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Geldpolitik: EZB muss Banken immer stärker stützen

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EZB muss Banken immer stärker stützen

11.11.2008, 12:41 Uhr | bv

Dunkle Wolken über der Europäischen Zentralbank in Frankfurt (Foto: imago) Dunkle Wolken über der Europäischen Zentralbank in Frankfurt (Foto: imago)Die Europäische Zentralbank (EZB) muss in der Finanzkrise den Banken immer mehr unter die Arme greifen. Die EZB beschloss am Mittwoch, auch weniger stabile Wertpapiere als Sicherheit für die Ausgabe von frischem Zentralbankgeld zu akzeptieren. Eine ähnliche Entscheidung hatte vor Wochen bereits die US-Notenbank Federal Reserve getroffen.

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Wertpapiere als Sicherheit für die EZB

Geschäftsbanken können bei den Zentralbanken frische Mittel erhalten, wenn sie im Interbanken-Handel nicht günstiger an Geld kommen. Dafür müssen sie Wertpapiere wie etwa Staatsanleihen als Sicherheit hinterlegen und Zinsen zahlen. Künftig will die EZB auch Anleihen mit einem Rating von BBB- statt bisher mindestens A- annehmen. Auch würden Papiere in anderen Währungen als Euro, Dollar, Yen oder britisches Pfund akzeptiert, sofern sie in der Eurozone herausgegeben wurden. Selbst nachrangige Anleihen können die Banken hinterlegen, sofern dafür weitere Sicherheiten gestellt werden.

Maßnahmen bis Ende 2009 begrenzt

Für minderwertigere Wertpapiere gibt es allerdings je nach Art etwas weniger Notenbankgeld als für erstklassige Sicherheiten. Ab wann die Maßnahmen gültig sind, ließ die EZB noch offen. Sie sollen bis Ende 2009 begrenzt sein. Mit ihren Maßnahmen erleichtert die EZB es den Banken, an das knappe Notenbankgeld zu kommen.

EZB stellt auch Schweizer Franken zur Verfügung

Die Spannungen an den Geldmärkten hatten zuletzt auch die Nachfrage nach Schweizer Franken steigen lassen, erklärte die EZB. Daher werde die EZB vom kommenden Montag an auch Schweizer Franken für jeweils sieben Tage zu einem festen Zinssatz anbieten. Grundlage dafür ist das Tauschgeschäft zwischen den beiden Notenbanken. Diese Geschäfte sollen mindestens bis Januar 2009 getätigt werden.

310 Milliarden Euro für sieben Tage

Da es in der Finanzkrise zwischen den Banken großes Misstrauen gibt und der Austausch von Geldern extrem zurückgegangen ist, springen die Notenbanken mit zusätzlicher Liquidität in die Bresche. Am Dienstag hatte die EZB den Banken 310 Milliarden Euro für sieben Tage zugeteilt. Die Spannungen an den Interbanken-Märkten zeigen sich auch weiterhin bei den kurzfristigen Einlagen und Ausleihungen der Banken bei der EZB. Diese Einlagen zum fixen Zinssatz von 3,25 Prozent betrugen am Dienstag 196 Milliarden Euro und erreichten damit einem Rekordwert. Die kurzfristigen Ausleihungen zu 4,25 Prozent betrugen knapp 20 Milliarden Euro.

Zentralbankgeld attraktiv wie nie

Unter normalen Umständen versuchen Geschäftsbanken, sich möglichst wenig Geld von der EZB zu leihen, weil sie es an den Märkten billiger bekommen. Auch legen sie normalerweise überflüssige Mittel nicht bei der Notenbank an, weil der Notenbank-Satz in der Regel ungünstiger als der Zins am Markt ist. Einlagen bei der Notenbank haben allerdings den Vorteil, dass sie als absolut sicher gelten.

Weiterer Bankchef gesteht Mitschuld der Branche ein

Der Vorstandsvorsitzende der WestLB, Heinz Hilgert, hat derweil die Mitverantwortung der Bankchefs für die Finanzkrise eingestanden. "Wir Banker haben die Krise teilweise selbst verschuldet. Jetzt dürfen wir nicht am Status Quo kleben, sondern müssen akzeptieren, dass die Politik Gehaltsverzicht durchsetzt und die Nachhaltigkeit der Geschäftsmodelle prüft." Das sagte Hilgert der Donnerstagsausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Hilgert ist überzeugt, dass viele Banken in Deutschland auf die von der Bundesregierung bereitgestellten 400 Milliarden Euro Staatsgarantien für Bankschuldverschreibungen zurückgreifen werden. "Es gibt derzeit keine Bank, der Bankschuldverschreibungen abgekauft werden", sagte Hilgert. Deshalb habe die Bundesregierung mit ihren staatlichen Garantien die Weichen richtig gestellt.

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Quelle: dpa , t-online.de

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