23.03.2011, 08:16 Uhr | dapd / t-online.de/business
Frauen- und Männerverdienste im Vergleich. (Foto: imago)
Frauen schaffen es nicht nur wesentlich seltener in die deutschen Führungsetagen, sie verdienen dort einer Studie zufolge auch deutlich schlechter. Wir erklären Ihnen, was genau den Unterschied aus macht und wie sich das ändern ließe.
Der Unterschied betrage im Schnitt 1200 Euro pro Monat, teilte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit. Die Differenz mache ein Viertel des Gehalts aus. So habe eine Frau in einer Führungsposition 2009 durchschnittlich rund 3700 Euro brutto verdient, ein Mann rund 4900 Euro. Das DIW stützt die Analyse auf Daten seines "Sozio-ökonomischen Panels", für das seit 1984 jährlich 11.000 Haushalte befragt werden.
"Eine größere Transparenz, etwa durch Offenlegung der Gehälter, könnte helfen diesen Missstand aufzuzeigen und ihn zu reduzieren", erklärt Elke Holst, DIW-Forschungsdirektorin für Gender Studies. Frauen in Führungspositionen erhielten demnach im Vergleich zu Männern auch weniger Prämien und Gewinnbeteiligungen. Zuletzt seien es mit knapp 7200 Euro jährlich im Schnitt rund ein Fünftel weniger gewesen. Das Urlaubsgeld lag demnach bei den Frauen mit 1065 Euro rund 40 Prozent unter dem der Männer, die etwa 1800 Euro erhielten.
Ein Grund für die Unterschiede liegt den Forschern zufolge darin, dass das Urlaubsgeld meist in Abhängigkeit des Verdienstes gezahlt wird. Zudem arbeiten weibliche Führungskräfte häufiger in kleineren Betrieben, die im Schnitt geringere Sondervergütungen leisten können als Großkonzerne.
Die Verdienstlücke - der so genannte "Gender Pay Gap" - lässt sich demnach nur zu einem geringen Teil mit der formalen Qualifikation erklären. Darin stünden weibliche Führungskräfte den männlichen nicht nach. Unterschiede in der Berufserfahrung bestünden zwar, seien jedoch meist altersbedingt. Jüngere Frauen sind demnach am häufigsten in Führungspositionen, ältere Frauen eher selten. Die sehr hohen Führungspositionen seien fast ausschließlich mit Männern besetzt.
Von Bedeutung ist den DIW-Experten zufolge die Berufswahl. In Berufen mit einem Frauenanteil von mindestens 70 Prozent, sogenannten "Frauenberufen", werden Führungskräfte geringer entlohnt als in typischen "Männerberufen". Während Männer ähnlich hohe Einkommen in Männer- und Frauenberufen erzielten, würden Frauen in Frauenberufen deutlich geringer bezahlt. "Vielfach ist die Verdienstlücke auf Geschlechter-Stereotype, gesellschaftliche und kulturelle Rahmenbedingungen zurückzuführen", so Holst. Diese seien aber nur schwer messbar.
Quelle: dapd
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