09.07.2010, 17:30 Uhr | bv mit apn
Trotz steigender Kassenbeiträge 2011 mehr netto im Geldbeutel (Foto: imago) (Quelle: imago)
Nach Berechnungen des Bunds der Steuerzahler (BdSt) belastet die Gesundheitsreform von Minister Philipp Rösler vor allem Besserverdienende und Rentner. Durchschnittsverdiener sind demnach weniger stark betroffen als erwartet. Laut Steuerzahlerbund sind dämpfende steuerliche Effekte, die dagegenwirkten, Grund dafür, dass Durchschnittsverdiener weniger stark belastet würden. Der Sozialverband VdK kritisierte hingegen, die kleinen und mittleren Einkommen würden stärker getroffen. Dennoch ergibt sich im kommenden Jahr unter dem Strich noch eine Entlastung bei den Nettoeinkommen für alle (siehe Tabelle am Ende des Artikels).
Versicherte müssten auf den Arbeitnehmeranteil des Kassenbeitrags und der Zusatzbeiträge seit Anfang des Jahres keine Steuern mehr zahlen. Das ist im Bürgerentlastungsgesetz festgelegt. Außerdem würden nach dem Alterseinkünftegesetz jährlich zwei Prozent des Arbeitnehmerbeitrags zur Rentenversicherung steuerfrei gestellt. Am stärksten werden deshalb Besserverdiener belastet, weil die Beitragsbemessungsgrenzen und damit der beitragspflichtige Teil ihrer Einkommen auch in Zukunft entsprechend der Lohnentwicklung steigen, wie Schulemann sagte. Auch bei Rentnern, die keine Steuern zahlen, schlügen die Beitragserhöhungen voll durch.
Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, kritisierte hingegen in der "Passauer Neuen Presse", die kleinen und mittleren Einkommen würden stärker getroffen. Denn die Versicherten, die unter der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 3750 Euro Monatseinkommen lägen, sollten die erhöhten Beiträge zahlen. Aber wer mehr verdiene, müsste nur auf diesen Anteil seines Einkommens Beiträge zahlen, erklärte Mascher.
Dagegen zeigten Berechnungen des Karl-Bräuer-Instituts, einer Einrichtung des Bundes der Steuerzahler, in der "Bild"-Zeitung, dass es dennoch unter dem Strich zu einer Entlastung verschiedener Einkommen im direkten Vergleich des Nettos von 2009 und 2011 kommt. So hat ein Alleinstehender mit Steuerklasse I und einem Bruttoeinkommen von 1600 Euro im nächsten Jahr 10 Euro mehr im Monat übrig. Bei 5000 Euro brutto sind es 101 Euro mehr.
Die Berechnung berücksichtigt die Einkommensteuer, den Solidaritätszuschlag, Sozialbeiträge (zuzüglich Kindergeld), Werbungskosten sowie die Sonderausgaben- und Altersvorsorgepauschale.
Ein verheirateter Alleinverdiener mit zwei Kindern und Steuerklasse III kommt demnach bei einem Bruttoeinkommen von 1600 Euro im nächsten Jahr auf 1638 Euro netto. Das sind 19 Euro mehr als 2009. Wegen des Kindergeldes ist dabei das Netto- höher als das Bruttoeinkommen. Bei einem Brutto von 5000 Euro bleiben netto 82 Euro mehr übrig.
Die höchsten Zugewinne beim Nettoeinkommen machen der Berechnung zufolge Doppelverdiener mit zwei Kindern und den Steuerklassen III und V. Bei 5000 Euro brutto liegt hier nächstes Jahr das Netto 131 Euro höher, bei 6000 Euro sind es sogar 169 Euro mehr als 2009. Wenn das Haushaltseinkommen bei dieser Konstellation nur bei 2400 Euro brutto liegt, bleiben 2011 monatlich 53 Euro mehr als Nettoeinkommen.
Alleinstehend, Steuerklasse I | |||
Brutto | Netto 2009 | Netto 2011 | Unterschied |
1600 | 1121 | 1131 | 10 |
2600 | 1632 | 1669 | 37 |
3600 | 2089 | 2168 | 79 |
4600 | 2565 | 2660 | 95 |
Verheiratet, 2 Kinder, Alleinverdiener, Steuerklasse III | |||
Brutto | Netto 2009 | Netto 2011 | Unterschied |
1600 | 1619 | 1638 | 19 |
2600 | 2256 | 2295 | 39 |
3600 | 2792 | 2853 | 61 |
4600 | 3372 | 3449 | 77 |
Verheiratet, 2 Kinder, Doppelverdiener, Steuerklasse III + V | |||
Brutto | Netto 2009 | Netto 2011 | Unterschied |
2600 | 2256 | 2312 | 56 |
3600 | 2792 | 2873 | 81 |
4600 | 3299 | 3416 | 117 |
5600 | 3788 | 3941 | 153 |
Zahlen: Karl-Bräuer-Institut/ "Bild"-Zeitung. Angaben in Euro pro Monat.
Quelle: dapd , t-online.de
Rudi schrieb:
am 9. Juli 2010 um 19:25:19
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mehr netto
Das muss mir mal einer vorrechnen, aber ganz langsam und immer wieder, wie ich nach einer Nullrunde in 2010 u. 2011 als Rentner
mit 1100 € brutto, dann mehr Geld in der Tasche habe als vorher! Vielleicht bin ich ein bischen blöd, aber dann gehöre ich eben leider zu den Millionen von Bürgern, denen es genauso geht! Es soll ja aber Leute geben, die so etwas Errechnen können! Im Volksmund nennt man das Volksverdummung.
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jj schrieb:
am 9. Juli 2010 um 19:25:08
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mehr vom brutto
und was ist da mit denen die hier nicht aufgeführt sind in der tabelle, es bekommen doch immer die noch mehr die schon viel
haben, tolle politik ,man kann darüber nur lachen!
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Richter schrieb:
am 9. Juli 2010 um 19:20:41
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Dumm verkauft
Das muss die FDP veröffentlicht haben! Vergleich 2009 zu 2011 mehr Netto-Vergleich 2010 zu 2011 weniger Netto vom Brutto.
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