Ölförderung in den USA (Foto: dpa)Die G8-Staaten haben ihre "große Sorge" über den hohen Ölpreis erklärt, der die Weltwirtschaft gefährde. Auf ihrem Gipfel im japanischen Toyako erklärten die acht großen Industrienationen, die Ursachen der Preissteigerungen angehen zu wollen. Sie verlangen eine kurzfristige Erhöhung der Kapazitäten für die Förderung und die Verarbeitung von Öl.
Gemeinsame Anstrengungen müssten für neue Investitionen unternommen werden, hieß es. Ölförderländer sollten ein transparentes und stabiles Umfeld für Investitionen schaffen, um Produktionskapazitäten auszuweiten, die nötig seien, um der weltweiten Nachfrage nachzukommen. Um den Bedarf zu drosseln, fordern die G8 neue Anstrengungen, um die Energieeffizienz zu verbessern.
Marktdaten besser erfassen
In einem indirekten Hinweis auf vielfach beklagte Spekulationen, über deren Bedeutung sich die G8 aber uneinig waren, fordern die G8-Staaten mehr Transparenz, die zu besser funktionierenden Märkten und einem Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage von Öl führen werde. Die Sammlung und Veröffentlichung von Marktdaten müssten verbessert werden.
Insgesamt halten die G8-Regierungschefs die Lage der Weltwirtschaft für unsicher – nicht nur wegen des teuren Öls, sondern auch wegen der anhaltend hohen Preise für Nahrungsmittel und weitere Rohstoffe: Der so entstehende Inflationsdruck sei eine ernste Gefahr für das globale Wachstum. Die Finanzmärkte hätten sich nach der Hypothekenkrise in den USA zwar "ein bisschen" erholt, doch gebe es auch hier noch hohe Belastungen.
Ölpreise sinken leicht
Die Öl-Preise haben sich unterdessen am Dienstag-Nachmittag verbilligt. Ein Barrel der richtungsweisenden US-Sorte Light Crude Oil kostete zeitweise weniger als 137 Dollar. Händler erklären den aktuellen Preisrutsch mit der Aussicht auf steigende Ölreserven in den USA. Am Mittwoch werden die neuesten Daten zu den Lagerbeständen in den USA veröffentlicht. Experten erwarten einen Anstieg der Reserven in der größten Volkswirtschaft der Welt. Außerdem habe der Kurs des US-Dollar an den Devisenmärkten zuletzt wieder etwas zulegen können, hieß es weiter als Begründung für die fallenden Ölpreise.
Experten erwarten keine Entspannung
Experten rechnen aber noch nicht mit einer nachhaltigen Entspannung beim Ölpreis. Mit einem etwas schwächeren Dollar sollte der Druck auf die Ölpreise wieder nachlassen, sagte beispielsweise der Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Außerdem werde die Gefahr für die Ölfördereinrichtungen im Golf von Mexiko durch verheerende tropische Wirbelstürme langsam akut. Der aktuelle Hurrikan "Bertha" habe im Atlantik bereits eine gefährliche Stärke erreicht, sagte Weinberg. Die Ölfördergebiete vor der Küste der USA dürften von diesem Sturm zwar verschont bleiben, "dennoch trägt dies zur allgemeinen Unsicherheit am Markt bei".