Die Zinsen für Privatsparer waren 2009 im freien Fall (Foto: imago)2009 war für Sparer ein Horrorjahr. Wie die Finanzberatung FMH berichtet, wies der Zinstrend 2009 vor allem für Tagesgeld und kurzfristige Geldanlagen deutlich nach unten. Die Anlageexperten hatten die laufende Zinsentwicklung im Jahr 2009 unter die Lupe genommen. Dennoch konnten Anleger real, also nach Inflation, zufrieden sein, da es kaum zu Geldentwertung kam.
Hätten Sparer für Festgeld bei einem Anlagezeitraum von einem halben Jahr Ende 2008 noch durchschnittlich 3,7 Prozent Zinsen bekommen, seien es jetzt nur noch rund 1,13 Prozent und damit weniger als ein Drittel der Vorjahresrendite. Ähnlich stark seien die Zinsen beim Tagesgeld von Ende 2008 bis Ende 2009 zurückgegangen: Der durchschnittliche Zinssatz sei von 3,24 Prozent auf 1,24 Prozent gesunken. Die Sparbuchzinsen seien von 1,09 Prozent auf 0,66 Prozent geschrumpft.
Langfristangebote bieten bessere Konditionen
Weniger stark hätten sich die Konditionen bei längerfristigen Geldanlagen verschlechtert. Ein Sparbrief mit fünfjähriger Laufzeit sei Ende 2008 mit 3,92 Prozent verzinst worden, jetzt seien es noch 2,92 Prozent. Bei einer zehnjährigen Anlage sei die Rendite sogar um weniger als einen halben Prozentpunkt von 4,17 Prozent auf 3,74 Prozent gesunken. Die sogenannte Umlaufrendite für Bundeswertpapiere sei bei rund 2,9 Prozent nahezu unverändert geblieben, da diese Anlagen in der Finanzkrise als besonders sicher gelten.
Hintergrund der stark gesunkenen Zinsen für Sparer ist die Entwicklung des Leitzinses für die Euro-Zone. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Leitzins im Kampf gegen die Finanzkrise immer weiter gesenkt. Im Dezember 2008 hatte er noch bei 2,5 Prozent gelegen, im Frühjahr wurde er schließlich auf ein historisches Tief von 1,0 Prozent gesenkt. Das wirkt sich auch in Form von niedrigeren Sparzinsen auf die Bankkunden aus. Denn die Banken sind durch die bessere Geldversorgung im Bankenmarkt nicht mehr so sehr auf die Privatanleger angewiesen. In der Folge sausten die Zinsen nach unten.
Niedrige Inflation puffert ab
Für Sparer gibt es allerdings ein kleines Trostpflaster: Die niedrige Inflationsrate von 0,4 Prozent glich einen Teil der gesunkenen Sparzinsen aus, da sie eine gute Realverzinsung ermöglichte. Hiervon profitieren vor allem die Bankkunden, die sich vor einem Jahr gute Festgeldkonditionen von über fünf Prozent sicherten. Nach Abzug der geringen Inflationsrate ist diese Realverzinsung für eine absolut sichere Geldanlage ein Spitzenergebnis, so FHM.