29.07.2010, 08:33 Uhr | dpa-AFX
Der amerikanisch-deutsche Investor Nicolas Berggruen (Foto: ddp) (Quelle: ddp)
Die Einigung im Ringen um niedrigere Mieten für Karstadt ist am Mittwoch weiter vorangekommen. Ein Sprecher des internationalen Vermieterkonsortiums Highstreet erklärte, dass eine Kreditgebergruppe bei einem Treffen in London den strittigen Vertragsentwurf gebilligt habe. Bei den beiden weiteren Kreditgeberparteien von Highstreet gibt es zumindest schon positive Signale. So könnte Karstadt noch im August gerettet sein.
Nach der Übernahme der insolventen Warenhauskette hatte der amerikanisch-deutsche Investor Nicolas Berggruen ein deutliches Entgegenkommen von Highstreet verlangt. Das Vermieterkonsortium um die Banken Goldman Sachs und Deutsche Bank braucht auch auf der eigenen Seite die Zustimmung ihrer Kreditgeber zu den neuen Konditionen.
Der Karstadt-Insolvenzverwalter, Klaus Hubert Görg, begrüßte die Zustimmung. "Dies ist eine Entscheidung im Interesse von 25.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", sagte er in Essen. Nach der Ankündigung vom Wochenende, dass der Weg zu einer Einigung frei sei, sei die Verständigung über reduzierte Mieten ein wichtiger letzter Schritt.
Die Highstreet-Seite braucht vor allem noch die Zustimmung der Essener Valovis Bank, die dem Konsortium 850 Millionen Euro zum Kauf von Karstadt-Häusern geliehen hatte. Die Bank verlangt Sicherheiten für ihren Kredit, um den neuen Bedingungen zuzustimmen. Die niedrigeren Mietkonditionen bedeuten für die Kreditgeber meist auch Verluste. Nach Informationen aus Verhandlungskreisen gibt es auch eine Lösungsmöglichkeit für die Bank. Eine Einigung zwischen Berggruen und Valovis sei in greifbare Nähe gerückt, hieß es in dieser Woche.
Erst wenn alle Beteiligten die neuen Konditionen akzeptieren, können Insolvenzverwalter und Insolvenzgericht grünes Licht geben. Letztlich soll das Insolvenzgericht am 10. August entscheiden. Klappt alles, wird der Kaufvertrag mit Berggruen zur Übernahme der 120 Warenhäuser mit 25.000 Beschäftigten gültig. Es ist aber noch nicht sicher, ob Highstreet innerhalb der Fristen alle Unterschriften zusammenbekommt. Eine erneute Fristverlängerung ist nicht unmöglich.
Quelle: dpa-AFX
Inge Weise schrieb:
am 29. Juli 2010 um 07:01:55
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Ein Trauerspiel
Ich glaube nicht an den GUTMENSCHEN Berggruen, wohl aber an einen eiskalten Geschäftemacher, der das ganze sozial rüberbringt.
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