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Fremdsprachen im Job: Of course - oder besser doch nicht?

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Of course - oder besser doch nicht?

13.12.2010, 10:00 Uhr | FTD, Sabine Meinert

Nur die wenigsten Deutschen beherrschen Business-Englisch. (Foto: imago)

Nur die wenigsten Deutschen beherrschen Business-Englisch. (Foto: imago)

In jeder Job-Ausschreibung sind sie ein fester Bestandteil: Fremdsprachenkenntnisse. Am häufigsten wird Englisch nachgefragt. Doch so richtig wohl fühlen sich die meisten Beschäftigten nicht mit der Weltsprache.

Telefongespräch mit einem englischen Klienten? Geschäftsessen mit Kollegen aus Großbritannien? In solchen Situationen würde mancher Angestellte hierzulande gern passen. Denn dann stehen die Englischkenntnisse auf dem Prüfstand.

Da müsste man mal was tun

Immerhin jeder Dritte fühlt sich regelrecht unwohl, wenn er Englisch sprechen muss. 41 Prozent sagen, die eigenen Kenntnisse seien ausreichend, aber durchaus verbesserungswürdig. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Karriereportals Monster unter mehr als 3000 Beschäftigten in Deutschland und Österreich.

Gute Englischkenntnisse haben der Studie zufolge nur 23 Prozent der Befragten. Nach eigener Einschätzung sprechen sie fließend Englisch. Die meisten haben ihre Fertigkeiten bei einem Auslandsaufenthalt erworben. Nur sechs Prozent der befragten Arbeitnehmer gaben an, keine Fremdsprachen bei der Arbeit zu benötigen. Das zeigt den Studienautoren zufolge, wie wichtig es ist, Fremdsprachen - und speziell - Englisch - zu beherrschen. Die bisher gültige Regel "Praxiserfahrung ist wichtiger als Fremdsprache" gilt so nicht mehr. Inzwischen punkten fast ausschließlich Bewerber, die beides bieten.

Deutsche sind Lernmuffel

Im Vergleich zu Österreich zeigt sich, die Deutschen sind Büffelmuffel. Offenbar legen die Beschäftigten im Nachbarland mehr Wert darauf, sich entsprechend weiterzubilden. Denn in Österreich sind deutlich mehr Beschäftigte mit der englischen Sprache so vertraut, dass sie kein Problem mit englischsprachigen Kontakten haben (30 Prozent). Mit dem Englischen auf Kriegsfuß stehen nur 24 Prozent der Österreicher. Vier Prozent benötigen keine Fremdsprachenkenntnisse.

"Englisch ist die Sprache, die von den meisten Menschen verstanden wird. In Zeiten der Globalisierung des Arbeitsmarktes führt kein Weg mehr an Englisch vorbei", sagt Marcus Riecke, Geschäftsführer Central Europe bei Monster Worldwide. Das sollten besonders Berufseinsteiger nicht unterschätzen, rät der Experte.

Kein Englisch? - Das heißt unter Umständen weniger Aufträge

Arbeitgeber wiederum sollten erwägen, ihr Weiterbildungskonzept auch auf Fremdsprachen auszuweiten. Wer global agiert und bei Kunden gut dastehen will, braucht Mitarbeiter, die auch im Ausland in der jeweiligen Geschäftssprache brillieren. Einer Studie der europäischen Kommission zufolge sieht gut jedes zehnte klein- oder mittelständische Unternehmen Aufträge durch die Lappen gehen, weil die Kommunikationsbarrieren momentan nicht zu überwinden sind.

Wo Mitarbeiter eine fremde Sprache dagegen so gut beherrschen, dass sie sich wohl fühlen auf dem rutschigen Verhandlungs-Parkett, da können Lieferanten und Abnehmern überzeugt werden, zeigt die Erfahrung. Zudem: Wer seinen Mitarbeitern zeigt, dass er sie durch entsprechende Angebote fördert, erntet deutlich mehr Motivation in der Belegschaft. Dabei werden auch elektronische Möglichkeiten des Lernens wie Web-Seminare, Fremdsprachen-Chats und andere Formen des E-Learnings gern genutzt. Das gilt einer WIFI-Umfrage zufolge sowohl für jüngere Arbeitnehmer als auch für Beschäftigte zwischen 40 und 50 Jahren.

Hand aufs Herz - wie gut ist Ihr Englisch wirklich?

Mein Englisch ist sehr gut. Ich habe eine Zeit im Ausland gelebt und spreche fließend Englisch.

23 Prozent

Mein Englisch reicht im Berufsalltag aus, könnte aber besser sein.

41 Prozent

Ich spreche nicht gut Englisch und fühle mich auch nicht sehr wohl damit.

30 Prozent

Ich brauche keine Fremdsprachen im Berufsalltag.

6 Prozent


Das Online-Karriereportal www.monster.de befragte im Oktober 2010 im Internet knapp 3150 Personen aus Deutschland und Österreich zu ihrem Fremdsprachenwissen. Die Befragung ist nicht repräsentativ.

Das Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) Österreich erhob im Frühjahr dieses Jahres Daten von 500 Arbeitnehmer über das Fremdsprachen-Lernen.


Quelle: Financial Times Deutschland

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