04.02.2012, 13:22 Uhr | dpa, AFP, dapd, t-online.de - sky
Also doch: Der russische Staatskonzern Gazprom hat erstmals zugegeben, kurzzeitig weniger Gas an Europa geliefert zu haben. Gazprom-Vizechef Andrej Kruglow sagte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, die Gaslieferungen seien um bis zu zehn Prozent gesenkt worden, hätten dann aber wieder normales Niveau erreicht. Kunden im Westen hatten sich über weit höhere Einschnitte beschwert, was der Konzern aber entrüstet von sich gewiesen hatte.
Wegen der Kältewelle in Europa schloss der russische Energiekonzern eine baldige Wiederausweitung der derzeit gedrosselten Gaslieferungen in die Europäische Union aus. "Gazprom kann die von unseren westeuropäischen Partnern geforderten zusätzlichen Liefermengen im Moment nicht zur Verfügung stellen", sagte Kruglow nach Berichten russischer Nachrichtenagenturen bei einem Treffen mit Regierungschef Wladimir Putin. Die in den Verträgen mit EU-Staaten vereinbarten Mindestliefermengen würden jedoch eingehalten.
Die stellvertretenden Gazprom-Chefs Alexander Medwedew und Kruglow sagten bei dem Treffen mit Putin weiter, dass der Westen deutlich mehr Gas von Russland anfordere, als das Unternehmen derzeit liefern könne.

Mit dem Gaspreisvergleich finden Sie unkompliziert den günstigsten Gas-Versoger.
Medwedew hatte zuletzt indirekt der Ukraine, dem wichtigsten Transitland für russische Gaslieferungen in die EU, die Schuld an dem Engpass gegeben. Die verarmte Ex-Sowjetrepublik wird von Russland immer wieder verdächtigt, Gas illegal für den Eigenbedarf abzuzapfen. Beide Länder streiten über Preise und Verträge für Gaslieferungen.
Putin entgegnete den Berichten zufolge, Gazprom solle auf die Anfragen Westeuropas in dem Maß eingehen, wie dies die Versorgungssituation in Russland zulasse. Das Unternehmen solle "alle Anstrengungen unternehmen, um den Bedarf unserer ausländischen Partner zu decken". Die Versorgung Russlands sei jedoch die "Hauptaufgabe".
Zudem sollen Gelder der iranischen Zentralbank auf Eis gelegt werden. Wird dieser Konflikt Auswirkungen auf den Ölpreis haben? zum Video
Die EU-Kommission hatte am Freitag über die Drosselung von Lieferungen aus Russland um bis zu ein Drittel informiert. Betroffen sind demnach Deutschland, Polen, Österreich, Italien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Griechenland und die Slowakei. Den Angaben zufolge drohen jedoch nirgendwo Versorgungsengpässe.
Kunden im Westen hatten sich am Donnerstag darüber beschwert, dass mitten in der strengen Frostperiode erheblich weniger Erdgas des russischen Staatskonzerns Gazprom ankommt, als bisher. Der österreichische Energiekonzern OMV teilte mit, in Österreich kämen derzeit 30 Prozent weniger Erdgas an als sonst.
Wir präsentieren in unserem großen Energiespecial die wichtigsten Infos zu Strom und Gas im Haushalt. Strompreise
Gazprom hatte sich überrascht gezeigt und die Anschuldigungen zurückgewiesen. "Mitten in einem harten Winter in Russland und Europa hat unser Unternehmen die maximalen Gaslieferungen nicht nur in europäische Länder (...) erhöht", sagte Gazprom-Vize Alexander Medwedew nach Konzernangaben.
Doch auch Italien warf Russland nach Angaben der Agentur Interfax vor, 20 Prozent weniger Gas geliefert zu haben. Ähnliche Vorwürfe kamen auch aus Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei, wie die gewöhnlich gut unterrichtete Moskauer Wirtschaftszeitung "Wedomosti" schrieb. Bereits zuvor hatten Medien berichtet, der russische Energieriese liefere weniger Gas als vereinbart, um die höhere Nachfrage auf dem heimischen Markt zu bedienen. Gazprom hatte dies ebenfalls zurückgewiesen.
Finden Sie den günstigsten Stromanbieter aus Ihrer Region. Daten eingeben und vergleichen.
Die betroffene Leitung führe durch die Ukraine und die Slowakei und versorge ebenso Italien, berichtete OMV. Der Konzern betonte, es werde keine Probleme geben. Durch "eine starke Inlandsproduktion und strategische Speichervorräte" könnten die fehlenden Gasmengen ersetzt werden.
Die OMV beziehungsweise ihre Tochterfirma EconGas sind nach eigenen Angaben mit Gazprom in Kontakt. In Österreich werden jährlich rund neun Milliarden Kubikmeter Gas verbraucht. 47 Prozent davon stammen aus Russland. Dort war der Gasverbrauch wegen der extremen Kälte zuletzt auf einen Rekordwert von zwei Milliarden Kubikmetern pro Tag geklettert.
Quelle: AFP , dapd , dpa , t-online.de
eichan53 schrieb:
am 2. Februar 2012 um 19:59:47
(1040)
(284)
... tja...
..., hier zeirreißt man sich mit dem Kleinkram um Christain Wullf das Maul, während Gerhard Schröder und sein Freund Putin sich
per Gazprom die Hände reiben. Deren Show geht weiter, während Angela Merkel den Euro zu retten versucht und andere nur Schaum schlagen. Danke Angela !
mehr
Kommentar melden
tron schrieb:
am 2. Februar 2012 um 19:59:11
(1050)
(104)
Mafi
Ja cool, gut das wir sooo gute Politiker wie Schröder haben, die uns alle verkaufen, es gibt ja kaum Volksverdummer die nicht irgendwo
im Vorstand von Unternehmen sitzen und deren Interesse vertreten. Die haben ja auch alle keine Angst vor dem Volke.
Also hau weg die Kohle.
mehr
Kommentar melden
Manuel schrieb:
am 2. Februar 2012 um 19:55:59
(680)
(275)
Sachlich bleiben...
1. Wo ist denn dem Artikel zu entnehmen, dass Deutschland von der "Gasdrosselung" betroffen ist?
2. Hat schon
jemand mal daran gedacht, dass der Bau der Ostseepipeline mehr Unabhängkeit von Transitländern und damit auch mehr Transparenz in Hinblick auf die tatsächlich gelieferte Gasmenge mit sich bringt?
3. Wieso ist Putin der "Böse"? Weil er an russische Interessen über deutsche stellt?
mehr
Kommentar melden
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Verpatzter Börsenstart ist der Grund für die Sammelklage. zum Video