General Motors: Gutlaufende Geschäfte rechtfertigen offenbar die Rückkehr an die Börse (Foto: imago)Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) soll offenbar schneller wieder an die Börse gehen als bislang gedacht. Die Regierung strebe mittlerweile einen Termin Mitte August an und nicht wie zunächst angekündigt erst im vierten Quartal, berichtete die "New York Times" auf ihrer Website. Dabei werde aber nicht der gesamte staatliche Anteil von 60,8 Prozent des Aktienkapitals veräußert, hieß es unter Berufung auf informierte Kreise. Die Regierung werde aber einen ausreichend großen Teil ihrer Aktien verkaufen, um nicht mehr Mehrheitseigner zu sein.
GM hatte im vergangenen Sommer nach nur 40 Tagen die Insolvenz verlassen - Mehrheitseigner wurde der amerikanische Staat. Kanada hält rund zwölf Prozent an GM. Die restlichen Anteile gehören einem von der Autogewerkschaft UAW geführten Fonds für GM-Pensionäre und den Gläubigern des Konzerns. Im Juni hatte das Finanzministeriums in Washington angekündigt, GM nicht vor Oktober wieder an die Börse zu bringen.
GM verkauft mehr Autos in China als zuhause
Die Geschäfte laufen derweil für GM wieder ganz ordentlich. Der Konzern hat im ersten Halbjahr mehr Wagen in China als in der Heimat abgesetzt. 1,2 Millionen Autos kauften die Chinesen, die Amerikaner knapp 1,1 Millionen. Das ist der vorläufige Höhepunkt eines schon seit Jahren andauernden Wandels. Die Automärkte in den Schwellenländern boomen ungebrochen, während sich die Käufer in den Industriestaaten seit der Krise eher zurückhalten. Neben China und Indien ist auch Lateinamerika ein Motor der weltweiten Autoindustrie.
Hohe Erwartungen für den Chevrolet Volt
Für das neue Elektroauto Chevrolet Volt rechnet General Motors mit einer großen Nachfrage. Der Hersteller fährt die Produktion deshalb rasch hoch. Während im ersten vollen Produktionsjahr 2011 10.000 Wagen vom Band rollen sollen, sind für 2012 bereits 30.000 Stück geplant. Das kündigte Volt-Marketingchef Tony DiSalle an.
Der Verkauf des Autos startet Ende des Jahres in ausgesuchten Regionen, darunter New York City und Washington DC. Das Vertriebsnetz soll aber schnell auf die gesamten USA ausgeweitet werden. Händler, die den Volt verkaufen wollen, müssen sich erst im Umgang mit dem neuartigen Wagen schulen lassen.
Volt-Produktion in Europa denkbar
In Europa kommt der Volt 2011 als Opel Ampera auf den Markt. Sollte sich der Wagen als Erfolg herausstellen und die Stückzahlen hoch genug sein, ist auch eine Produktion in Europa denkbar. In den USA laufen die Bänder schon. GM hat dazu viel Geld in neue Fertigungsanlagen gesteckt und will auf mittlere Sicht sogar die Elektromotoren für den Volt selbst bauen. Die eigene Batteriefertigung startete schon.