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Geldpolitik: EZB-Vizepräsident deutet erneute Zinssenkung an

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EZB-Vizepräsident deutet Zinssenkung an

05.01.2009, 15:08 Uhr | mash

Der Hauptsitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt (Foto: imago) Der Hauptsitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt (Foto: imago)Rund einen Monat nach der größten Zinssenkung ihrer zehnjährigen Geschichte deutet die Europäische Zentralbank (EZB) die Möglichkeit eines weiteren Zinsschrittes an. Eine erneute Zinssenkung könnte notwendig werden, um die Konjunktur in der Eurozone zu stützen und die Gefahr einer Deflation einzudämmen, sagte der Vizepräsident der EZB, Lucas Papademos. #

Für Preisstabilität wird getan, was nötig ist

"Wir werden tun, was notwendig ist, damit Preisstabilität gewährleistet bleibt", sagte der EZB-Vizepräsident Papademos am Rande eines Treffens der American Economics Association in San Francisco. Die EZB sieht die Preisstabilität bei Teuerungsraten von knapp unter zwei Prozent gewahrt.

Sinkende Ölpreise und niedrige Inflation sprechen für Zinssenkung

"Wenn die Risiken für die Preisstabilität nach unserer Einschätzung weiter nachlassen, könnte die Geldpolitik weiter gelockert werden und wir werden entsprechend handeln", sagte der Währungshüter dem Magazin "Wirtschaftswoche". Wegen der sinkenden Ölpreise und der niedrigeren Inflation sehen die Währungshüter zunehmend Spielraum für Zinssenkungen. Die Inflation dürfe für einen längeren Zeitraum nicht deutlich unter die Marke von 2,0 Prozent fallen, sagte Papademos.

Keine Deflation im Euroraum

Laut neuer Prognose sollen die Verbraucherpreise 2009 aber wieder stabil sein. Mittelfristig rechne die EZB noch nicht mit einem längerfristigen Abrutschen der Teuerungsrate unter die Marke von 2,0 Prozent, so die jüngsten Analysen der EZB. Die Gefahr einer Deflation, eines gefährlichen anhaltenden Rückgangs des Preisniveaus, sieht der EZB-Vize dementsprechend nicht: "Wir gehen nicht davon aus, dass dieses Phänomen im Euroraum auftritt."

Entscheidung nicht von Politik der anderen Zentralbanken geleitet

Zugleich warnte er allerdings vor übereilten Entscheidungen. "Dass manche Zentralbanken ihre Leitzinsen schneller gesenkt haben, heißt nicht, dass sie uns voraus sind."

Erste Sitzung des EZB-Rates im Januar

Derzeit gilt für die mittlerweile 16 Euroländer mit ihren 329 Millionen Einwohnern ein Leitzins von 2,5 Prozent. Im Kampf gegen die Rezession hatte die EZB zuletzt erst Anfang Dezember 2008 den Leitzins ungewöhnlich stark um 0,75 Punkte gesenkt. Die erste Sitzung des EZB-Rates 2009 ist am 15. Januar in Frankfurt.

Experten rechnen mit Zinssenkungen

Ökonomen erwarten, dass die Währungshüter ihren Kurs weiter vorantreiben werden. Im laufenden Jahr, so die verbreitete Erwartung, könnte der Leitzins auf 1,5 oder gar 1,0 Prozent sinken.


Quelle: t-online.de , dpa-AFX

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