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Geschäftsidee Aufbewahrungselemente: Alles am richtigen Platz

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Alles am richtigen Platz

12.02.2010, 09:36 Uhr | FTD, Rebecca Knight

Lori Greiner (Foto: www.lorigreiner.com)

Lori Greiner (Foto: www.lorigreiner.com)

Mitte der 90er-Jahre kam Lori Greiner die Idee für eine spezielle Schmuckschatulle. Doch sie war damals keine Geschäftsfrau, sondern lebte als Theaterautorin in Chicago. Und ihre Art der Konsumforschung entsprach auch nicht dem Üblichen.

"Die Leute reagierten wirklich positiv auf das Produkt"

Die "Geschäftsamateurin", wie sie sich selbst bezeichnet, fand eine Fabrik vor Ort, die ein Modell aus den Entwürfen baute, mit dem Greiner dann durch die Straßen zog, um herauszufinden, ob die Idee ankam. Greiner hatte einen Stand auf einer Lebensmittelmesse, kampierte vor einem Einkaufszentrum und wanderte Chicagos Einkaufsmeile auf und ab, um Frauen nach ihrer Meinung zu fragen. "Ich hatte einen einseitigen Fragebogen mit den Fragen: 'Gefällt es Ihnen?', 'Würden Sie es kaufen?' und 'Wie viel würden Sie dafür bezahlen?'", erinnert sich Greiner. "Die Leute reagierten wirklich positiv auf das Produkt und waren begeistert. Ich stellte fest, dass dafür ein Markt bestand."

Von der Schatulle zu Hunderten Aufbewahrungsmöglichkeiten

Damals war Greiners Unternehmen ein kleiner Betrieb, der am Wochenende Modeschmuck an Kosmetiksalons verkaufte. Heute, 13 Jahre später, ist Greiner Gründerin und Präsidentin von For Your Ease Only, einem Unternehmen, das Hunderte Aufbewahrungselemente für den Haushalt verkauft - von Schmuckschatullen über Kulturbeutel bis hin zu Behältern für Lebensmittel. For Your Ease Only bringt Dutzende neuer Produkte jedes Jahr auf den Markt und hat seit den Anfängen Waren im Wert von mehr als 350 Millionen US-Dollar verkauft.

Produkte sollen Ordnung ins Leben der Menschen bringen

Bei Greiners Produkten geht es auf den ersten Blick darum, Wust und Unordnung zu eliminieren. Sie selbst sagt, der Zweck der Produkte ginge noch weiter: Sie schaffen Ordnung im Umfeld der Menschen, damit diese weniger Zeit mit Aufräumen zubringen müssen und mehr Zeit für Dinge haben, die ihnen Spaß machen. "Ich möchte, dass das Leben der Menschen schöner wird, darauf kommt es mir an", sagt sie. "Wenn Menschen organisiert sind, wenn ihr Umfeld sauber ist, sind sie glücklicher, und ihre Leben ist besser."

"Jeder wird es lieben"

Ermutigt durch das positive Ergebnis des Markttests gab Greiner 1996 ihre Arbeit als Drehbuchlektorin am Theater auf, um sich ganz ihrem Unternehmen zu widmen. Sie steckte eigenes Geld hinein und nahm einen Bankkredit in Höhe von 300.000 US-Dollar auf. Es stand viel Geld auf dem Spiel, aber Greiner ließ sich nicht beirren. "Ich war so zuversichtlich", sagt sie. "Die meisten Erfinder haben diesen Charakterzug, auf Gedeih und Verderb. Sie denken, jeder wird ihr Produkt lieben und dass es ein enormer Erfolg wird."

Kaufhäuser abtelefoniert

Ganz oben auf ihrer Prioritätenliste stand, die Aufmerksamkeit der Einzelhändler zu gewinnen. Sie holte sich ein Buch, in dem sämtliche führenden Kaufhäuser in den USA und deren Telefonnummern aufgelistet waren. Tag für Tag hing sie am Telefon und versuchte, persönliche Gespräche mit Schmuckeinkäufern zu arrangieren. "Ich saß da und rief an und rief an und rief an, bis ich Glück hatte und irgendjemand, den ich sprechen wollte, den Hörer abhob", erzählt sie. "Und sobald sie abgehoben hatten, begann ich schnell zu reden, weil ich wusste, dass ich mit den ersten Sätzen ihre Aufmerksamkeit gewinnen musste. Ich sagte: 'Ich habe etwas, das Sie noch nie zuvor gesehen haben.'"

Schon im ersten Jahr zum Breakeven

Ihre Anrufe zeitigten Erfolg. In einer vierwöchigen Präsentationsreise stellte sie in 21 Städten ihre Idee vor und überzeugte viele Kunden. Zunächst kauften die meisten nur in kleineren Mengen, aber nach den ersten positiven Reaktionen wurden die Aufträge größer. Nach sechs Monaten im Geschäft schloss Greiner einen landesweiten Liefervertrag mit der großen amerikanischen Kaufhauskette JC Penney. Bei ihrem ersten Auftritt auf einem Homeshopping-Kanal verkaufte sie innerhalb weniger Minuten 2000 Schmuckschatullen für Ohrringe. Das erste Geschäftsjahr schloss For Your Ease Only mit einer schwarzen Null ab, nach 18 Monaten konnte Greiner ihren Bankkredit ablösen.

Doppelschichten im Produktionswerk

Das Tempo des Erfolges überraschte auch Greiner selbst. "Ich hatte nicht sehr weit vorausgedacht", erklärte sie. "Nach dem Erfolg des ersten Produkts kamen die Käufer und fragten: 'Was machst du jetzt? Was wird das nächste Produkt?'" In den ersten Geschäftsjahren blieb Greiner kaum Zeit, sich den nächsten großen Wurf zu überlegen. Als Buchhalter konnte ihr Ehemann ihr bei einigen finanziellen Belangen helfen, aber er arbeitete Vollzeit. Um Probleme bei der Herstellung zu vermeiden, legte sie Doppelschichten bei dem Werk ein, wo ihre Produkte gefertigt wurden. In enger Abstimmung mit den Grafikdesignern perfektionierte sie die Verpackung, und dank ständiger Beratung mit ihrem Anwalt ist sie nun versiert in Patentrecht. 99 Patente hält sie inzwischen.

Start mit 16-Stunden-Tagen

"Wenn es gut werden soll, muss man es selbst tun oder zumindest den Bus steuern", sagt sie über diese mörderischen 16-Stunden-Arbeitstage. "Niemandem liegt dein Unternehmen so am Herzen wie dir. Und bevor du anfängst, musst du dich dazu entschließen, soviel Zeit und Mühe tatsächlich investieren zu wollen." Inzwischen verkauft Greiners Unternehmen mehr als 250 Artikel, von elektrischen Gemüseschälern, Küchengerätschaften über Schminkkoffer bis hin zu Brillen mit Leselampe. Absoluter Verkaufsschlager ist der freistehende Schmuckschrank, der ein Anlaufen der Silber- und Goldartikel verhindert. Mehr als 350.000 Stück wurden in den vergangenen vier Jahren verkauft.

Erweiterung der Produktion

Im dritten Geschäftsjahr durchbrach Greiners Firma die Grenze von 10 Millionen Dollar Umsatz, im fünften Jahr waren es mehr als 20 Millionen Dollar. Im zehnten Jahr belief sich der Umsatz auf 50 Millionen Dollar. Greiner beschäftigt mittlerweile knapp 20 Mitarbeiter und arbeitet vor allem von ihren Büros in Chicago und Philadelphia aus. Einen Verkauf ihrer Firma beabsichtigt sie nicht, vorgesehen ist aber eine Erweiterung der Produktlinien. Das Erfinden neuer Produkte sei der leichte Teil, erklärte sie. "Das liegt mir einfach", sagt sie. "Bei einem Problem überlege ich mir: 'Wie würde das Leben besser? Was lässt sich anders machen?' Ich überlege mir immer: 'Geht das auch besser?'"


FTD, Rebecca Knight  

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