
09.08.2010, 11:43 Uhr | Oliver Lepold, Spiegel Online
Drei Engel für Charlie - v.l.n.r.: Farrah Fawcett, Kate Jackson und Jaclyn Smith (Foto: imago) (Quelle: Hersteller)
Viele Stars gehen trotz eines Millionenverdienstes pleite. Für den Ruin machen sie gerne ihren Anlageberater verantwortlich. Dabei begehen die Promis die gleichen Fehler wie Normalverbraucher: Sie beschäftigen sich zu wenig mit ihren Finanzen - und sind auch noch gierig.
Und jetzt ist sie auch noch pleite. Nach drei Scheidungen, zwei Brustkrebs-Behandlungen und dem Sieg über die Sucht nach Schmerztabletten gestand "3 Engel für Charlie"-Star Kate Jackson vor kurzem, sie sei komplett ruiniert. In den Gerichtsdokumenten heißt es, das Haus am Golden Strip in Santa Monica sei dramatisch überteuert gewesen. Die 62-Jährige hatte es für gut zwei Millionen Dollar ausgerechnet bei der Person gekauft, der sie ihre Finanzen anvertraut hatte.
Sie habe gewusst, dass sie es sich nicht habe leisten können, aber ihr Berater Richard B. Francis habe kurzerhand die Sparkonten geplündert, so Jackson. Mehr als drei Millionen Dollar will der Racheengel vor Gericht wieder reinholen. Francis, der Jackson von ihrer verstorbenen Kollegin, Hollywood-Ikone Farrah Fawcett, empfohlen worden war, bleibt derweil gelassen. "Es wird mit einem Vergleich enden." Er sei seit mehr als 50 Jahren im Geschäft und habe einen untadeligen Ruf.
Die US-Schauspielerin reiht sich ein in eine Serie von Fällen, in denen sich Stars von ihren Anlageberatern betrogen fühlen. Oscar-Preisträger Nicolas Cage verklagt seinen Finanzberater James Levin auf 20 Millionen Dollar, weil dieser den Mimen zu riskanten Immobiliengeschäften verleitet haben soll, die zu katastrophalen Verlusten geführt hätten. Cage musste unter anderem sein Schloss im bayerischen Neidelstein verkaufen, ohne es jemals selbst bewohnt zu haben. Der beschuldigte Berater wehrt sich. Die Verfahren laufen noch.
Jüngster Fall: Einer der renommiertesten Berater der Schönen und Reichen, Kenneth Starr, wurde wegen Anlagebetrugs verhaftet. Er soll sich auf ältere Persönlichkeiten aus der Filmbranche spezialisiert haben und ihm anvertraute Gelder in riskante Geschäfte oder direkt in seine Taschen gesteckt haben. Schaden: 59 Millionen Dollar. Ein Fest für die Regenbogenpresse, die rätselt, wer betroffen ist. Schließlich gehören auch die Schauspieler Wesley Snipes, Sylvester Stallone, Uma Thurman und Regisseur Martin Scorsese zu Starrs Kunden.
Derartige Promi-Klumpenrisiken sind in Deutschland selten, aber auch hierzulande gibt es eine ganze Reihe nachhaltig oder vorübergehend ruinierter Prominenter. Meist sind es kreditfinanzierte Immobilienkäufe, mit denen sich die Künstler übernommen haben. In den neunziger Jahren stolperten Stars wie Schauspielerin Grit Boettcher, Schlagersänger Gunter Gabriel und Bestseller-Autorin Hera Lind über angebliche Steuersparmodelle. Auch Fußballstars wie Jimmy Hartwig oder Eike Immel ist nach ihrer Profikarriere wenig vom Reichtum geblieben.
Verprasst haben will aber kaum ein Prominenter sein Vermögen. Was ist dann passiert? Sind vermögende Prominente, die ihr Geld nicht in der Wirtschaft gemacht haben, etwa leichtgläubiger als andere? Renommierte Vermögensverwalter mit prominenten Kunden sind diskret und äußern sich nicht offiziell zu diesem Punkt. Informelle Aussagen gehen in die Richtung, dass die Promi-Klientel bei Anlageentscheidungen und -strategien sowohl vor sich selbst als auch vor anderen Vermittlern geschützt werden muss.
Denn Promis, insbesondere aus dem Sektor Unterhaltung, haben nicht mehr Ahnung von Kapitalanlagen als Normalverbraucher. Die wenigsten haben zudem Lust und Zeit, sich mit Geld zu beschäftigen und einen Finanzplan aufzustellen - sie haben ja vermeintlich genug liquide Mittel. Meist wird schnell und hitzköpfig entschieden und sehr häufig nicht verstanden, wofür man sich mit einer Investition entschieden hat.
Die typischen Fehler prominenter Anleger: Sie erkennen Risiken nicht, haben eine zu hohe Spekulationsneigung und - immer wieder - falsche Ratgeber. Zuletzt kommt noch der Effekt Gier hinzu, denn auch Stars lassen sich gern von illusorischen Renditen blenden.
Quelle: Spiegel Online
Tom schrieb:
am 9. August 2010 um 11:24:04
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Pleite und Normale Füßvolk
Verzählen das dumme Geschwätz unser 80% reste Bürger. Die Oktober Promi Zelt und St Moritz neu Reiche
gesellschaft lasst herzlich grüßen und lacht jeder klein Steuerzahler aus.
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GOODMAN schrieb:
am 8. August 2010 um 16:40:18
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Pleite
Muß man alles nachmachen. Nein, liebe Politiker. Wir fangen mit eurer Gruppe an. Ist das nicht toll, ihr dürft vormachen wie richtig
Spenden geht. Dann liebe Banken und deren Broker, ihr dürft auch. Gleich nachdem ihr die Staatskredite zurückgezahlt habt, die wir Bürger mit unseren Steuern gezahlt haben. Dann liebe Banken lößt ihr eure Griechenland-Anleihen ab und entschädigt die Anleger, die ihr getäuscht habt. Ich hätte noch mehr, aber es gibt nicht mehr Platz.
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Andrea schrieb:
am 8. August 2010 um 16:39:10
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Pleite-Promis
Warum soll es Promis anders gehen als Otto Normalo. Die sind genauso Menschen, wie alle anderen auch, nur das die mit Summen
hantiern, die sich weder die Promis selbst noch ein Otto Normalo in real vorstellen kann.
Nein mitleid hab ich mit denen auch nicht, aber darum geht es nicht. Die Verbrecher sassen und sitzen in den Beratungsteams der Makler und Banken. Denen gehört auf die Mütze gehauen. Ein Berufsstand der davon lebt andere über den Tisch zu ziehen, da kann ich keine Moral erwarten!
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