Immer mehr Geschäfte in den USA müssen schließen (Foto: imago) Führende Mitglieder der US-Notenbank gehen davon aus, dass die US-Wirtschaft mindestens bis Mitte nächsten Jahres schrumpfen wird. Die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum hätten sich erhöht - angesichts der düsteren Aussichten schließt die Federal Reserve weitere Zinssenkungen nicht aus. Das geht aus den Protokollen über Beratungen des geldpolitischen Ausschusses der US-Notenbank (FOMC) hervor, die vor der jüngsten Zinssenkung Ende Oktober stattfanden und die die Zentralbank jetzt in Washington veröffentlichte. Der Leitzins liegt bereits auf dem historisch niedrigen Niveau von 1,0 Prozent.
Demnach rechneten die Teilnehmer bei den Beratungen allgemein damit, dass "die Wirtschaft im zweiten Halbjahr 2008 und in der ersten Hälfte 2009 moderat schrumpfen wird". Die Finanzbedingungen hätten sich weiter verschlechtert. Die Krise habe sich zu einem globalen Phänomen entwickelt. Für das gesamte Jahr 2008 erwarten die Notenbank-Führer ein Wachstum der US-Wirtschaft von nur noch 0,0 bis 0,3 Prozent. Noch im Juni hatten sie mit 1,0 bis 1,5 Prozent gerechnet. Für das gesamte Jahr 2009 reichen die Erwartungen von einem Minus von 0,2 Prozent bis zu einem Plus von 1,1 Prozent.
Steigende Arbeitslosigkeit
Die Wirtschaftsschwäche dürfte sich auch spürbar am Arbeitsmarkt negativ bemerkbar machen - die Währungshüter zeigten sich deutlich pessimistischer als zuvor: Die Arbeitslosenquote dürfte 2008 zwischen 6,3 und 6,5 Prozent liegen. Zuvor hatte die Fed mit 5,5 bis 5,7 Prozent gerechnet.
Weitere Zinssenkung angedeutet
Angesichts der Entwicklung hätten mehrere Mitglieder der Zentralbank-Führung weitere "politische Erleichterungen" als möglicherweise angemessen bezeichnet, hieß es mit Blick auf eventuelle weitere Zinssenkungen. Die Fed hatte erst am 29. Oktober den Leitzins um 0,5 Punkte auf 1,0 Prozent gesenkt und damit auf das niedrigste Niveau seit Sommer 2004.
Der Markt glaubt an sinkende Zinsen
Die Federal Reserve neigt nach Einschätzung der UniCredit trotz der jüngsten kräftigen Zinssenkungen weiter eindeutig zu einer erneuten Lockerung der Geldpolitik. Vor diesem Hintergrund rechnet das Bankhaus bereits am 16. Dezember mit einem weiteren Schritt nach unten um 0,50 Punkte. Das Protokoll zeige darüber hinaus, dass auch dieses historisch niedrige Zinsniveau noch nicht das Ende im Zinssenkungs-Zyklus sein müsse.