29.04.2010, 14:47 Uhr | cs mit AFP
Falsche Krankenhausrechnungen verursachen in Deutschland jährlich gigantische Kosten. Wie der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) berichtet, beläuft sich der Schaden auf 1,5 Milliarden Euro. Trotz dieser hohen Summe scheuen die Kassen aber Kontrollen, weil ihnen im Fall unrechtmäßiger Prüfungen eine Strafgebühr droht, berichtet die Ludwigshafener "Rheinpfalz". Die Kassen sähen sich dadurch im Nachteil. Dabei ist fast jede zweite vom Medizinischen Dienst geprüfte Rechnung deutlich zu hoch angesetzt - nun sollen auch die Kliniken Strafen zahlen.
Nach dem Bericht sind 40 Prozent der geprüften Rechnungen um durchschnittlich 1100 Euro und in Extremfällen sogar über 100.000 Euro zu hoch. Kontrollieren die Kassen jedoch eine korrekte Rechnung, müssen sie dem betroffenen Krankenhaus einen Aufwandspauschale von 300 Euro zahlen - und das kritisieren sie. "Diese Strafzahlungen sind ein seltsames Verständnis von Kostenreduzierung. Wir müssen genau hinschauen, damit wir nur die falschen herauspicken", sagte die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Doris Pfeiffer, der Zeitung. Dabei sind die Kassen sogar verpflichtet, in bestimmten Fällen diese Rechnungen zeitnah zu prüfen, wie Claudia Widmaier, Pressereferentin des GKV-Spitzenverbandes, t-online.de mitteilte.
Ein großes Problem bei der Rechnungslegung besteht darin, dass die gesetzlichen Regelungen bislang keine Sanktionen gegenüber Krankenhäusern vorsehen. "Eine Falschabrechnung bleibt ohne ernsthafte Konsequenzen für das Krankenhaus", so Widmaier. Deshalb hätten die Kliniken "keinen Anreiz, richtig abzurechnen." Sie könnten vielmehr darauf hoffen, dass eine Falschabrechnung nicht entdeckt wird. Deshalb müsse man solche Anreize schaffen, die Krankhäuser zu einer korrekten Rechnungslegung zwingen. Pfeiffer will deshalb den Spieß nun umdrehen: Die Kassenfunktionärin fordert eine Strafzahlung für Krankenhäuser bei Falschabrechnungen.
"Sinnvoller wäre es, nicht die Kassen zu bestrafen, wenn sie eine richtige Abrechnung erwischen, sondern die Kliniken, wenn sie einen Fehler gemacht haben", sagte Pfeiffer. Bislang müssen die Kliniken bei Abrechnungsfehlern lediglich das zu viel erhaltene Geld zurückerstatten. Pfeiffer zufolge begünstige das Manipulationen. "Denn wer falsch abrechnet, kommt ungeschoren davon", so die Verbandschefin.
Neben den fehlenden Anreizen zu einer korrekten Rechnungslegung resultiert die Falschberechnungen aber auch aus komplexen Abrechnungssystem, so der Bundesrechnungshof. Laut Widmaier "entstehen gerade in komplexen Abrechnungsverfahren häufig Fehler. Die meisten werden sicherlich nicht bewusst gemacht." Teilweise würden aber auch die Grenzen des Systems ausgetestet, wobei Manipulationsversuche nicht ausgeschlossen werden könnten, so Widmaier. "Fakt ist jedenfalls, dass zwei von fünf geprüften Rechnungen falsch sind."
Bislang prüfen die Kassen Klinikrechnungen mit Hilfe spezieller Computerprogramme. Diese durchforsten die Rechnungen nach Unregelmäßigkeiten wie etwa Diagnosen, die sich gegenseitig ausschließen. Und die gibt es allzu häufig: Laut Pfeiffer gelten bis zu zwölf Prozent der Krankenhaus-Rechnungen als "auffällig".
cs mit AFP
Jupp Schmitz schrieb:
am 26. April 2010 um 19:59:08
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Krankenhäuser kassieren zuviel
Betrug ist ein Straftatbestand. Wenn vor dem Gesetz Alle gleich sind, dann auch Krankenhäuser und ihre
Mitarbeiter. Es ist nicht zu ertragen, dass sich die Griechen mit falschen Zahlen auf Kosten der Europäer die Schwarzarbeit bezahlen lassen, und die Krankenhäuser für die Beitragserhöhungen der Krankenversicherten in unsrem Lande mitverantwortlich sind. Genauso ist es eine Farce, dass die Pharmaindustrie die Preise für Arzeneien selbst festsetzen kann. Diese Verbrechen müssen enden.
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Naseweis schrieb:
am 26. April 2010 um 19:58:45
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GKV- Krankenhäuser kassieren zuviel
Populismus pur ! GKV und MDK als eine der großen ABM des Landes. Das Geld welches dieses System ohne
sinnvollen Gegenwert schluckt, könnte den Bedürftigen/ Patienten, den Leistungserbringern und der medizinischen Forschung zukommen und dort neben flächendeckend guter medizinischer Versorgung auch sinnvolle Arbeitsplätze und eine verbesserte Reputation des deutschen Gesundheits- und Forschungsstandortes schaffen. Und, es gibt noch weitere "Verwaltungswasserköpfe" im Gesundheitssystem.
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Luenesir schrieb:
am 26. April 2010 um 19:47:16
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Abrechnungen
Ungeschoren bei falscher Abrechnung??? Ist die Rechnung bei Fehlern nicht z korrigieren? Würde das dann nicht weniger Kosten
bedeuten? Was wären 300,00 Euro gegenüber bis zu 100.000,00 Euro wenn diese bei korrekter Berechnung nicht zu erstatten sind? Die Zusammenhänge verstehe ich nicht. Klingt suspekt.
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