18.02.2010, 13:22 Uhr | CS mit Material von dpa, AP
Das Sparbuch steht unter Sparern wieder Hoch im Kurs (Foto: imago)Der Beinahe-Kollaps des internationalen Finanzsystem hat tiefe Spuren im Anlageverhalten der Verbraucher hinterlassen. So setzen viele Sparer wegen der Finanzkrise wieder vermehrt auf Sicherheit. Und die bieten Sparbuch, Bausparvertrag oder Tages- und Festgeld. Zumindest sind diese Anlageprodukte laut einer Umfrage der Sparkassen in der Gunst der Verbraucher deutlich gestiegen. Allerdings haben immer mehr Bürger nichts zum Sparen übrig.
Bei den Bürgern stehen nach der Krise vor allem die Klassiker des sicheren Sparens hoch im Kurs. So setzen 62 Prozent der Vorsorger auf das Sparbuch (plus sechs Prozentpunkte), 36 Prozent auf Festgeld (plus acht Punkte) und 18 Prozent auf Termingeld (plus vier Punkte).Damit hat das Sparbuch die Kapital-Lebensversicherung als beliebteste Anlageform in Deutschland abgelöst. "Sicherheit ist mit ganz großem Abstand das wichtigste Anlageziel überhaupt", sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands Heinrich Haasis. 75 Prozent der Befragten hätten dies angegeben - elf Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Verband ließ für sein sogenanntes Vermögensbarometer im Juni und Juli dieses Jahres gut 2000 repräsentativ ausgewählte Bürger telefonisch befragen.
Richtige Schlussfolgerungen aus der Finanzkrise
"Viele Anleger haben erkannt, dass Spitzenrenditen immer auch ein besonders hohes Maß an Risiken beinhalten. Mit dem gestiegenen Sicherheitsbewusstsein haben sie damit die richtigen Schlussfolgerungen aus der Finanzkrise gezogen“, so Haasis. Insgesamt haben die Bundesbürger im vergangenen Jahr 11,2 Prozent ihres Einkommens gespart und damit so viel wie seit 1993 nicht. Die Sparsumme lag bei 178,5 Milliarden Euro - eine Rekordmarke, mir der die Sparkassen auch in diesem Jahr rechnen.
Verbraucher sind in Geldfragen optimistischer
Insgesamt seien die Verbraucher optimistischer, was das Geld angeht. 48 Prozent (+2 Punkte) bewerten ihre Lage als gut oder sehr gut, 12 Prozent (-2 Punkte) bezeichneten sie als eher schlecht oder schlecht. "Erstaunlich, dass die Verbraucherstimmung nicht eingeknickt ist", sagte Haasis. Er sieht die Ursache in den Konjunkturprogrammen und der Ausdehnung der Kurzarbeit.
Jeder Zehnte kann nicht sparen
Dabei fällt immer mehr Deutschen das Sparen schwer. So sagt mehr als jeder Zehnte, dass er keine Rücklagen für das Alter bilden kann. Das sind fünf Prozent mehr als vor einem Jahr. Haasis warnte deshalb vor wachsender Altersarmut und forderte, den Sparerfreibetrag auf 1600 Euro zu verdoppeln. Bis zu dieser Grenze wären dann etwa Zinseinkünfte, Aktiengewinne oder Dividenden steuerfrei. "Die Bundesbürger werden künftig in noch höherem Maße für die private Altersversorgung, Gesundheit und Bildung eigenverantwortlich vorsorgen müssen. Das sollte der Staat durch eine verbesserte Sparförderung unterstützen", sagte Haasis.