Fusion auf dem Prüfstand (Foto: imago)Der Zusammenschluss der beiden Fluglinien Condor und Air Berlin ist gefährdet. Der zweitgrößte europäische Reiseveranstalter Thomas Cook teilte mit, er überprüfe den geplanten Verkauf seiner deutschen Tochter Condor an die Fluggesellschaft Air Berlin. Condor sei eine starke Sparte mit großem Potenzial. Angesichts der Verzögerungen bei der Prüfung durch das Bundeskartellamt und der sich verändernden wirtschaftlichen Entwicklung stehe die Fusion jedoch auf dem Prüfstand.
Über die Zukunft von Condor will sein Unternehmen spätestens im Oktober entscheiden, sagte Thomas-Cook-Chef Manny Fontenla-Novoa in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Details wollte er nicht nennen. Es könne darum gehen, Condor als eigene Airline zu behalten, oder eine andere Lösung zu finden. Das Kartellamt hatte die Prüfung der Fusion von Condor und Air Berlin zuletzt bis 11. August verlängert. Wie die Entscheidung letztlich ausfällt, ist offen.
Weiter Verluste
Das britische Unternehmen meldete auch Zahlen. Der Verlust aus der operativen Tätigkeit sei in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres auf bereinigter Basis um 15 Prozent auf 177,5 Millionen britische Pfund (224,6 Mio Euro) gesenkt worden, teilte Thomas Cook in London mit. Mit Ausnahme der deutschen Fluggesellschaften, die unter den hohen Treibstoffkosten leiden, habe es in allen Geschäftsfeldern Verbesserungen gegeben. Die Umsätze stiegen von November 2007 bis April 2008 um sieben Prozent auf 2,965 Milliarden britische Pfund (3,74 Milliarden Euro).
Synergien sollen Ölpreis trotzen
Trotz der hohen Ölpreise und einer schwierigeren wirtschaftlichen Entwicklung will Thomas Cook bis zum Geschäftsjahr 2009/10 auch dank der Synergien aus der Fusion der früheren Thomas Cook AG mit MyTravel einen operativen Gewinn von mehr als 480 Millionen britischen Pfund erreichen.
Unterbrecher 70-Tage
Neue Zukäufe
Für den Ausbau des Reisegeschäfts in Russland will Thomas Cook bis Jahresende zu einer Entscheidung kommen. Derzeit fänden Gespräche mit zwei möglichen Partnern für ein Gemeinschaftsunternehmen statt, sagte Fontenla-Novoa. An einem solchen Joint Venture werde Thomas Cook die Mehrheit halten. Zudem rechnet der Thomas-Cook-Chef angesichts des härter werdenden Geschäfts und der steigenden Treibstoffpreise mit weiteren Übernahmegelegenheiten in Europa.