01.07.2010, 17:59 Uhr | APN, t-online.de - mmr
Wohin mit dem Ersparten in der Krise? (Foto: ddp)
Die Finanzkrise der Griechen hat die Eurozone in Turbulenzen gebracht. Die gemeinsame Währung, der Euro, geht in die Knie. Bei vielen Anlegern wächst schon wieder die Angst ums Ersparte. Bei den Verbraucherzentralen laufen die ersten besorgten Anfragen auf, ob bisherige Weichenstellungen richtig sind oder Rücklagen nicht doch lieber umgeschichtet werden sollten, beispielsweise in Gold, Immobilien oder Dollar, wie Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale Düsseldorf berichtet. Ihr Tipp: Gelassen bleiben und nicht hektisch umschichten. Das koste nur Gebühren. Panik sei unbegründet, betont auch Andreas Beck vom Institut für Vermögensaufbau in München. Der Euro sei lange unter einem Dollar gedümpelt. Dass er jetzt vom extrem hohen Niveau der letzten Monate etwas nach unten gerutscht sei, sei noch kein Beinbruch.
Wohin mit dem Geld in der Euro-Krise? Hier einige Antworten für Sparer, die ihre Geldanlage auf den Prüfstand stellen und vielleicht krisenfester machen wollen.
Das Edelmetall ist momentan die begehrteste Geldanlage weltweit. Anleger kaufen schon seit Monaten alles, was sie an Goldigem kriegen können. Bei vielen Händlern sind Goldmünzen ausverkauft oder nur nach langen Wartezeiten zu beziehen. Die Feinunze Gold eilt von einem Rekord zum nächsten. Doch je stärker die Kaufwut, desto schwankungsanfälliger der Markt. Jetzt lieber die Finger davon lassen, rät Beck: "Das ist eine klassische Blase." Die Annahme, Gold sei in Krisenzeiten wertstabil, gelte nicht mehr. Der Nutzwert liege bei null. "Teuer und spekulativ", winkt auch Oelmann ab. Wer unbedingt kaufen wolle, sollte das in Tippelschritten tun, Rückschläge nutzen und auf keinen Fall das ganze Ersparte investieren. Gold-Fans halten dem entgegen, dass Gold als wertstabiler, leicht transportabler Inflationsschutz gilt. Der Anlageklasse wird demnächst in Frankfurt sogar ein eigener Kongress gewidmet. (Hier finden Sie mehr Information zum Anlegen in Gold.)
Agrarrohstoffe (etwa Weizen, Soja oder Rindfleisch), Metalle (wie Kupfer oder Blei) und Erdöl gelten als eigene Anlageklasse, die man als bedingt resistent gegen Inflation bezeichnen könnte. Rohstoffe bewegen sich mitunter parallel zur Inflation, weil sie selbst – wie etwa die Energieträger Gas und Öl – zu einem bedeutenden Preistreiber geworden sind. Die Rohstoffmärkte sind aber ähnlich den Aktienmärkten einer Vielzahl von Einflüssen ausgesetzt, die die Preise beeinflussen. Ein Investment in diese Anlageklasse ist deshalb meist spekulativ und für Otto-Normal-Anleger eher nicht geeignet.
Die Griechenland-Krise macht derweil die Aktienmärkte nervös. Weitere Korrekturen sind nicht auszuschließen. Dabei war das Umfeld für Aktien in der letzten Zeit günstig: Steigende Unternehmensgewinne, anziehende Konjunktur in Deutschland und niedrige Zinsen. "Aktien sind prima", bekräftigt Beck. Aber das Investment sollte möglichst breit z.B. in Fonds gestreut und nur ein Teil des Vermögens dafür eingesetzt werden. Hans-Peter Burghof, Professor für Bankwirtschaft der Universität Hohenheim, hält Aktien vor allem für junge Leute sinnvoll. Abgesehen von den Kurs-Chancen bieten viele Firmen den Aktionären tolle Dividenden - trotz Krise. (Mehr zum Thema im aktuellen Börsenbericht.)
Wertpapiere von Staaten seien durchaus attraktiv, meint Beck. Für mutige Anleger besonders interessant seien momentan kurz laufende griechische Anleihen. Wem das zu heikel ist, kann sich auf deutsche Papiere konnzentrieren. Investments wie Bundesschatzbriefe gelten als kostengünstig und sicherer als bei Geldinstituten. Der Staat bürgt mit seinem Vermögen und dem Steueraufkommen. "Der Bund ist ein Eins-A-Schuldner, da kann der Anleger ruhig schlafen", sagt Marc Tüngler, Geschäftsführer der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW).
Um das von Entwertung bedrohte Vermögen zu schützen, empfehlen einige Experten auch inflationsgeschützte Anleihen. Anfang März 2006 hatte die Bundesrepublik Deutschland erstmals seit der Weimarer Republik wieder eine an die Preissteigerung gekoppelte Anleihe (inflationsindexierte Bundesanleihe) aufgelegt. Mit solchen Realzins-Bonds erzielen Anleger also auch dann noch eine reale Verzinsung, wenn aufgrund hoher Inflationsraten andere Anleihen bereits real an Wert verlieren. Bei einer niedrigen Inflationsrate sind die Zinserträge solcher Inflationsgeschützten Anleihen zwar nicht sonderlich attraktiv, aber sie erhalten jederzeit den realen Wert der Geldanlage. Anlegern, denen das genügt, fahren gut mit solchen Produkten.
Ob eine inflationsgeschützte Anleihe jedoch wirklich die beste Wahl ist, hängt von der Inflationserwartung ab. Dazu muss die Verzinsung eines solchen Realzins-Bonds mit der einer vergleichbaren fest verzinsten Anleihe verglichen werden. Ist der Zinsunterschied zwischen inflationsgeschützter Anleihe und fest verzinster Anleihe kleiner als die erwartete Inflation, bringt der Realzins-Bonds eine höhere Rendite als die normale Anleihe – und umgekehrt. Ein Realzins-Bond ist also eine Wette mit dem Emittenten auf künftige Teuerungsraten.
Werthaltiger und sicherer als viele Anlageprodukte, die durch die globale Finanzkrise in Verruf geraten sind, scheint das Gold. Doch noch besser als Gold sind Steine und Beton. In welcher Anlage kann man sonst schon zu Lebzeiten wohnen? "Betongold" ist infolge von Euro-Schwäche und Griechenland-Krise ein Investitions-Schlager. Maklerverbände melden deutlich steigende Kauflust in Ballungsräumen. Immobilien gelten als inflationssicher und solides Fundament fürs Alter. Überdies sind die Bauzinsen auf historischem Tiefstand. Und der Andrang drückt insgesamt die Preise. Der Immobilienkauf für den Eigenbedarf biete einen großen Nutzwert, betont Beck. Sein Tipp: Jetzt zugreifen, wer damit schon länger liebäugele und ein geeignetes Objekt in guter Lage finde. Als Kapitalanlage kann das Investment rentabel sein, muss es aber nicht. Eigenkapital von etwa 20 Prozent der Kaufsumme ist wichtig. (Mit unserer Suche finden Sie die passende Immobilie in Ihrer Nähe).
Und wenn das nötige Kleingeld zum Immobilienkauf noch fehlt? Grundsätzlich bieten Tagesgeld- oder Festgeld-Konten eine unkomplizierte und flexible Variante, sein Geld in Krisenzeiten zu mehren oder zu parken. Sicher ist sie noch dazu. Das Geld ist durch den Einlagensicherungsfonds der Banken abgesichert. Allerdings gibt es nur magere Zinsen. Wer auf die Idee kommt, bisherige Anlagen aufzulösen und das Ersparte nur noch auf Tages- oder Festgeldkonten zu parken, sei schlecht beraten, erklärt Oelmann. Attraktive Angebote finden Verbraucher in unserem Tagesgeldvergleich.
Wie wär's angesichts der Euro-Schwäche mit einem Konto in Fremdwährungen? Verbraucherschützerin Oelmann rät indes eher davon ab, sich beispielsweise mit amerikanischen Dollars oder Schweizer Franken einzudecken. Die Spekulation auf Währungsgewinne sei nicht ohne Risiken und recht kostspielig wegen der Umtauschgebühren. Sobald der Euro-Raum seine Probleme bewältigt habe, werde sich auch der Euro wieder erholen. Wer sich langfristig global absichern will, risikobereit und von steigenden Kursen beim Dollar oder Schweizer Franken überzeugt ist, sollte dagegen nicht zögern, so Oelmann. (Mehr zum Thema Devisen)
Wer nicht über genügend Geld zum Anlegen verfügt, spielt vielleicht mit dem Gedanken, einen Konsumentenkredit aufzunehmen. Dafür ist jetzt ein günstiger Zeitpunkt: Noch sind die Zinsen niedrig. Das könnte sich jedoch schnell ändern, wenn steigende Inflationsraten Realität werden. Ein solches Szenario hätte für Verbraucher den Vorteil, dass sie sich günstig mit Geld eindecken können und sich gleichzeitig der reale Wert des Kredits verringert und damit schneller zurückgezahlt werden kann.
Quelle: dapd , t-online.de
Schulenburg schrieb:
am 27. Januar 2011 um 11:44:08
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Euro
DAs größte Problem war in allen Zeit,dass die Politik (egal wer dran war)
noch nie mit Geld umgehen konnte.Reichte es nicht wurden
Steuern erhöht
oder einfach Schulden gemacht! So einfach gings bei denen. Denn schluss-
endlich mußte das Volk die Quittung bezahlen.Politiker sind Schwäzter
und Wolkenschieber sie sind einfach nicht fähig ehrlich und fürsorglich
für den Wähler tätig zu sein, weil sie keine Ahnung haben von dem was
sie sagen.Aber das Volk glaubt immer noch,aber wie lange........?
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Berater schrieb:
am 10. Januar 2011 um 06:39:35
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DM
Habe mit Helmut gesprochen! Wir werden 100% die DM wieder bekommen. Er befürwortet den EURO auch nicht mehr. Da die anderen europäischen
Länder z.b Griechenland,Spanien usw. nicht ihre Hausaufgaben gemacht haben! Es sind einfach zuviele kulturelle Unterschiede in Europa! Sparen ist nicht jedermanns Sache! Europa kann so nicht funktionieren! Wenn einige Länder noch wie in den ´80 leben!
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Rentner 67 schrieb:
am 9. Januar 2011 um 20:54:50
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Euro und Deutschland
In Abwandlung der verbotenen 1. Strophe des Deutschlandliedes:
Deutschland, Deutschland zahlt für Alles, zahlt für
Alles in der Welt!!! ...........................................
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