Bei Zinsen ist der Trend zurzeit rückläufig (Foto: Archiv)Die Zinsen für Spareinlagen sind weiter gesunken. Dagegen haben die Banken die Überziehungszinsen für Girokonten deutlich weniger verändert. Das geht aus den aktuellen Zahlen der unabhängigen Finanzberatung FMH in Frankfurt hervor. So haben die Experten für Tagesgeld einen Schnitt von 1,51 Prozent ermittelt, für ein dreimonatiges Festgeld bieten die Institute im Schnitt 1,22 Prozent. In beiden Anlagekategorien lagen die Zinsen vor drei Monaten noch 0,5 Prozentpunkte höher.
An den Niedrigzinsen dürfte sich so schnell erst einmal nichts ändern. In der vergangenen Woche war der dreimonatige "Euribor" zum ersten Mal während dieses Jahres unter den Wert von 1,0 Prozent gesunken. Der Euribor - die "Euro Interbank Offered Rate" - bildet die Durchschnittszinssätze ab, zu denen sich ein festgelegter Kreis von 57 Großbanken im Euro-Raum untereinander Geld leiht. Die Banken kommen also auf mehreren Wegen günstig an frisches Geld. Das drückt die Zinsen für Privatkunden.
Nicht auf Lockangebote hereinfallen
Herbst rät angesichts dieses Marktumfeldes, nicht auf Lockangebote mit sieben oder acht Prozent Verzinsung einzusteigen: "Es gibt jetzt Festgeldangebote zu diesen Konditionen. Sie sind aber daran geknüpft, dass auch ein Fonds gekauft wird." Dafür werde eine Gebühr fällig, und in drei Monaten gewinne ein Fonds in der Regel nicht so viel an Wert hinzu, dass das Geschäft unter dem Strich lohnenswert sei.
Soll-Zinsen bleiben hoch
Wenig Bewegung gibt es trotz der Niedrigzinsen beim "Dispo Plus", mit dem der Zinssatz für Überziehungen des von der Bank eingeräumten Dispo-Kredits bezeichnet wird. Er beläuft sich den Angaben von FMH nach im Schnitt auf 16,0 Prozent - vor drei Monaten lag er bei 16,25 Prozent. Der Dispo-Zins beträgt im Schnitt 11,61 Prozent, vor drei Monaten lag der Wert bei 11,8 Prozent. Die Zinsen sind seit Monaten in einer Abwärtsbewegung, weil die Europäische Zentralbank den Leitzins immer weiter gesenkt hat. Sowohl Guthaben- als auch Soll-Zinsen orientieren sich üblicherweise daran.