frühjahr gewinnen. Dann wäre ein noch stärkerer Ausbau erneuerbarer Energien nötig.
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Bei Offshore-Windkraft ist Großbritannien in Europa mit Abstand führend. Dort soll die Leistung der Anlagen auf hoher See von heute 1,5 Gigawatt bis 2020 auf 18 Gigawatt steigen. Deutschland will dann zehn Gigawatt aus Offshore-Windkraft beziehen. Frankreich hat dem Branchenverband GWEC zufolge die zweitbesten Windverhältnisse des Kontinents.
Während deutsche Konzerne wie RWE und E.ON Milliarden in deutsche, britische und schwedische Windparks investieren, halten sie sich in Frankreich bislang zurück. Aus einem Konsortium mit dem Pariser Energiekonzern GDF Suez und dem Bauunternehmen Vinci, das sich bewirbt, hat sich E.ON nach "FTD"-Informationen zurückgezogen. Womöglich beteilige man sich an der nächsten Ausschreibung, hieß es im Konzern. Ein E.ON-Sprecher lehnte einen Kommentar ab.
Erhält GDF Suez den Zuschlag, soll Siemens die Windturbinen zumindest für einen der Offshore-Parks liefern. Bei den anderen Windfarmen soll der heimische Atomkonzern Areva den Zuschlag erhalten, der vor Jahren den deutschen Hersteller Multibrid aufgekauft hat. Die Chancen von Siemens sind gering, da die Münchner anders als die französischen Rivalen keine Produktion vor Ort aufbauen wollen.
Der Hamburger Windanlagenbauer Nordex beklagte eine versteckte Bevorzugung französischer Hersteller. Deswegen habe man sich gegen ein Angebot entschieden, so ein Sprecher. Beim VDMA hätten sich etliche Hersteller über die französischen Auflagen beschwert, sagte Johannes Schiel, Referent bei dem deutschen Anlagenbauerverband. Man habe geprüft, ob die Auswahlkriterien gegen EU-Wettbewerbsrecht verstoßen. Die Bevorzugung sei aber nur indirekt, was die Regeln schwer angreifbar mache.
Quelle: Financial Times Deutschland
keinewindkraft schrieb:
am 24. Januar 2012 um 19:55:38
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Frankreich
Ach, jetzt stellen die Franzosen auch ihre Küsten mit Windrädern zu. Zum Glück können sie auch das Wetter bestimmen, genauso
wie die Deutschen Ökos. Also mal ganz langsam, w e n n k e i n W i n d, d a n n k e i n S t r o m!!!
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Konstruktiv schrieb:
am 11. Januar 2012 um 17:13:37
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3 GW
Redet der Bericht über Nennleistung oder "echte" Durchschnittsleistung??
Bei Wind- und Solarenergie ist mit der Anlagenleistung
üblicherweise die Nennleistung gemeint, d.h. die Leistung bei optimalen Wind bzw. optimaler Sonneneinstrahlung. Die tatsächliche Durchschnittsleistung ist bei
1.) Wind offshore ca. 1/3 der Nennleistung 2.) Wind landgestützt ca. 1/4 der Nennleistung 2.) Solar in BRD ca. 1/7 - 1/8 der Nennleistung. 3 GW Offshore Windenergie sind demnach ca. 1 GW Durchschnittsle
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ursus schrieb:
am 11. Januar 2012 um 16:15:01
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Windparks
Fünf Windparks können 3 Atomkraftwerke ersetzen - das ist doch lächerlich. Daran erkennt man deutlich die Relation der Energieträger.
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Die 58-jährige Gina Rinehart ist Bergbau-Unternehmerin. zum Video