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Geologen entdecken riesiges Erdgas-Reservoir

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Geologen entdecken riesiges Erdgas-Reservoir

18.02.2010, 12:40 Uhr | Von Christoph Seidler - mmr

Förderplattform vor der norwegischen Küste (Archivfoto: dpa) Förderplattform vor der norwegischen Küste (Archivfoto: dpa) Es könnte der größte Erdgasfund in Norwegen seit mehr als zehn Jahren sein: Geologen haben 400 Kilometer vor der Küste ein riesiges Gasfeld aufgespürt. Doch noch ist völlig unklar, ob und wann der wertvolle Rohstoff von dort in die EU fließen wird. #
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Wohlstand durch Bodenschätze

Schätze aus der Tiefe haben Norwegen reich gemacht. Seinen Wohlstand verdankt das skandinavische Königreich fast ausschließlich den Öl- und Gasvorkommen vor seinen Küsten. Damit die Gelder aus dem Verkauf der Energieressourcen weiter sprudeln, ist Oslo darauf angewiesen, dass regelmäßig neue Vorkommen entdeckt werden. Doch in den vergangenen Jahren waren die guten Nachrichten der Geologen eher rar, was die norwegische Regierung unter anderem darüber nachdenken lässt, neue Fördergebiete in der Arktis in den Blick zu nehmen.



Fund lässt Forscher jubeln

Rund 400 Kilometer vor der norwegischen Küste, etwa auf Höhe des Polarkreises, haben Rohstoffsucher nun einen Fund gemacht, der die Verantwortlichen jubeln lässt. "Das sind sehr gute Nachrichten", sagt Eldbjørg Vaage Melberg vom Norwegischen Ölministerium im Gespräch mit "Spiegel online".

5000 Meter unter dem Meer

Die Rede ist von einem großen Erdgasvorkommen mehr als 5000 Meter unter der Wasseroberfläche. Das Meer selbst ist an dieser Stelle 1376 Meter tief - das ist Rekord in den Gewässern vor Norwegen. Die Entdeckung des "Gro"-Feldes gelang mit Hilfe der Bohrinsel "Leiv Eiriksson" genau 3805 Meter unter dem Meeresboden.



"Es ist unmöglich zu sagen, wann das Feld produziert"

Ein Gemeinschaftsunternehmen hofft darauf, die Quelle nutzen zu können, die so weit westlich liegt wie bisher keine andere in Norwegen. An der Firma ist Royal Dutch Shell zur Hälfte beteiligt, das norwegische Unternehmen StatoilHydro zu 40 Prozent und der französische Energiekonzern GDF zu 10 Prozent. Shell erklärte, der Fund könne "signifikantes Potential" haben. Bereits jetzt deckt Norwegen 17 Prozent des Erdgasbedarfs der Europäischen Union.

Gas in Gesteinsschicht

Bei der Gesteinsschicht, in der das wertvolle Gas liegt, dürfte es sich nach Ansicht von Geologen um die sogenannte Springar-Sandsteinformation handeln, die aus der Oberkreide vor 70 bis 100 Millionen Jahren stammt. "Es ist unmöglich zu sagen, wann das Feld produziert", sagt Ministeriumssprecherin Vaage Melberg. "Bevor wir das sagen können, müssen wir die Größe besser abschätzen."

Probebohrungen im kommenden Jahr

Dafür würde das Betreiberkonsortium die bereits gesammelten Daten noch genauer auswerten. Außerdem müssten mit Schiffen Informationen zur 3D-Seismik gesammelt und neue Probebohrungen in den Grund getrieben werden - allerdings erst im kommenden Jahr. Bisher sind die Daten zur Größe des Gasfeldes mit einem großen Unsicherheitsfaktor behaftet.



100 Milliarden Kubikmeter Gas

Klar scheint, dass der neue Fund die Norweger nicht von ihrer Suche nach weiteren Lagern befreien wird - dafür ist er nach den bisherigen Erkenntnissen zu klein. Nach ersten Schätzungen enthält das Vorkommen bis zu 100 Milliarden Kubikmeter Gas. Das wäre so viel wie Norwegen insgesamt in einem Jahr fördert.

Zahl mit Vorsicht zu genießen

Das Problem ist, dass diese Zahl mit großer Vorsicht zu genießen ist. Am unteren Ende der Schätzung findet sich nämlich gerade einmal ein Wert von zehn Milliarden Kubikmeter. Zum Vergleich: Norwegens zweitgrößtes Gasfeld, das 1997 entdeckte Gebiet Ormen Lange, hat eine Kapazität von geschätzten 400 Milliarden Kubikmetern Gas. Im noch größeren Troll-Feld sollen sogar mehr als 1300 Milliarden Kubikmeter lagern.

Neuentdeckung einstweilen verschlossen

Bis weitere Bohrungen beim "Gro"-Feld angestellt werden, ist die Neuentdeckung einstweilen provisorisch verschlossen worden. Die Bohrinsel zieht weiter, auf der Suche nach neuen Vorkommen - um den Reichtum Norwegens zu mehren.

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Quelle: Spiegel Online

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