25.03.2011, 10:19 Uhr | dpa-tmn
Frauen sind in Gehaltsverhandlungen oft zu bescheiden. (Foto: imago)
Frauen verdienen rund ein Viertel weniger als Männer - selbst schuld, könnte man meinen. Denn sie gehen Gehaltsverhandlungen anscheinend oftmals nicht richtig an. Gehalts- und Karrierecoach Martin Wehrle aus Jork bei Hamburg sagt, was Frauen falsch machen.
"Frauen sind in der Gehaltsverhandlung ehrlich. Das wird aber leider nicht belohnt." Wenn eine Frau 250 Euro mehr haben will, verlange sie auch 250 Euro mehr, erklärt Gehaltscoach Martin Wehrle. "Und dann ist sie nachher tödlich beleidigt, wenn ihr Chef sie auf 100 Euro herunterhandelt." Männer seien dagegen in der Regel frecher und setzten ihre Forderung höher an. Dadurch handeln sie eher größere Gehaltssprünge heraus.
Frauen müssten sich daher klarmachen, dass eine Gehaltsverhandlung ein Ritual ist, erläutert Wehrle. Ein Chef fühle sich als schlechter Verhandler, wenn er den Mitarbeiter nicht herunterhandelt.
Arbeitnehmerinnen müssten das von vornherein einkalkulieren, indem sie dem Vorgesetzten einen Verhandlungsspielraum einräumen. Bei Summen bis 500 Euro müssten sie zunächst nahezu das Doppelte verlangen, um am Ende beim gewünschten Wert zu landen, rät Wehrle. "Wenn ich 250 möchte, und ich fordere 450 oder 500, das ist auf keinen Fall verkehrt."
Um besser beim Gehalt abzuschneiden, sollten Frauen Verhandlungen mit dem Chef in Rollenspielen üben, empfiehlt Wehrle. So helfe es, ein solches Gespräch vorher zwei- bis dreimal durchzuspielen, um die eigene Unsicherheit abzulegen und klassische Fehler zu vermeiden.
Wehrle nennt als einen typischen Fehler von Frauen ihre Zurückhaltung: "Frauen denken: Wenn ich gute Leistung zeige, das muss der Chef doch sehen", sagt Wehrle. Das ist aber falsch: Gute Leistung wird eben nicht automatisch belohnt. Der Chef reagiere in der Regel erst, wenn jemand mehr Geld einfordert. "In der Arbeitswelt wird man so bezahlt, wie man verhandelt. Das haben Männer eher erkannt."
Viele Frauen hätten ein "Bescheidenheits-Gen", sagt Wehrle. Sie seien oft selbstkritischer als Männer und dächten: "Bloß nicht wichtig machen". Das Motto "Eigenlob stinkt" bringt Frauen im Beruf aber nicht weiter. Damit verkaufen sie sich bloß unter Wert.
Der arme Chef - so zu denken, sei ebenfalls typisch weiblich. "Frauen versetzen sich oft in den Chef hinein und denken, sie bringen ihn in Schwierigkeiten", erläutert Wehrle. Wer seine Gehaltsforderung aber selbst für eine Zumutung hält, kommt damit nicht weit. "Die Empathie wird hier zum Bremsschuh." Frech sein statt nett sein, ist daher die Devise: "Ich bekomme in einer Verhandlung nur das, was ich fordere."
Außerdem geben Frauen oftmals zu schnell auf. "Frauen werten ein 'Nein' als Ende der Verhandlung", sagt Wehrle. Es sei aber erst der Anfang. Frauen dürften daher nicht den Fehler machen, gleich aufzugeben, wenn der Chef ihre Forderung ablehnt. In solchen Fällen gilt es, hartnäckig zu bleiben.
Quelle: dpa-tmn
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten
Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Neuer Besitzer blätterte mehr als 70 Millionen Euro hin. zum Video