
27.02.2012, 12:54 Uhr | Financial Times Deutschland
Zu hohe Kosten und ein harter europäischer Markt: Noch schlagen sich Opel und Peugeot allein durch. Aus den zwei Singles könnte ein schickes Paar werden, meinen nicht nur Beobachter der Branche.
Während Opel eine neue Sparrunde droht und das Bochumer Werk des Traditionsherstellers gefährdet ist, bahnt sich offenbar eine neue Autoallianz an. Presseberichten zufolge verhandelt Europas zweitgrößter Autokonzern PSA Peugeot Citroën mit General Motors. Dabei soll es nicht um französisch-amerikanische Freundschaft gehen, sondern um eine mögliche Kooperation zwischen GMs Problemtochter Opel und den Franzosen.
Im Rahmen der Globalisierungsstrategie prüfe man Kooperations- und Allianzprojekte, kommentierte das französische Unternehmen in der Nacht zum Mittwoch Informationen des Wirtschaftsnachrichtenportals "La Tribune". Die Zeitung hatte unter Berufung auf eine ungenannte Quelle über fortgeschrittene Gespräche mit der amerikanischen Opel-Mutter berichtet. In der Branche heißt es, vermutlich stehe Opel im Fokus einer solchen möglichen Allianz.
Eine Verbindung zwischen Deutschen und Franzosen würde vor dem Hintergrund der Probleme der zwei Hersteller Sinn ergeben. Denn beide sind stark auf den schwierigen europäischen Markt fokussiert und müssen sparen. Da sie auch in etwa die gleichen Zielgruppen ansprechen, sprich: kleinere Autos bauen, könnten gemeinsame Entwicklungen Kosten reduzieren.
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Zwar ist Opel eigentlich in einer starken Partnerschaft mit der US-Mutter General Motors. Beide Unternehmen nutzen Technik und Entwicklungen gemeinsam. Doch die Deutschen sind in mancher Hinsicht auf sich allein gestellt. So verhindert GM etwa, dass Opel am Boom in China teil hat und zwingt Opel, sich auf Europa zu beschränken.
Zwar sei überhaupt noch nicht klar, um welche Projekte es gehen könnte, kommentierte die Beraterfirma Brunswick, die für Peugeot arbeitet und auch schon Opel beriet. "Es gilt unter anderem als wahrscheinlich, dass darüber nachgedacht wird, gemeinsam Automobil-Plattformen zu entwickeln", sagte Brunswick.
Ob etwas Gutes herauskommt, wenn sich zwei Problemunternehmen zusammentun, ist in der Branche umstritten. Schließlich kämpften beide Firmen auf dem Heimatkontinent mit ähnlichen Schwierigkeiten, sagte Erich Hauser von Credit Suisse.
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Zumindest an der Börse kam die Nachricht von der möglichen deutsch-französischen Allianz gut an. Peugeot-Aktien schossen in Paris bis gegen Mittag um 16 Prozent nach oben. Da "La Tribune" online schon am Dienstagabend von den Gesprächen berichtet hatte, legte die Peugeot-Aktie gleich zu Handelsbeginn kräftig zu. Manager von GM und PSA seien schon seit Monaten in Gesprächen, meldete das Portal.
Reuters berichtete von Verhandlungen über eine umfassende Zusammenarbeit. Ziel sei, durch gemeinsame Modell-Plattformen und Größenvorteile die Herstellungskosten zu drücken und so die Verluste im Europa-Geschäft zu verringern, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur. "Es geht um eine strategische Allianz", sagte ein Insider.
Eine enge Verflechtung über Aktienbeteiligungen sei zunächst nicht geplant, hieß es weiter. Allenfalls würden kleinere Aktienpakete ausgetauscht, was lediglich einen symbolischen Stellenwert hätte.
Nach Recherchen der "Financial Times" ist zwar noch kein Papier unterzeichnet. Geplant sei aber, Anfang März auf dem Genfer Autosalon eine Vereinbarung zu präsentieren. Auch in Bezug auf Produktionsstandorte brächte eine Zusammenarbeit Vorteile. Schließlich seien die meisten Peugeot-Werke in Frankreich sowie im südlicheren Europa, während Opel-Fabriken in Deutschland und in nördlicheren Teilen des Kontinents liegen.
PSA ging auf die Gerüchte in einer Stellungnahme nicht konkret ein. "Die Diskussionen sind im Gange, und es gibt keinerlei Sicherheit, dass sie zu einem Ergebnis führen", teilte das Unternehmen mit.
Beide Unternehmen sind gezwungen, ihre Lage zu verbessern. Peugeot ist wegen der Abhängigkeit vom Heimatmarkt und den südeuropäischen Schuldenstaaten der am schlimmsten von der Krise betroffene Autobauer. In vielen Ländern Europas halten sich die Autokäufer wegen der Schuldenkrise zurück. In anderen Teilen der Welt dagegen boomt der Automarkt weiter - sogar in den krisengeschüttelten USA geht es mit der Branche deutlich aufwärts.
Der größte französische Autobauer steckt seit Monaten tief in der Krise. Nach den jüngst veröffentlichten Bilanzzahlen verbuchte die Autosparte im vergangenen Jahr einen Verlust von 92 Millionen Euro - nach einem Gewinn von 621 Millionen Euro im Vorjahr. Der Absatz sank auf etwa 3,6 Millionen Fahrzeuge. Europas Branchenprimus Volkswagen ist dem Zweitplatzierten PSA inzwischen weit enteilt und wurde 2011 mehr als acht Millionen Fahrzeuge los.
Peugeot kooperiert mit verschiedenen Konkurrenten, darunter BMW, Mitsubishi Motors und Toyota. Dabei geht es beispielsweise um Motoren für einzelne Modelle. An einer allzu engen Beziehung fanden die Franzosen bisher keinen Geschmack.
Opel verkauft jährlich etwa 1,2 Millionen Autos und kommt nicht aus der Verlustzone. Im vergangenen Jahr belief sich das operative Minus auf 747 Millionen Dollar - während die Mutter in Detroit mit 7,6 Milliarden Dollar den höchsten Gewinn der 103-jährigen Geschichte schaffte.
Quelle: Financial Times Deutschland
Opelfahrer schrieb:
am 22. Februar 2012 um 18:38:26
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endlose Opelgeschichte
Das große Problem von GM sind baugleiche Autos unter vielen Markennamen: Opel, Chevrolet, Buick, Holden, Vauxhall,
Pontiac, etc.. Warum kann GM nicht hingehen & seine Fahrzeuge unter einem Markennamen weltweit verkaufen, wie Ford dies mit Ford & Lincoln tut. Gegenpart dazu wäre dann Chevrolet & Buick als Premiummarke. Dank Globalisierung & Hollywood kennen alle Leute diese Marken, nicht aber Opel
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canislupus schrieb:
am 22. Februar 2012 um 18:34:49
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opel
bitte nicht opel zu citroen ... dann sehen die letzen schönen autos von citroen nachher genauso dämlich wie die opel - kisten aus.
eine grausige vorstellung.
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Opelfahrer schrieb:
am 22. Februar 2012 um 18:32:30
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Ende für Opel?
Schade um Opel! Das waren (!) tolle Fahrzeuge. Seit Jahrzehnten habe ich nur Opel gefahren, zuletzt mehrere Vectra-A
Benziner. Den letzten habe ich mit knapp 400.000 km ohne nennenswerte Reparaturen gegen eine Vectra-C umgetauscht. Leider, eine solche Mistkarre und Fehlkonstruktion fahre ich nicht wieder, das wird wohl mein letzter Opel gewesen sein. Schade, aber mit solchem meistens nicht funktionierendem Elektronikschrott muss ich mich nicht abgeben.
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